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Der Orient · 1849-12-08 · 49 (8.12.1849) · p. Spalte 773-774

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
49 (8.12.1849)
Date
1849-12-08
Page
Spalte 773-774 (sequence 3)
Language
German
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773 774 Kritiken. Lebensohn. Schulmann. no&ri N1? nano nosn — und so scheint «Vs die Erbauung einerisraelitischen Krankenanstalt in einem Badeorte überflüssig z um so mehr, als dieser Bau die anderweitig mit größerem Nutzen und ohne Ostentation zu werwendenden Mittel absorbirl. Selbst Karlsbad, wiewohl es seiner heißen .Quellen wegen, eine längere Kur-Saison wie andere deutsche Bader hat, ist noch immer mehr wie die Hälfte des Jahres ohne Gäste. Der Nutzen eines eigenen Krankenhofpitals redu- cirt sich mithin auch nur auf die Halste, oder, was dasselbe ist, die Kosten belaufen sich auf das Doppelte. Ebenso bedarf ein eignes Haus einer eigenen Verwaltung, wie auch in Karlsbad die ganze untere Etage als Wohnzimmer für Verwalter, Prediger und zur Küche und Vorrathskammern verwendet wird. Berechnet man noch dazu, die in einem jeden Hause alljährlich unumgänglich nöthigen Reparaturen, dann darf man wohl mit Recht fragen : Konnten diese Mittel nicht segensreicher, verwendet werden?! Hatte man nicht, Lei guter Anlage des Kapitals von beinahe 12,000 fl. CM., von den Zinsen alljährlich eine große Anzahl armer, kranker Glaubensgenossen in Karlsbad vollkommen aushatten können, ohne daß der Grundfonds zu einem freilich schönen, aber mehr nur äußerlich prangenden Gebäude verwendet worden wäre? Fast könnte man hier, wie jener Lalrnudlst (Talmud jeruschalmi: Schekalim) ausrufen: tod jnd. typt? iWDJ! Wie viel man bei regem Eifer und gutem Willen mit geringen Mitteln ausrichten und wie weit ausreichen kann, erinnere ich mich vor laugen Jahren Ln einem kleinen schlesischen Bade gesehen zu Hadem Daselbst wurden von den wenigen jüdischen Badegästen an 55 Lhlr. für kranke Glaubensgenossen aufgebracht und mit dieser Summe sechs arme Kurgäste vollständig ausgehalten. Es wurden drei Wohnungen gemierhet — (zwei Personen immer zusammen einquartirt) a 20 und 22} Sgr. per Woche, mithin durch vier Wochen für alle drei Wohnungen ausgegeben 8 Thlr. 15 Sgr.; jeder Person wöchentlich 5 Mittagessen in der jüdischen Restauration a 6 Sgr., mithin für 6 Personen durch vier Wochen 20 Lhlr. Jeden täglich auf Frühstück und Abendbrod 2 Sgr., für die zwei fehlenden Mittagmahlzeiten 5 Sgr. auf Wäsche 2 Sgr. in Summa Jedem wöchentlich 21 Sgr., also an 6 durch vier Wochen L6 Thlr. 24 Sgr. Der Rest wurde auf Bezahlung für den Molken u. dgi. (nur die Hälfte'de« Armen hatte Freikur) und zur Anschaffung von Jacken, Socken, Hals- und Taschentücher verwendet. Hinzusügen muß -ich noch, wie eine reiche B—r. Jüdinn die AUmosensammler schnöde mit den Worten abwies: Was berechtigt Sie zu der Annahme mich für Ihre Glaubensgenossin zu halten? — wie aber dagegen die Armen (meist polnische Juden) sich höchst anständig und dankbar benahmen, Keinem weiter durch Betteln Lästig sielen, auf der Promenade nur polnisch mit einander sprachen und sich der empfangenen Wohlthaten durchgängs würdig bewiesen. — Mit der Bitte, die Weitläufigkeit dieser Beurtheilung, wie auch das Herbeiziehen manches hierzu nicht Gehörigen mit der guten Absicht zu entschuldigen, scheide ich heute von dem Leser. E — n. 31) Nmü niDnn. Die Zerstörung Troja's durch die Griechen. Aus der Aeneas des Virgil (das 3. und 4. Buch) in hebräische Verse übertragen von Mich. Josef Lebensohn: Wilna, 1846, 8. (S. 36.) Der junge Lebensohn, kaum 21 Jahre all, ist ein gewandter Stylist auf dem Gebiete der neuhebr. Sprache und hat diese Uebersetzung in achtteilige gereimte Strophen so meisterhaft ausgesührt, daß sie im Neuhebraischen sich keck der Uebersetzung Schillers an die Seite stellen kann. Sein Barer, der bekannte Abr. Bär Lebensohn, leitet das poetische Werkchen durch ein Gedicht 3K ein und sein Freund Kalman Schulmann giebt in Prosa unter dem Titel nU*7 ein Elegium über diese Arbeit. Dann folgt noch eine Einleitung vom Uebersetzer. Am Schluffe ist noch ein -Gedicht desselben niriNri, mitgetheilt, das er vor 4 Jahren seinem a'ltern Bruder zum Geburtstage zug (schickt. Druck und Papier ist ausgezeichnet. 32) mm nDttf. Eine Sammlung von neuhebr. Dichtungen, theils Originalicn, theils Uebersetzungen aus dem Deutschen. Erstes Heft. Von Kalman Schulmann. Wilna, .1847, 8. (S. 48.) Auch dieser Vers, ist noch ein junger Mann in Wilna, der hier eine Probe seiner Befähigung mittheilt, und wie in Harisut Troja so zeigt sich auch hier eine große Meisterschaft in Handhabung des Hebräischen. Dieses 1. Heft enthält : 1) 'rrfoa px bn Owi, Original; 2) niD-iam mn1, nach Schiller; 31 Mb'btJ*, Original; 4) rpm 12 ÜN, der Parder und das Eichhörnchen, nach Meißner; 5) p&ß pm, der Rheinfall bei Schaffhausen, nach üarater; 6) “iparn myn fiKOD, die Abend- und Morgenerscheinung in einem derThäler der Provence, nach Thümmel's Mittheilung in seinen Reisen; 7) ^03 n<Nn, nach Reinhard; 8) jn-*bn. Bei der Kunde daß die Cholera in Rußland (1848) ausgebrochen, Original; 9) rpa nnÜVJ, Original. Es hat aber dieses Gedicht mit jener Feier nichts zn thun. 10) fl Uebersetzt aus: Eine Erzählung aus dev 2. Hälfte des 1. Jahrh.'s in dem isr. Musen-Almanach v. Sam. Meyer, Dr. phil, und R. in Hechingen. 11) np3n^ Original; 12) myn, Original; 13) nWn, Original. Die letzten 3 Nummern sind aus seinem noch handschriftlichem Werke ^Hp net? mHü entnommen. Der Verf. hat auch Sue's Mysteves de Paris ins Hebräische überseht und dieses vorliegende Heft sollte blos als Stylprobe dienen. 33) OmD.M'p. Leichenrede auf den Hingeschiedenen Stylisten M. A. Ginzburg, abgehalten am Ende der Trauerwoche, Mittwoch den 22. Marcheschwan (x-,51) 1846 in MLna, von A. B. Lebensohn. Wilna, 1847, 8. (S. 72.) 49

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