Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 46 (17.11.1849)
- Date
- 1849-11-17
- Page
- Spalte 733-734 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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733 734 Studien. Zur neuesten Geschichte der Juden in Mähren. Bun ist aber das Wörtchen og zweifelhaft, in den codd. und bei dem Veiv Int. fehlt es; es ist daher in den gedruckten 2tusgaben, wo es steht, jedenfalls nur eine Emendatlon, da Iosefus allerdings nicht alld nul o ngoy, ’le£. TtgcSzog geschrieben haben kann. Ist es aber eine bloße Konjektur der ersten Herausgeber, so sind wir nicht im Mindesten daran gefunden und dann möchte ich doch lieber (wie schon bemerkt) coD o TtgeSzog oder bloso TtgeoVi. lesen. Dann haben wir nicht mehr den Nachdruck des zuerst, sondern nur eine gelegentliche Bemerkung: „und zwar schrieb Elfterer hierüber zwei Bücher.'" Ich gestehe übrigens zu, daß dieses nicht sehr schlagend i(t7S und wir tyätten noch immer die Wahl, ob wir dem Irrem, oder dem Ezechiel zwei Bücher zugeschrieben haben wollen;^ indessen ist die Entscheidung hierüber für unfern Zweck nicht so wichtig, genug daß Jos. Einem von Beiden L Bücher beilegt, wir also bei der Zählung Jeremias und Ezechiel für drei Bücher rechnen müssen.^ Eichhorn hat Josias an, während Ezechiel bei seiner Deportation mit Jojakim, also 29 Jahre später, nach Iosefus It.i itätig ist (fietje öden bei Ierem.). Welche Stellen im Jeremias man zu Iosefus Zeit auf die Zerstörung Jerusalems durch die Römer bezogen haben mag, wüßte ich nicht anzugeben, ich habe kein Citat anzuführen als Joma 10u. 75) Man könnte unserer Auslegung entgegenhalten, daß dann besser ngoTsgog stehen würde. 76) In der Anmerkung wollen wir noch zwei andere Auffassungen, die Eichhorn ebenfalls ansührt, erwähnen. Ein Autor (in der AUgem. deutschen Bibl.) meint: „die Worte haben, wie uns dünkt, auch wegen des ausgelassenen o§ in den Handschriften das Ansehen einer Randglosse u. s. w. „Josefas selbst würde die Anmerkung schon vorher, wo er vom Jeremias redet, gemacht haben." Aber wenn man überall wo eine Variante ist, eine Glosse annehmen wollte! Einer solchen sieht auch der Satz gar nicht ähnlich; ygdipctg zeezthnbv, so exquisit schreibt kein Glossator, der würde sich mir tygatyev begnügt haben; jener Ausdruck ist vielmehr, wie man schon aus den eit irren Stellen sehen wird, echt josephinisch. Die andere Bemerkung siele, wenn wir es auf Ezechiel bezögen, ganz weg, bedeutet aber auch sonst nicht viel. Ein Anderer (Gört. gel. Anz. v. 1761) will der Stelle durch andere Interpunktion einen anderen Sinn geben: og TCgcazog mgi zovzaiv dvo, ßißlLa ygdiptcg rr. „Ezechiel, welcher zuerst über diese zwei Dinge (das babylonische und .römische Exil) Bücher schrieb"; wobei er dann den Plural (hß?Ucc uneigentlich nehmen will (siehe bei Daniel). So wollte schon Petit (bei Havere.) interpungiren, nur emendirte er auch ßißttcc in ßißli ov d («in Buch). Daß dies falsch ist, ist oben gezeigt; Ezechiel hat nicht zuerst darüber geschrieben. — 77) Was die Sache selbst, die Theilung von Irr. oder Ezechiel in 2 Bücher betrifft, so gehört eine Besprechung tiefer Angabe und ihrer Konsequenzen nicht hierher., Ich bemerke nur, daß Eichh. die Zweitheilung des B. Jer. für sehr begründet hält; der erste Lheil soll aus 1—24 der zweite aus 26—45 bestanden zwischen beiden, zum ersten oder zweiten gehörig, die Weissagungen über fremde Völker (25 das freilich nicht gethan, und ohne in seiner Hauptabhandlung über ben canon Jusephi unsrer Stelle mit einer Sylbe zu gedenken, so Ezechiel als Jeremias je für ein Buch gezählt. Das geht aber nicht, denn wo Iosefus (mag die Bemerkung nun nur beiläufig gemacht, oder das „zuerst" mit Nachdruck hervorgehoben sein) so bestimmt von, zwei Büchern spricht, da müssen wir ihm auch zwei berechnen, sonst dürfte er auch die 5 B. Moses nicht für fünf zählen. -~ (Fortsetzung folgt.) Zur neuesten Geschichte der Juden in Mähren. (Fortsetzung.) §. 68. Synagogen von 70 bis nahe bei 120 Familien haben einen Religionsweiser, der zugleich erster Lehrer und Prediger ist, einen zweiten Lehrer, der zugleich Vorsänger und Schächter, einen Kleinkinderlehrer, einen Lehrgehilfen und einen Synagogendiener. §. 69. Synagogen von 120 Familien und darüber haben in der Regel einen Rabbiner, der zugleich Prediger ist nmd ebenfalls nicht nur die Ortssynagogenschule zu überwachen, sondern auch den Religionsunterricht der höhern Klaffe so weit erforderlich, persönlich zu ertheilen hat. Der erste Lehrer ist zugleich Vorsänger, der zweite Lehrer zugleich Schächter. Sie haben überdies einen Kleinkinderlehrer, zwei Lchrgehilscn und einen Synagogendiener. §. 70. Der Bezirksrabbiner (§. 138) ist ebenfalls zugleich Prediger und hat sich so weit möglich an dem Religionsunterrichte der Orrsschule zu betheiligen. Namentlich obliegt ihm die erste Fortbildung der aus der talmudischen Vorderestungsklaffe entlaffenen jungen Talmudbeflissenen. Den übrigen Unterricht besorgt an einem solchen Bezirksorte ein erster und 46—51) gestanden haben. Hieraus glaubt er die Verschiedenheiten des hebräischen und griechischen Jeremias am besten erklären zu können. Neuere, welche diese beiden Recensi'onen weiter erforscht, (namentlich Movers) haben jene Annahmen bedeutend modifioirt, auch reden sie mehr von verschiedenen „Bearbeitungen" als „L heilen" des Buches. Indessen ist daraus soviel zu entnehmen, daß sich für Ziweitheilung des Jeremias noch andere historische Belege oder Stützen finden, bei Ezechiel aber sonst nirgends eine Spur. Da es mich nicht wundern sollte, wenn aufmerksame Leser inzwischen auf den Gedanken gekommen wären, daß „das zweite Buch" die Kläglicher sein könnten, wir alsohier gar nichts Neues hätten; so will ich, um ihnen die Freude über die Entdeckung, den Freunden aber, die so rathen möchten, den Verdruß über meine Kurzsichtigkeit zu nehmen, hier gleich bemerken, daß auch ich diesen Einfall gehabt, und auf weiter unten verwiesen.