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Der Orient · 1849-12-08 · 49 (8.12.1849) · p. Spalte 777-778

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
49 (8.12.1849)
Date
1849-12-08
Page
Spalte 777-778 (sequence 5)
Language
German
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Studien. Literarische Miscellen 778 77? anlajsung der Erlaubniß zum Tempelbau von Seiten des Königs Darms88 in seine Geschichte aufnimmt. Dies würde indessen noch nichts beweisen,. denn Josefus könnte diese Geschichte nach einer Legende und als solche seiner Erzählung eknverleibt haben, wie er auch über Moses Jugend allerlei Sagenhaftes berichtet, ohne einen apokryphischen Exodus gehabt zu haben, oder desgleichen Mythisches von Salomo nach Traditionen mittheilt (s. oben zu den Büchern der Köm in Nr, 42). Wir sehen aber 2) daß Josefus auch in der ganzen Anordnung der Erzählung nicht den kanonischen Büchern, sondern der mehrfach abweichendenden Reihrfolge des E. A. folgt. Eine tabellarische Uebersicht, die auch noch spätrrthin von Nutzen und ohne weiters Erläuterung verständlich sein wird, möge dies näher zeigen. Iofr fus. E. A. Esra,' — sKap. 1.) s2Chr. 35-36.^ Kap« I, §. 1—3 Mitte. . U, 1—15.. .. I. *. 1, §. 3 Mitte — 11, — — §• i Mitce. «o * U, 1 Mitte und §. 2. li, 16—30 I V, 6—24» - m, §.1-9. III—V, 6. — (apokr.) * - §. 10. V. 7-46. II. -- /IV, §.1-3. - 47-73- 111—6 V, 5. - - §. 4-8. ' VI und VII. V und VI. - - z. 9.90 —- — — — * V, §. 1—4/ VIII—IX, 36. VII—X. (Ende - Esra's.) Nehem. - - §. 5. IX, 37-55. VU.73.VM,13. (Ended. Buches) u. bis Ende d.K. - - s- 6.-8. Verschiedene Stk!llen aus Nehem. 88) Dies ist darum der eigentlich apokryphische Theil des Buches, weil es außer fetcfcc Erzählung nichts enthält als freiere Ueberfetzung des kanonischen Esra und anderer biblischer Stücke. Der Inhalt jener Geschichte (E. A. c. 3, c. 5, 6; Jos. Kap. 3 §. 1—9) ist kurz folgender: Darius giebt nach feiner ThronbefteMNg ein großes mehrtägiges Gastmahl. In einer schlaflosen Nacht kommen die drei Leibwächter des Königs, von denen Serubabet einer ist, auf den Gedanken, vor dem Könige einen Räthselwettstreit auszufechten. Jeder soll die Frage: Was ist das Stärkste? zu beantworten und dann seine Ansicht vor dem versammelten Rathe rhetorisch zu begründen suchen; den Sieger wird Darius fürstlich belohnen. Der Erste preist nun die Macht des Weines, der Zweite die des Königs, der Dritte, Serubabel, erst die der Frauen, dann,' als man schon geneigt ist, ihm beizupflichten, schildert er mit gesteigerter Kraft die Macht der Wahrheit. Er wird als Sieger anerkannt, schrägt aber die versprochene Belohnung aus und erbittet sich an ihrer Statt die Erlaubniß xum Wiederaufbau des Tempels, indem er zugleich den König daran erinnert, daß er vor feiner Thronbesteigung bereits dasselbe angelobt habe. - 89 und 90) Hier hat Josefus zwei Stücke, von denen das letztere sich "ar nicht und erstens nicht in derselben Form Es sind also zwei Stucke der Bücher Esra und Nehemia, nämSich Esr. 4-, 6—24 (der Brief der Samaritaner an Artachschaschta und dessen Antwort) und Nehem. 7—-73—8, 13 (das — zweite — Hüttenfest rc.) beim E. A. versetzt und zwar so, daß sich, dadurch andere chronologische Daten für diese Ereignisse ergeben, und durch das apokryphische Stück wird die Chronologie des E« A. noch abweichender von der der kanonischen Bücher; Josefus aber folgt ersterem. Diese Abänderungen selbst, sowie die Art, wie Josefus die chronologischen Widersprüche des E. A. zu vermeiden sucht, werden wir später betrachten; jetzt fahren wir fort unsere Behauptung von der ausschließlichen Benutzung des E» A. bei Josefus zu begründen. Man könnte nämlich immer noch allenfalls annehmen, daß Joskfus auf eigene Hand, nach seinen chronologischen Ansichten, jene Stücke und Thatsachen, unabhängig vom E. A. versetzt habe. Wir finden nun aber 3) daß sich Josefus in Ausdrücken: und Wendungen.durchweg dem E. A. anschließt und zwar mit einer verhältnißmäßig großen Wörtlichkeit und Genauigkeit, die um so mehr überrascht, als in allen früher betrachteten zehn Büchern der Antiqu. die Quellen nie so getreu wieder gegeben sind.90 Wir müssen deshalb durchaus annrhmen, daß Josefus den E» A. griechisch vor sich gehabt und benutzt. Ich könnte den Leser amveiseneinen beliebigen Paragraphen in den hierhergehörigen. Kapiteln des Josefus mit der entsprechenden Stelle im E. A. zu vergleichen, will aber, um denjenigen, welche dies rhun und meine Behauptung nicht ohne eigene Prüfung annehmen wollen, die Sache zu erleichtern, eine Auswahl.von Stellen aus dem E. A. mit den Parallelen aus Josefus hierhersetzen und m Anmerkungen auf die wichtigeren Abweichungen des erstereu von dm hebräischen oder chaldäischen Originalen in den kanonischen Büchern, welche der Leser zur Hand zu nehmen hätte, aufmerksam machen. (Fortsetzung folgt.) Literarische Miscellen. Neber dm Kommentar zum Hohenlieds von Mose b. Rachmarl» Asulai, in Schem ha-Gedolim II. S» 150, Edifr. Ffurt, trug Bedenken, diesen Kommentar Nach man zuzueignen, weil die in demselben zusammengestellte Ordnung der Ge- und Verbote mit der Zusammenstellung derselben in dem Sefer Ha-Mizwot nicht übereinstimmt; ferner findet sich ein Widerspruch mit seinem im Pentatmch-Kommentar ausgesprochenen Grundsatz, daß die Schöpfung aus dem absoluten weder im apokr. noch im kanon. Esra findet. Das Nähere später. ' 91) Nämlich weder in Hinsicht ans Sinn, noch auf Wortlaut; hier aber, ist beides.

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