Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 45 (10.11.1849)
- Date
- 1849-11-10
- Page
- Spalte 711-712 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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711 Studien. Der Bibelkanon des Fl. Iosefus, 712 'Äie prophetischen Andeutungen im zweiten,, und achten Kap. Dan. giebt er sehr vorsichtig wieder. „Was der Stein (2, 34) bedeute, wolle er nicht sagen, denn er habe nur Vergangenes zu erzählen versprochen, nicht das Zukünftige." — Als ternmuis ad quem für die Weissagung im achten Kapitel (dem er als Einleitung die Verse 10, 7—9 voran schickt — Kap. 1 1, §. 7) bezeichnet er auf das deutlichste die Zeit des Antiochus, und so auch Ant. 12, 7, 6 vergl. Bel. Jud. J, 1, l.64 — „Aber auch die Unterjochung durch die Römer habe Daniel prophezeiht,lr darunter kann eben nur der Traum Dan. 2 verstanden werden, und es ist deutlich genug, daß Jos. den Stein auf die Messt'aszeit bezieht, nur will er von einem Untergange des vierten Reiches — welches ihm mit dem vierten Reiche des achten Kav. also nicht identisch ist — nicht reden. Ueber das Verhältniß zu der JL.XX kann ich für das B. Daniel keinen Aufschluß geben; die in den gewöhnlichen Ausgaben enthaltene Version des B. Daniel ist die Theodotions, die LXX ist zuerst Rom 1772 herausgegeben worden, und mir nicht zugänglich. Ich hoffe jedoch durch Güte eines Freundes in den Stand gesetzt zu werden, dies spater nachzutragen. Noch eine- Stelle dürfen wir jedoch nicht mit Stillschweigen übergehen. Von dem Buch Daniels, den Iosefus als Propheten sehr hochstellt,05 tefen wir bei ihm (Kap. 11 §.7) Tot : ßißXia, oök drj GvyyQccipd^svog KctTCcXslovTisv,. ävccyivcoGKETcu 7tdQ riidv etc vvv. Der Plural ist auffallend; sollten darunter wirklich mehrere Bücher Daniels zu verstehen sein? Wir finden aber von pseudepigraphischen Schriften unter Daniels Namen weiter nichts, als die bekannten Zusätze der LXX, von Susann« u. s. w. An diese hier zu denken und sie etwa als besondere Bücher zu zahlen ist nicht wohl möglich, denn Iosefus würde von dem Inhalt derselben irgend Etwas erwähnen, wenn er sie gekannt und als danlelisch und kanonisch betrachtet hätte. Auch die Annahme, daß Iosefus unfern Daniel etwa in zwei Bücher getheilt haben sollte (Kap. 1—7 und 8—12 oder ähnlich) genügt nicht das oc?« zu erklären, bei dem zwei, wollte man es einmal genau nehmen, nicht ausreichen würden. Da übrigens auch die Zusammenzählung aller Bücher später ergeben wird, daß Daniel nicht für mehr als eins gezählt sein 64) Auch Ant. XI, 8, 5 wird Daniels Prophezeiung angeführt. — Irrthümlich meint Friedmann (LB. 1849, S. 467), daß Jos. auch in obiger Stelle (X, 11, 7) die Prophezeiung Daniels auf die Römer beziehe. Auch die Stellen B. Jud. 4, 6,,3; 6, 2, 1, die Friedmann mit mindern hierherzieht, sind dunkel; es ist schwer zu bestimmen, ob da überhaupt von Daniel die Rede ist. 65) Er hebt nämlich hervor, daß Daniel nicht nur die Zukunft