Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 45 (10.11.1849)
- Date
- 1849-11-10
- Page
- Spalte 707-708 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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707 Studien. Uebei* ein hebräisches Lexikon, von Dukes. dies doch nicht hin, ein Uetheil über den Inhalt eines Buches abzugeben. Hr. St. sollte doch aus eigener Erfahrung wissen, wie schwierig es oft ist, selbst wenn man das Buch vor sich hat, augenblicklich den Inhalt anzugeben, wenn man cs nicht ganz durchgelescn hat, und oft sind Verwirrungen daraus entstanden, daß man nicht das ganze Buch gelesen hat. Wir sind z. V. begierig, was die Collaboratoren über das .-)5)0 des gjfaimutu berichten werden, da dieser Ausdruck keinen Aufschluß über das Buch selbst giebt. Hat man es-aber durchgelesen/ so weiß man gleich, daß es erstens nicht vonMaimünr ist, und zweitens daß es mit dem 'Tippn “)DND des Maimüni - wie ein berühmter Gelehrter der Neuzeit vermuthet hat, nicht in der geringsten Verbindung sieht. Wir kehren nach dieser kleinen Digcession zu dem hebräischen Wörterbuche des Joses Ha-Jewani zurück. Das Wörterbuch dieses Gelehrten ist den jüdischen und christlichen Bibliograpraphen unbekannt geblieben. Wolf (Bibliotheca hebraica Ul. S. 393) erwähnt es zwar, aber er war nicht in den Stand gesetzt, etwas Genaues darüber zu sagen (Vergl. auch weiter unten Note Nr. 20.) Die Bodleyanische Bibliothek besitzt es (Huntington Nr. 161). In dem Katalog von Ure (Nr. 475) ist es fälschlich einem andern zugeschrieben, es sist daselbst ein ehemaliger Besitzer mit dem Verfaffer verwechselt worden. Der Verfasser nennt sich in einem Gedichtchen zu Anfang des Buches (vergl. weiter unten) sowohl als zu Anfänge des Vorworts zu seinem Buchen Es freuet uns um so mehr, dasselbe unter dem Namen seines Verfassers in die Literaturgeschichte einzuführen. Das Exemplar ist aus orientalischem Papier und sehr gut. geschrieben. Das ganze Werk enthält 155 Blätter. Das Zeitalter unseres Verfassers ist im Buche nicht angegeben. Es ist uns auch sonst, wie der Verfasser selbst, nicht bekannt. Annäherungsweise kann man annehmen, daß der Verfasser zu Anfang des 13. Jahrh.'s lebte, da derselbe nur alte Schriftsteller erwähnt. Der Kaufkontrakt dieses 3) Es befindet sich dieses Merkchen, gedruckt Salonik 346 (=1586) welches nur 11 Blätter in 12. stark ist, auf der Bodleyanischen Bibliothek (bei Selben Nr. 155), wir haben es daselbst gesehen, es ist sehr selten, die Pariser Bibliothek besitzt es nicht, diese Seltenheit macht den Werth des Merkchens aus, an und für sich ist es ein untergeschobenes Machwerk. Es enthalt einige medicinische und moralische Bemerkungen." Es sind einige Stetten von Galenus darin. Der Herausgeber war Abraham ben Don Salomo Akra ,(b"i mpy rtobw ]n N p DHIDN). Derselbe sagt in dem Vorworte: niDDD pp ~)DD HJNrf'nto prfrnn i?jn -nwn brün mno rpwn t£/Q* pino D1B w )2 NSDJ NSbon 1DD JOpJiT *) lieber dieses Merkchen ist man wohl jetzt im Klaren, nachdem es zumTheil im „Orient" von Gabr. Pollak abgedruckt worden ist. Red. Buches (rrvOD ->M), welcher ziemlich verlöscht ist, datirt vom Jahre 1642 der Aera Alexanders {nrro^ DD“)D?)^) (5090 1330). Der Verfaffer unseres Buches mochte ein Zeitgenosse des Mose aus England, des Verfassers des Drwn 1DD4 fein. Als Produkt der griechischen Juden, von welchen man nicht viel weiß, stehet dieses Werk des unbekannten Verfassers * ebenfalls als seltene Erscheinung da, und dies verleihet demselben auch einen bedeutenden Werth. Das Werk ist übrigens an und für sich schätzbar, der Verfasser war ein belesener Mann. Für uns hat das Werk wie das erwn ~)D0 noch einen bedeutenden Werth von der -literaturhistorischen Seite. Der Verfaffer desselben hat Schriftsteller benutzt, deren Werke zum Lheit nicht bekannt sind, und wenn sie auch bekannt sind, so ist dennoch nicht immer das Buch, woraus derselbe eö entnommen hat, genau zu bestimmen. Das Werk geht in dem uns vorliegenden Exemplar nur bis Zn dem Worte zwn, der Verlust des Uebrigen ist sehr zu beklagen. Citirt werden in diesem Buche sehr oft Iehuda Chajjüg', R. Jona, N. Salomo (Naschi),° Kimchi, Abra- 4) Vergl. über denselben unsere ausführliche Notiz im Jewish Chronicle 1849 Nr. 37. 38. 41. 42. 43. 46. 48. Wir werden in diesen Blättern ebenfalls Mittheilungen darüber machen. 5) Auf dl'v Pariser Bibliothek (Fond« Oratoire Nr. 106, 4. Perg. gut geschrieben) haben wir eine Logik gesehen, die ebenfalls von einem ppyi 'i ist. Zu Anfang des Buches lesen wir folgende Worte des Autors: wm 'Din by ibi’.i 'a^p >ik?d i"di *-|ot in« -iondh nn 11x1 'ui jr \nm ynn in nii.1' nnjo i’n.vipi 'i.n punn rm'kn D’fe nab 'm n&n Pn.m Dann cirrn k mono nun ^b nab PYioj/ p: jnun ’iioon ipp' 'u/mrp /Hl 5’31M l'IOn *>)0.inD UtDIpS^ Die Bibliographen kennen diesen ebensowenig als unfern Lexikographen. 6) Gelegentlich mag hier bemerkt sein, daß der Ausdruck NTnJtfinD („Erklärer des Gesetzes", es war dieses der Name einer der Sohne -Ham ans und'man hat dieses persische Wort in seiner hebräischen Bedeutung, dem Klange nach, genommen), welches man sehr geistreich Na sch i beilegte, sich in einem Gedichte findet zum Lobe desselben, welches Abraham Jbn Esra zngeschrieben ist, was aber untergeschoben zu sein scheint. Das Gedicht selbst befindet sich auf der Bodleyanischcn Bibliothek (Poeocke Nr. 74. Ure Nr. 598) und beginnt mit den Worten (Ich. O @.192): nnnten nriD ' nlD-W *jti 3dd Die hierhergehörige Zeile lautet: oer wy& asm Jans tnpi p by Diese Handschrift, dieses mag hier gelegentlich bemerkt sein, ist eine der schätzbarsten auf der Bodleyarrr'schen Bibliothek. Ure hat nicht gewußt, was er damit machen soll. Es enthält dieses Manuskript, welches jetzt in drei -Quartbänden gebunden ist, im ersten Bande beinahe den größten Lheil des Divans /von Mose ben Esra und Iehuda Ha-Lewi