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Der Orient · 1849-12-01 · Heft 48 (1.12.1849) · p. Seite 212

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Journal
Der Orient
Volume
10 (1849)
Issue
Heft 48 (1.12.1849)
Date
1849-12-01
Page
Seite 212 (sequence 7)
Language
German
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- 212 - halte es daher für angemessen, einige augenscheinliche Jrrthümer, welche ich darin gefunden, aufzudecken, damit solche nicht durch Andere weiter verbreitet werden. Es wird nicht nöthig sein, dieselben erst unter besondere Rubriken zu bringen, vielmehr will ich sie nach der Ordnung des Werkes, wie sie nacheinander Vorkommen, hierher setzen und kurz beleuchten. Gleich in der Vorrede behauptet Hr. Finn, der Unterschied zwischen den spanisch-portugiesischen und den polnisch-deutschen Juden sei bisher in Geschichtswecken nur in sehr flüchtigen und gedrängten Bemerkungen angedeutet worden. Wer nur einen Blick auf die neuern Arbeiten der jüdischen Geschichte geworfen hat, muß sich darüber wundern. Er sagt sogar Uh) general histories of modern Je\vs have treated of them as «ne peopcle per.se, und hätten gar keinen Unterschied gefunden zwischen den Juden Granada's des 12. Jahrh. oder den Kastilischen des 14., von den gleichzeitigen Polen und Russen. Man kann in der That kaum dreister aufschneiden 1 S. 28 wird erwähnt, daß nach Seder Olam von R. Jose b. Hilpetha im 3. oder 4. Jahrhundert stM Jose Lebte im 2., das Buch ist aber nicht von ihm) Vespasian viele Juden vom Stamme Juda nach Spanien verpflanzt habe. — Abarbanel continued the story (soll wahrscheinlich bedeuten , erzählt ähnliches. ttis soni,»-la^ Manasseb den Israel u. s. w. Unbegreiflich! der Schwiegervater starb behekanntlich i508 oder 9, und der Schwiegersohn unterhandelte bekanntlich 1657 1k. mir dem Protektor! Und das schreibt ein Engländer!. Welch vertrauen kann man hier noch zu feiner Sachkunde haben? 48 erzählt Hr. Zinn, die Mischna sei von R. Juda dem Heiligen redigirt und herausgegeben, und so eine von Saddukaern, Karäern, Samaritern und Ebnsten vielfach lächerlich gemachte Tradition, dennoch Gesetz geworden. Wo ist etwas von Karaim in dieser Hinsicht zu finden? S. 151 wird berichtet, R. Joseph Berabbi (dieser Name kommt bei den jüdischen Literatoren nicht vor; er hieß den R. Jizchak den Stanas den Abitur!) sei exkommunicirt worden und habe den Namen Satanas sich zugezogen, sei dann in Damaskus gestorben, und man habe einen Stein auf seinen Sarg gelegt. Letzteres meldet keine Hauptqmlle, wiewohl es wahr ist, daß Ben Stanas in Damaskus als Gebannter starb. S... 1.73 erfahren wir, daß Isaak b. Gajat aus Lucena ein Neffe war von drei berühmten Rabbincn, Samuel, Jakob und Isaak, Söhnen des R. Meir den Samuel. — Er starb aber, wie Finn selbst sagt 1089, und Samuel den Meir ist geboren 1085. Alle drei Brüder lebten über die Mitte des 12. Jahrh. hinaus. Abgesehen also von der ganz bedeutungslosen Zufälligkeit einer Verwandtschaft mit mehreren, lange nach ihm erst bekannt gewordenen Gelehrten, ist es fast unmöglich, daß er deren Neffe sein konnte. Er war es auch nicht. S. 175 steht Zacharia the Eevite statt Serachja. — Auch ist dort R. Abraham b. David unrichtig als Neffe des R. Isaak b. Baruch angegeben. S. 176. Bei R. Josef b. Meir fehlt der Name Jhy Magas, welcher hier bezeichnend ist. Finn nennt diesen S. 202, ohne Nückweisung, hält sie also für zweierlei. In allen bibliographischen Angaben zeigt sich die voll-) ständigste Unkunde. Selbst de Rosst, welchen Finn als feint| Quelle angiebt, ist nicht gehörig benutzt. Man sehe nurAbe^ Esra, S. 193 ff. Die Jahrzahl 1260, S. 197 ist wohl ei^ Druckfehler. — Viele Bücher werden ohne Angabe ihres Jn-^ Halts genannt. 222 wird bedauert, daß R a sch i nicht au^ eine Reisebeschreib u ng herausgegeben hat! — 272,1 Moses de Gozzi of Jtalian family but born in Spainjl — ein verzeihlicher Fehler, doch konnte man 1841 schon rich-Z tig schreiben aus Co ucy und angeben, daß er' fein Werk inj Spanien schrieb (um 1236). t Im Uebrigen sind die Gesetze wider und die Verhandle gen über die Juden in Spanien mit vielem Fleiße gesammelt und in dieser Beziehung ergänzt das Werk um ein Bedeutendes die jüdische Geschichte. I Dennoch ist auch hierin noch eine Nachlese übrig ge-j lassen, welche wir in einem andern Werke vorsinden: The History of the Jews of Spain and Portugal! etc. by E. H. Lindo 1848. | Der Verfasser erklärt', sehr vieles aus spanischen Hand.j schriften entlehnt zu . haben, und wir haben keine Ursache^ seine Angaben zu bezweifeln. Er liefert sehr ansehnliche Bei! träge zu den Verfolgungsgeschichten. Merkwürdig ist indeß auch hier die Dürftigkeit der Darß ftellung innerer Angelegenheiten, obwohl der Verfasser viD besser unterrichtet ist von der jüdischen Literatur als feiil Vorgänger. Fehler finden sich freilich auch hier. Den MoW Mikozzi beschreibt er gerade wie jener. — Daß Salomo 6| Aderet Oberrabbinec aller spanischen Juden gewesen sei (G 112) möchte sich wohl nicht erweisen lassen; es wäre audl nicht gut möglich. Der Streit über das Studium der Phiß lol'vphie wird hier mir einer einzigen Zeile abgethan, wäh-ß rend er einen Mittelpunkt sehr merkwürdiger und vierjährige ß Bewegungen bildet. Die Literatur leider an demselben Feh ler, der an Finn schon bemerkt worden, obwohl einige Werk!^ deutlicher bezeichnet werden. Von Vollständigkeit kann diis Rede nicht sein. Eine Darstellung der Sitten und Bestrej bungen der Juden in Spanien wird hier wie dort vermißt ) Inzwischen ist das Lindo'sche Buch nicht gehaltlos und frf die äußere Geschichte finden wir darin schätzbare Beitrages die jedoch nur mit Vorsicht benutzt werden dürfen, weil du i Verfasser augenscheinlich des Arabischen unkundig ist und öfter!| in den Namen fchlgreift. Auch die chronologischen Angabeiß bedürfen einer besondern Prüfung. s Druck von J.H. Nagel. Verlag von C. L. Fritzsche.

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