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Der Orient · 1849-12-08 · Heft 49 (8.12.1849) · p. Seite 214

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Journal
Der Orient
Volume
10 (1849)
Issue
Heft 49 (8.12.1849)
Date
1849-12-08
Page
Seite 214 (sequence 3)
Language
German
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— 214 salsgefä'hrten, unT vre Matten Vek Hundertel und SSTau feitb'e ' die nach ihm-, hier:- preußriche? RacheuM dort oft erreichte Wuth getöd'ker, — wenn ich'gerade jctz-t", da unsre Herzen er/ füllt sind von dem begeisternden Gedanken eines einigen freien Deutschlands als Glieder der großen und freien Völkerfamilie, die dem Blute, den GefaKnem entsprikßen .mi M uM muß — - wenn ich grade in diesem Augenblicke an Jellinek, den Juden, erinmte; Geht es doch dem Juden nicht anders A vrote überhaupt jedem Menschen mit seinem Vat-eelÄnde^ Mag er alA Deuker spotten und lächeln über das Gerüst des Patriotismus, das die Aussicht aus das schöne, herrliche Gebäude desKosmo-- politismus zeitweilig noch verbirgt; mag er sich den Begriff Vaterland noch so logisch aus ftinernHirn herausdemonstriren, aus seinem Herzen vermag er es nicht zu verbannen; hier blüht, einem verborgenen Veilchen gleich, die Liebe zum Vaterlande fort und fort. Und in trüben Tagen fern von den Heimath und von den Lieben, und fern von den Freunden der.Jugend, da erfreut er sich wohl des sanften Duftes, den das Veilchen verbreitet, das ihm unbewußt in seinem Innern fortkeimte und blühte. Und so auch der Jude. Ist auch mit der Auferstehung der Völkerfceiheit seine Mission, als Priester der Gottheit, als Priester des Freiheitsideals, das in der Geschichte als Gottheit sich offenbart, unter den Völkern umherzuwandeln, sich selbst drücken zu lasten, aber in diesem Drucke, den Völkern das Vorbild zu geben eines erhabenen Aufschwungs zur Freiheit, ihnen zu zeigen das Beispiel des standhaften Dulders für das was man als wahr erkannt, des kräftigen und energischen Widerstandes, den keine Macht zu brechen vermag, und endlich bei diesem Drucke das Salz zu sein, das die Volker Europa's am Verfaulen hindere — diese Mission, diese Aufgabe des Juden, ist sie auch als erloschen zu betrachten, in dem Augenblicke, wo der Geist der Freiheit feste Wurzel geschlagen in den. Herzen der Völker — auch der Jude hat ein Herz, und auch in seinem Herzen hat jenes Veilchen sich ein bescheidenes Plätzchen ausersehen, dort blüht und keimt sie jorr.die Liebe des Juden zum Juden. Nicht an (Zeremonien gefesselt, nicht des Bodens orthodoxer Beschränktheit bedürfend, sproßt dieses Blümchen grade in den Herzen begabter und gebildeter Männer, die ferne stehen von den Formspieleceien und Alfanzereien ihrer Stammesgenofferi; ja selbst die, die äußerlich sich losgefagt haben vom Judenthume, die Anhänglichkeit an ihre Brüder von früher konnten sie nicht ganz aus dem Herzen reißen. Es ist aber nicht Stammesanhanglichkeit allein, und es ist noch ein anderer Gedanke der mich erfaßt, wenn ich spreche vom Juden Jellinek. Man irrt sehr wenn man im Juden, selbst im minder gebildeten nur das Bigotte, das Frömmelnde zu finden meint; es giebr ein anderes wichtiges Moment, das im Köpft des Juden seinen Wohnsitz aufgeschlagen hat, es ist dies das revolutionäre Element. Ja die Blätter, die von Re- ^gferunUÄv'etzek die Indem alsdas': Perpetuum mobile der Revoluttom bezeichnen,, haben Recht,, d>r'e Juden sind revolutionär. Freilich, Rcichthum hier und Nahrungssorge dorr, und Furcht und Schwäche, vor Allem aber der blinde abergläubische Fanatismus , haben dr'-es- Elemen t viel fach gedämmt,, ohne es. je : «nWetz £41 Haben;- and Äe Partel^deO Rückschritts, dW als die siegreiche vielleicht gegenwärtig eben so viel Juden zu Anhängern zählt, als die des Fortschritts, möge Mim Acht ^nehmen, vor diesen ihren jüdischen Freunden. Die Juden sind ^gefährlich — dennd^nke n: Denken aber ist das Schibolet des Fortschrittes, ist der Kernpunkt der Revolution; denkenist die gefährliche Barrikade, daran schon so mancher Thron zersplitterte, ft manche Kanzel der eerU-sia militans der streitenden Kirche zerschellte; und früher oder später, an ihr wird die lawi'nengleich heran springende Gott sgnaden schaar vernichtet, vernichtet schneller und nachhaltiger, als es Piken und Sensen der gedankenlosen Menge vermöchten. Die Juden sind revolutionär. — Und ist' nicht ihr ganzes Dasein ein Protest gegen Pfaffen und Bischöfe; sind sie nicht ausgeschaffc und ausgesaugt worden von Königen.und Prälaten, und dennoch sind sie wieder im Lande, hat man sie nicht getödtet und verbrannt, uud dennoch leben sie noch; entzog man ihnen nicht Bildung und Wohlstaud, und dennoch sind sie vermögend und gebildet, hießen die Fürsten sie nicht ihre Schutzjuden, und dennoch verlangen sie nicht mehr ihren Schutz? Jellinek war ein Jude. Nicht zwar ein solcher wie! pfäffische Rabbiner? sie sich wünschen zu gehorsamen Beichtkindern, fleißigen Synagogenbesuchern und andächtigen Zu-! Hörern; Jellinek war Jude, — er dachte, er forschte;, und hätte er dies nicht gethan, hätte er mehr, gebetet als gedacht — wer weiß, ob er je den Muth gehabt hatte, so furchtlos anzukämpfen gegen die Tyrannei, und so standhaft in. den Tod zu gehn, wie er es that. Jellinek war ein Jude, — und starb für deutsche Freiheit.. Blut kittet gut. Alles, was noch Großes und Edles auf Erden errungen worden, derGeist, der Gedanke hat eshervorgerufen, aber das Blut hat ihm den Stempel der Vollendung ausgedrückt. Auch J.'s Blut wird der Cement werden, auf dem neben anderen der Einheits- und Freiheitsbau Deulschland's erstehen wird. J.'s Blut wird aber auch der Kitt sein, der die deutschen Stamme, der die verschiedenen Konfessionen vereinigen wird, J?'s Blut wird verwaschen die Gehässigkeiten und den Glaubenszwist, den Pfaffen und Räthe unter deutschen Brüdern so oft anzufachn suchten. Wie I. im Leben den scharfen Geist des Juden mit dem tiefen, gründlichen Forschen des Deutschen zu einen wußte, so wird sein Tod mit ein Bindemittel werden zu einer festen, innigen politischen nicht nur, sondern auch socialen Verbrüderung zwischen Juden und Christen. Und wenn noch je Einer aus der vermoderten Rüstkaittmer die verrosteten Waffen des Judenhasses! hervorholt, so führt ihn hin auf den Währinger Kirchhof, an

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