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Der Orient · 1849-12-22 · Heft 51 (22.12.1849) · p. Seite 224

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Journal
Der Orient
Volume
10 (1849)
Issue
Heft 51 (22.12.1849)
Date
1849-12-22
Page
Seite 224 (sequence 7)
Language
German
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- 224 — vagen unklaren Gefühle redüciren, in denen die Damen sich so sehr gefallend Wird man eine kosmopolitische Religion einführen, die dem Individuellen nicht genügt? Oder wird Alles modern-christlich-germanisch sein? Vielleicht referirt uns Jemand aus Hambung darüber. Hannover, im Nvbr. (Zweiter Bericht über die Wirksamkeit des Vereins zur Beförderung von Handwerken unter tzen israelitischen Glaubensgenoffen im Königreiche Hannover.) Die Unterzeichnete Direktion des genannten Vereins überlebt hiermit den zweiten Bericht über ihre Wirksamkeit wahrend der Zeit von Ostern 1841 bis Ende December 1848 der Oeffentlichkeit, um theils Rechenschaft abZulegen, in wie weit sie dem in §. 1 der Statuten angegebenen Zwecke entsprochen habe, theils zu fernerer kräftiger Unterstützung wohlwollende Menschenfreunde aufzufordern. Während des erwähnten Zeitraums sind durch den Verein, dessen Wirksamkeit sich bekanntlich nach §. 2 der Statuten nur auf den Rabbinatsbezirß Hannover erstreckt, ^Knaben unterstützt worden, und zwar : A. mit Lehrgeld und zu ähnlichen Zwecken 41, als: 8.Schneider, 5 Klempner, 5 Sattler, 4Buchbinder, 3Kürschner, 3 Schlosser, 2 Glaser, 1 Bäcker, 1 Drechsler, 1 Friseur, 1 Instrumentenmacher, 1 Mechaniker, 1 Bürstenmacher, 1 Schuhmacher, i Tabakspinner, 1 Tapezier, 1 Tischler und t Weber. B. mit kleineren Summen zu Anschaffung von Kleidungsstücken u. dgl. li. Außer den zu Ostern 1841 noch in der Lehre sich befindenden 21 haben von den unter A* angeführten Lehrlingen 16 ausgelernt^ mithin haben während dieser Zeit die Lehre zunftmäßig verlassen und arbeiten theils als Gesellen und theils als Meister 37 Individuen. Es verbleiben also Ende Dcbr. 1848 von den durch den Verein bei Meistern angebrachten Lehrlingen, da einer Schwäche halber und zwei wegen üblen Verhaltens die Lehre früher verlassen mußten, mußten, 22 Knaben in der Lehre. Was die Geldmittel des Vereins uvd deren Verwaltung betrifft, so möge folgende Uebersicht zur Beurthcilung derselben dienen: A. Einnahm e von Januar 1841 bis ult. Dcbr. 1848. Gold. Courant. Thlr.gr. pf. Thlr.gr.ps. 1) an Überschuß v. Ende Dec. 1840 900 13 11 - 2) an ordentlichen Beiträgen . . 1596- 353 - 3) an außerordentlichen Beiträgen 25--— 4) an Zinsen ....... 319 17 8 232 5 4 5) Insgemein.— -4 4 — 284ÖTt“7 589~9 4 Das Gold beträgt in Courant 3166 22 4 ■ 3756~ 7~8 B. Ausgabe während derselben Zeit: Gold. Tblr.gr. pf. 1) an Unterstützungen .... 329 8 — Courant. Thlr. gr.'pf. 1562 18 8 2) an Verwaltungskoften, einschließlich Porto, Vergütung für den Boten, Drucksachen u. dergl. .- 155 1 4 328 8 — 1717 20 - Das Gold btlrägk in Courant 366 2 — 2083 22 — Bleibt also Ende December 1848 1672 Thlr. 9 Gr. 8 Pf. Courant, wovon circa 1605-J- Thlr. zinslich belegt, sind- (Beschluß folgt.) Oesterreich. Wien, im Dcbr. Die Ostdeutsche Post bemerkt gelegentlich bei der Freilassung Fischhof's Folgendes: Nach dreivicrteljähriger Untersuchungshaft ist cm Mann der Freiheit wiedergegeben, welcher zuerst das freie Wort in Oesterreich erhob. Ein biederer makelloser Mann, bevor ihn die Mauern des Kerkers umfingen, geht er auch makellos aus dem Gefängnisse hervor. Wir wissen recht wohl, daß das mittelalterliche Wort „ab instantia“ auf dem Leben dieses Mannes haften soll. Man erzählt, daß ein Zeuge beschworen habe, daß er in den Oktobertagen auf dem Stephansplatze das Volk zum Widerstande gegen die k. k. Truppen aufgefordcrt habe. Das Märchen, daß er die Berufung Bem^s nach Wien bewerkstelligt habe, ist längst in Nebel zerflossen» Wenn es wahr wäre, daß von dem ganzen Volke, zu dem er gesprochen haben soll,- nur Ein Zeuge aufgetreten ist, könnte dieser Eine Zeuge einen Ausspruch begrüuden, der über ein politisches Leben einen immerwährenden Schleier zu legen im Stande wäre? Fischhoss Prozeß gehört der Geschichte an, sie wird ihr Urtheil über unsere sturmbcwegte Zeit einst fällen. Wir selbst wollen heute weder kaum verharschte Wunden ansreißen, noch Anlaß zu widrigen Erörterungen geben. Pesth, 1. Dcbr. Diese Tage lieferten die freisinnigen Bürger von Pesth einen neuen Beweis von ihrer hohen Toleranz. Es begab sich nämlich eine Deputation derselben zu FZM. Baron Haynan und zwar mit der mündlichen Bitte, er möge der: Juden das Eröffnen von Gewölben verbieten lassen. Der General en chef fragte zuerst ironisch, ob sie den durch dies! Verbot entfallenden SteuerauSfall tragen wollten, wies! sie dann bezüglich ihrer Unduldsamkeit mit strengen Wor-! ten zurecht, und empfahl den Bestürzten, die Perle der kaiserlichen Gnade, die allgemeine Gleichberechtigung, achtungsvoller zu schützen. ES geht nichts über Spießbürgerthum! (C. Bt. a. Böhm.) Lemberg, 28. Nvbr. Die hiesige Zeitung klagt über die Säumigkeit der jüdischer: Bevölkerung in Stellung der Rekruten. Während die Christen ihre bedeutenden Kontingente bereitwilligst fast ganz stellten, haben die Juden z. B. in Wadvwice statt 32 Rekruten nur 11, in Sandee statt 39 nur 1, in Sanok statt 101 nur 23, in Kolomea statt 146 nur 12 gestellt und auch diese meist nur auf verschärfte Forderungen der Negierung. Verlag von C. L. Fritzsche. Druck von I. H. Nagel.

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