Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 42 (20.10.1849)
- Date
- 1849-10-20
- Page
- Spalte 661-662 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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661 Studien. Der Bibelkanoir des Fl. Josefus. 662 2. Richter. Ausgezogen das. Kap. 2-—8. Auch hier ist der Auszug ausführlich und im Allgemeinen sehr genau. Es finden sich einige absichtliche Veränderungen z. B. Ant. V, 2, 8 das 30 in eine rechtmäßige Frau verwandelt und die Benjaminiten wollen nicht den Mann schänden, sondern das Weib. A u's g ela.ssen sind mehrere Nebeirumstände aus der Geschichte Gideons, das (wohlalsPrivatgeschichte); in den Ausgaben fehlt ^er Richter Lola (gewiß nur durch Schuld der Abschreiber"). Als Versehen ist zu betrachten, daß die gegen Zabes geschickten Truppen die 400 Jungfrauen ohne Befehl leben lasten und daß erst nachher der Beschluß über ihre Verwendung gefaßt wird (ibici. Kap. 2, 11) sowie eine Verwechslung der Nebenumstände bei den Opfern Gideons und Manoachs (Kap. 6, 3 und 8, 3). Zusätze, deren Quelle nicht anzugeben ist, sind: der Name von Abimelechs Mutler J^ovficc oder dgcoftcc (Kap 7, 1) und der Begräbnißort Jephla's EsßsT] (ib. §. 12 — ein Ort der sonst nirgends vorkommt). Mit der LXX stimmt eine Stelle in diesem Buche anscheinend überein (Kap. 8 §. 6): Man giebt bem Simson 30 Gefährten „aus Furcht vor seiner Stärke"; einen kleinen Zusatz dieses Inhalts haben einige Handschr. der LXX bei Nicht. 14, 11. Doch kann dies auch von Josefus selbst aus dem miN cnNOD agadisch abgeleitet sein. Im Uebrigen ist in diesem Buche beständig noch dem hebräischen Texte gearbeitet; weitere Abweichungen (Zahlen u. dergl.) sind hier sämmtlich ohne Wichtigkeit. 2, 3. Ruth. Daselbst Kap. 9. Aus der Einleitung dieses Kapitels: Nach Simson's Tode richtete — Eli, unter diesem war eine Hungersnoth u. s. w. ist wohl deutlich zu ersehen, daß Josef, dieses Büchlein als Anhang zum B. der Nicht, gehabt hat, wie LXX und Andere, denn er schließt es rund an und setzt die Geschichte in die Zeit, die die Stellung des Buches anweist, wahrend die Späteren (S. O. R. 1. 1-, andere Meinungen bei Jechiel Heilpern im Sed. ha-Dor. sol. 28c!) andere Data aufsuchten. — Dieses Buch scheint Josefus aus dem Gedachtniß nacherzählt zu haben, denn er hat mehrere kleine Abänderungen, die, weil sie die Geschichte weder klarer noch schöner machen, sich nicht wohl aus irgend einer Absicht erklären lasten, zugleich auch, ihrer Beschaffenheit wegen, nicht 30) Die Geschichte des Zuges der Daniten und die der Benjaminiten (Nicht. 18—21) setzt Josef, in den Anfang der Richterzeit und erzählt sie im Kap. 2 zwischen Nicht. 2 u. 3. Daß er diesen „Anhang" wie Einige jene letzten Kapitel bezeichnen, deshalb vor 2, 12 stehen gehabt, ist nicht wahrscheinlich, da sich weder in der LXX noch sonstwo eine Spur von Versetzung der Schlußkapitel findet. Josefus folgt hierbei der Tradition cf. Sed. Ol. Nab. Kap. 12. — Das rp'D ..böD Jönnte auch ausgelassen sein, weil es •»Nil* 1? ist; wie auch das n&C'yo aus demselben Grunde fehlt. — *) Vergl. P. Brinch Examen chrunologiae Fl. Josephi im Anhänge von Haverc. Ausgabe Bd. 11. S. 294. durch Varianten entstanden sein können. Nur daß bei Josefus Ruth dem den Schuh auszieht und ihm ins Gesicht speit, ist eine absichtliche Veränderung, um dies dem Ant. IV, 8, 23 (Deut. 25, 5 rc.) Angegebenen analog zu machen und keine neue Erläuterung geben zu wüsten. 3. S a m u e l. Das erste Buch ist enthalten in Ant. V, 10 — VI fin.; das zweite VII, 1—13. — Beide sind sehr genau excerpirt und es ist aus ihnen kaum ein Vers historischen Inhalts ausgelassen. Dagegen sind die Abweichungen im Einzelnen und Kleinen viel zu zahlreich, um sie hier aufzuzählen, wie es bei den vorigen Büchern geschehen konnte. Sie sinb übrigens hier noch von keiner Wichtigkeit und alle diejenigen, welche auf die Untersuchung Einfluß haben, werden an anderen Stellen besprochen werden. Die LXX ist bei diesen Büchern merkbar benutzt und besonders von der zweiten Hälfte des ersten Buches (etwa Kap. 14) an wohl vorherrschend zu Grunde gelegt,^ jedoch keineswegs mit Ausschluß und Beiseitsetzung des Hebräischen, welches vielmehr, wie aus vielen Stellen erweislich, neben der LXX verglichen worden sein muß. — Es wäre nun zu erwägen, ob eine Zweitheilung der Bücher Samuels-bei Josefus anzunehmen ist. Dafür scheint auf den ersten Blick der Umstand Zu sprechen, daß der Schluß seines sechsten Buches mit dem des ersten B. Sam. zusammenfällt; ähnliches findet auch bei dem Abschnitte zwischen den beiden Büchern der Könige statt, der mit dem Schluffe des achten Buches bei Jos. zusammentrifft. Betrachten wir dagegen einerseits, daß Josefus bei der Abtheilung seiner Bücher sich sonst gar nicht nach den biblischen Büchern richtet;^ andererseits daß der Tod Sauls, d. h. der Abschnitt zwischen Buch Samuel 1 und 2, eine sich ganz von selbst leitende Periodmtheilung macht und daß der Schluß des achten Buches bei Josefus nicht ganz mit dem von 1 Kön. zusammenfällt, indem die 3 letzten Verse (Regierung Ahasias) sich in Ant. IX, 2 finden, so werden wir auf diesen Umstand kein Gewicht legen, die Frage, ob Josefus die Bücher Sam. und Kön. für je eines oder gar zusammen für eins gezahlt, hier noch offen lassen und spater andere Entscheidungsgründe aufsnchen. 31) Der Grund dieses Ursprungs wird sich später zeigen. 32) Es schließt Ant. lib. I. mit Genes. 35 (IsaaksTod) üb. II. mit Exod. 15 (Durchzug durch das rothe Meer), üb. Ul. mit Num. 14 med. (Verurtheüung zu 40 Jahren), lib. IV. tritt Ende des Pentar. (Moses Tod), IU>. V. mit 1 Sam. 4, (Eli's Tod), lib. VI. wie oben (Sauls Tod) üb. VII. mit 1 Kön. 2 med. (David's Tod), lib. VIIL wie oben (Ahads Tod), IX. mit 2 Kon. 17 (Ende des Reiches Jsr.), X. mir Ende von Kön. und Daniel (Ende des Exils). Ersichtlich ist also, daß Josefus bestimmte, auch ganz treffende Perioden seiner Eintheilung zu Grunde legt, und daß diese mit dem Ende biblischer Bücher nur da zusamrrienfällt, wo es auf der flachen Hand liegt und fast nicht anders sein kann» 42*