vorausgesagt, wie die ührigen Propheten, s-ondern auch tov nctiqov di>()c£sv, sig ov zavzec aTtoßriGEzcU^-^is naue Zeitbestimmung für das Eintreffen; ferner hätten die übrigen Propheten Uebles'geweiffagt, Daniel aber fei ntm — könne, so sind wir genöthigt, den Plural nicht zu urgiren, auch bei Jesaja heißt, es (Ant. X, 2, 2 siehe Annu 66) ßißXocg kccteIluev es ist »eine NDttl, quasi ein [Mur. niajest. — Es folgt nun in der Reihe der von Iosefus benutzten historischen Bücher Esra-Nehemia und daun noch Esther. Da. sich Hier größere Schwierigkeiten bieten und die Besprechung beider Bücher uns in einigeDigressionen ziehen wird, so wollen wir vorher die in den bereits durchgegangenen Theilen des Iosefus (bis Ant. X Ende) beiläufig erwähnten biblischen Bücher anfiihren und das Nöthige darüber bemerken, um dann den Faden wieder aufzuuehmen. 8. Jesaja. Von ihm ist in der Geschichte Hiskia's (Ant. IX, 13 bes. §. 3 und X, Kap.. 1—2) erzählt; sein Buch wird erwähnt X, 2, 2. „Da nun dieser Prophet (Jesaja) nach Aller Meinung gottbegeistert war und bewundernswerth wegen der Wahrheit (seiner Prophezeihungen), so hinterließ er, rn der festen Zuversicht, daß er durchaus nichts Unwahres gesagt habe, alle seine Prophezeihungiw schriftlich u. f. xo>" 56 — Sodann Antt Xl5 I, % „Dies Lernte Eyrus aus dem Buche, welches Jesaja, 210 Jahre vorher — ausgezeichnet hatte. Dieser sagt nämlich, daß Gott im Geheimen gesprochen habe: Ich will, dass Cyrus, den ich zum König'vieler großer Völker gemacht habe, mein Volk in sein eignes Land sende und meinen Tempel erbaue."07 ' Hier ist die Stelle Jes. 44-, 28; 45, 1 gemeint. Endlich werden Ant. XU!, 3, 1 und B. Jud. VII, 10, 3 die Verse Jes. 19, 18—19 in Beziehung auf den Tempel zu Helliopolis erwähnt.68 ' 9. Ezechiel. Die Hanptstelle steht Ant. X, 5, I. Ovzog o 7tQoqprjtrig i^lEQEfliag) HCCC TU (ItÄloVTCC T-Tj HoXeC dsiVU 7tQ0SM]Qv£EV, sv yQccfifiaGc Huzuhxmv %cd T7jv vvv sep5 tfficov ysvoßiswjv aXcoGiv zrjv zs Buß'vXGoviciv* cclqegiv. Ov (iovov de ovzog 7tQ0E^TEGziG£ zctvza zoZg 6%loLg y dXXd %cd o tcqqqprfzjjg ’lsfenlriXog, og TtQcozog tceqc tovtcov dvo 66) V£lv ovzo'g o TrQOtprjzrjg dfioXoyovfiEvcog d'slog nocl d'avfidGiog zrjv ■dXtfd'Ecctv \ tcetcoi&cos tw ^rjdlv oilag 'ipEvdeg eltveIv, unccvzu ogdc TtQoscptfrsvGcv syyQU'ipag ßtßXocg HUZSliTCEV iz TOV ZSXoVg yVCQQlG&7]G0(J,£VCl zoTg ctv&cg dvd'$co%oig. 67) Tavzcc d? syvco Kvpog dvuyivcogkcov zo ßtßXCov9 o T7}g avzov TTQOfpyzELccg d "Hguiug huzeXctce , tiqo ezüSv ÖLaZOGlCOV HCCC dEKCCr Ovzog yCCQ £V CCTCWQQrjZCp rjLTZS T0CVZC& XsyEiv zov , ozir „ßovXop^uc Kvqov syco , ov- TtoXXcov sQ'vcov %al (icEydXcov dzesdEt^u ßuGcXscc}. ns/Li'ipca pov tov Xccov seg tr\v Idcccv yrjv nah oixodo[irj6eti jlcov tov vaov.u 68) Iosefus scheint aber nicht gelesen zu haben, weil er es sonst wohl bemerkt haben würde. ’) Baßvlcovog haben viele -codd., dies wäre besser griechisch , gäbe aber einen andern Sinn, und paßte nicht im den Zusammenhang.