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Der Orient · 1849-12-01 · Heft 48 (1.12.1849) · p. Seite 211

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Journal
Der Orient
Volume
10 (1849)
Issue
Heft 48 (1.12.1849)
Date
1849-12-01
Page
Seite 211 (sequence 5)
Language
German
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211 Hier ein Gedicht mitzutheiten, welches der gelehrte Hrt. Ph. Kee in 2larhuö in dänischer Sprache vor Kurzem cdirt, es in der That der herzlichste Ausdruck der Empfindung ber hierländischen Inden für ihren König, wenn auch in origineller, eigenthümlicher Weise ist. Das Gedicht lautet: Mosaisches Evangelium oder eine freudige Bot- (Jjaft von einem mosaischen Glaubensgenossen in Jütlimd, bei Veranlassung der Throubesteigllug des Königs Hederich des Siebenten. (Aarhus, Ä848.) ZWie ehedem Saul — schwach im Geisse —1 (Christian 7.) A Beneidete David, den Gesang des Volkes;2 Strengheit hielt er den Zaum ein Und zwang das Volk zur Gehorsamkeit. So drohete das „Königsgesetz" (lnkairntlich höchst despotischer Art) E Jedes Mannes Brust — wie Sauls Dolch —; 1 Aber mit dem Segen von oben ) Kam der sechste Friedlich zu seinem Volk. (Frieden 6.) ’j Wir sahen ihn bi§ alte Gesetz verändern, 1 Da er den Saamen der Freiheit ausgestreut3 1 Er selbst — er liebte auch Andere i Welche anbeten ihrer Väter Gott. 4 * Wie Saloirio, in dem Tempel Israelis So hat Christian in acht vollen Jahren (Ehr. 8.) Gefordert aufgedrückt den Stempel der Gleichheit Verbesserung eines jeden Mannes Schicksal.6 Er strebte für — aber sah die Erndte nicht,,7 8 9 Obzwar pflegend seines Vormanns Feld; Aber die Taube, jetzt, mit dem Oelzweig Sehen wir, gleich damals in der Arche Noah's.^ Wie Alle daselbst in Frieden versammelt waren, So herrschte Friede zwischen Friedrichs Vokk.^ Denn bis jetzt wir im Finstern tapfren; Aber nun haben wir einen Freiheitsdolmetsch.10 * König Pharaohs FtnsLerniß! Ach, ich schrecke zurück!" — Dort waren wir in Sklaverei vierhundert Jahr —12 Der siebente König Friederich leuchtet Und Licht verbesserte das Schicksal Aller. 1) Hebr. Schaut. (Chr. 7 war auch schwach im Geiste, nd der Kronpr. Frieder, regierte.) 2) I Sam. Kap. l8. 3) Verordn. 1831 der rathgebenden Stände 4) Verordn. 18>4. Das Bürgerrecht ertheilte erden luden vollkommen Ao. 1814. 5i 1 Kön. 8, 4l. 6) Er verlangte das Bürgerrecht der Juden in Holstein nd Schleswig. (Er konnte dies als Herzog daselbst, wo jenes lKönigsgesetz" nickt galt, nicht durchsetzen.) 7) Er soll njy rj',D an einer aLügemeinen Konstitution earbeitet haben. 8) Beim Aufhören der Sündfluth 1 M. 8, 11. 9) Das war einige Lage bevor der Krieg in Schleswig lUsbrach, als dieses geschrieben wurde. — I 10) Als Kronprinz sagte er schon, daß er eine freie Verdsiung geben will. Der Vater fürchlele die „aroßen Mächte." i Beim Aushören der Arestokratie. Reskript 28. Jun. [848. (Im Dänischen heißt der, der der Sache der Freiheit spricht, poet. ein Freiheitsdolmetsch, j 11) 2 M. 10. 21. s 12) Die Sklaverei in Egpypten dauerte 400 Jahr, ebenso des dänischen Königsgesetzes Geist. (Dies Gesetz selbst ist 1660 gegeben worden.) Kleine Ausflüge in's Gebiet Wischer Geschichtschreibung unserer Zeit von De. I. M. Jost. Es sind jetzt mehr als dreißig Jahre, also fast ein Menschenalter, daß der Gedanke, „auch die Juden haben eine Geschichte" in unserem Vaterlande sich geltend machte. Bis. dahin kannte man itiir. einzelne Berichte, Streitschriften, Schmach- und Schimpfbüchlein, und hie und da auch wohl Vertheidigunge-Versuche. An die Herstellung einer umfassenden Geschichte dachte ich in meiner Jugend, wenn ich nicht irre, als der Erste, freilich mit nicht geringer Ueberschätzung meiner Kräfte. Dies Geständniß mag ich nicht unterdrücken, während ich das Verdienst, den ersten Gedark.en gehabt zu haben, anspreche; ohne eine solche Ueberschätzung wäre ich aber ebensowenig ans Werk gegangen, wie mancher Vorgänger, der vielleicht schon die Absicht hegte, und vor den Schwierigkeiten zurückgewichen sein mag. — Seit jener Zeit aber hat die Geschichte der Juden, einmal ins Leben gerufen, viele tüchtige Gelehrte beschäftigt, und die mannigfachen Lücken, die ich nicht auszufwllen vermochte, und die Irrungen in die ich, allein gehend, öfters gerathen mußte, haben Gelegenheit . zu Erörterungen gegeben, aus denen sehr dankenswerthe Belehrungen hervorgingen. Ich selbst habe sowohl die freundlichen Fingerzeige unb. Berichtigungen alö die feindlichen Angriffe , woran es die jüngern Gelehrten nicht fehlen ließen, dankbar anerkannt, und so weit es sich, ohne Umarbeitung des ganzen Kolosses geschehen konnte, benutzt, und zu Zeiten der Gelehrten-Welt darüber Aufschlüsse gegeben. Die Wahrheit geht über alles. Sie wird nicht immer im ersten Anlaufe gefunden. Nunmehr aber bürste man mit Recht erwarten, daß diejenigen, welche sich mit der Geschichte der Juden befassen, nicht mehr einzig und allein auf die ältern oft sehr trüben Quellen, zurückgeheZi, und so zu sagen, immer wieder von vorn anfangen, so daß neue Jrrthümer entstehen müssen, sondern daß sie das bereits Geleistete kennen, und was als ausgemacht feststehc, nicht abermals in Verwirrung bringen. Leider entsprechen manche Schriften der neuern Zeit dieser gerechten Anforderung durchaus nicht. Insbesondere scheinen die Engländer, welche der jüdischen Geschichte im Allgemeinen me.br Aufmerksamkeit zuwenden, als andere Völker, von dem, was in Deutschland geleistet worden, wenig Bemerkung zu nehmen. Im Augenblick lese ich das 1841 erschienene: Sephardim von James Fi n n, ein in sehr wohlwollendem Geiste geschriebenes Ruch, welches viel Interessantes darbietet, aber an dem bezeichneten Gebrechen so sehr leidet, daß man es im höchsten Grade besagen muß, zumal das Werk, wenn ich recht unterrichtet bin, große Verbreitung gefunden hat. Ich

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