Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 41 (13.10.1849)
- Date
- 1849-10-13
- Page
- Spalte 645-646 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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645 646 Studien. Kritische Nach- und Dornenlese. Büchern der Akterthümer) können wir vorläufig außer Acht raffen; er nimmt wie schon in der Schrift selbst, von Josua 8,31 an bei Josefus einen besonderen Platz und Rang ein, wird in unserer Stelle namentlich genannt und für sich gezählt, ist also auf die Rechnung und die ganze Untersuchung ahne Einfluß. Wir lassen vom Buche Josua an die historischen Bücher in der Ordnung folgen, wie sie bei Josefus auftreten; geben an, wie er si e benutzt, ob er ihnen genau folgt oder nicht, wo er den hebräischen Text zu G r u n d e l e g t oder d. i e S e p t u a. % t n t a,27 roo er, fei es ex ingenio ausschmückend und deutend oder nach Legenden h in z u fü g t, und was er w e g l ä ß t.28 (Fortsetzung folgt.) Kritische Nach- und Dornenlese. (Fortsetzung.) Hrn. Friedrich aber, der Seite 46 noch schreibt: „Er (Maimuni) hat den, feit dem fünften Jahrhundert nach Ehr. Geb. zu der Beschneidung hinzugekommenen Akt der Aussaugung der Wunde anempfohlen und die späteren Rabbiner erhoben diesen Akt zu einem religiösen Gebot" — und Seite 93: „Das Aussaugen der Wunde ist biblisch nicht begründet — und gewiß ist, daß (nach Wolfers) das Ausfaugen weder durch den Gesetzgeber Moses noch durch Tradition angeordnet worden" — Hrn.Friedrich also, dem Professor der Physiologie, darf man denn doch solche Syllogismen unberührt hingehen lassen! — Die ganze Abhandlung: Ueber die Dämonischen^, könnten wir, da dieses nur dem Christenthum zu eigen, auf sich beruhen lassen. Hr. Friedrich hat sogar hierbei die spitzbübische Ehrlichkeit in einer Anmerkung zu sagen: „So finden wir im allen Testament, wo die jüdische Dämonologie noch nicht ausgebildet war, keine Spur vom Dämonischen. Wir nehmen jedoch hiervon Veranlassung anzuführen, wie sogar ein dem Judenchum ungehöriger Mediciner, Dr. R. 27) Die genauen Belege über das Vechältniß Josefus zur LXX, welche ich sorgfältig und selbstständig zusammengestellt, folgen im zweiten Artikels Wozu dieser Punkt hier diene,, wird sich ebendas, ergeben.. 28) Bei den -ft geben wir nur eine kurze Charakteristik, mit Hervorhebung der schlagenden Stellen. Manches Einzelne wird da, wo von dem Vechältniß des Jos. zum Hellenismus und Judaismus die Rede ist, noch Vorkommen. Erschöpfendes zu geben würde ein ganzes Werk in Anspruch nehmen; es fehlt in dieser Beziehung noch an einer genauen Bearbeitung des Josefus; nur die Bücher Aut. 1 — V, 1 haben eine solche in den Anmerk, von Bcrnard (in der Hav., Ausgabe abgedruckt') mit anerkennungswerther Gelehrsamkeit und großem Fleiße gefunden. Sonst ist darüber vieles Einzelne in unzähligen archäologischen und exegetischen Werken zerstreut; die Havert. Noten aber, beschränken sich auf Textkritik und gelegentliche ziemlich dürftige Bemerkungen. Leubuscber in der sonst beachtenswerthen Schrift: der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten. Seite 11 sagt: Dem jüdischen Monotheismus eigentlich fremd, schlug diese Ansicht doch im Judenthum bald tiefe Wurzelte; es erwuchsen ganze Schaaren von bösen Geistern. Wir finden im Neuen Testament schon eine, große Menge von Besessenen erwähnt. Aus dem Judenthum ging der Glaube an einen bösen Geist ins Christenthum" — früher, Seite 9 heißt es auch: „das Mönchthum, ein dem Christenthum eigentlich fremdes Element. — Es gab schon längst unter den Heiden wie unter den Juden Einzelne und ganze Sekten" — und dadurch seine Unbekanvtfchaft mit Juden-, wie mit Christenthum zugleich, dokumentirt. Das Mönchsthum mit seinem Haupterforderniß: dem Cölibat, ist auf Jesus eigne Worte: Math. 19, 10. 12. (Origines hatte aus dieser Stelle noch Schlimmeres heraußgedeutet) begründet und fand in Paulus, 1 Kor. 7, 32. 33. 34 noch Bekräftigung; der Glaube an Dämonen und Dämonische aber ist sogar gewissermaßen mit als Differenzpunkt zwischen Juden- und Christenthum zu betrachten. Dieses weiter auszuführen würde hier zu viel Raum erfordern, bleibt daher einer eigenen Abhandlung überlassen, nur will ich hier in aller Kürze darauf aufmerksam machen, wie bei den Synoptikern (der vierte Evangelist hat gar keine Besessene, also auch keine Heilung derselben!) das eigentliche Judäa nie der Schauplatz ist, wo Besessene Vorkommen und geheilt werden. 5. Math. 4, 23. 24. 6,. 16. 26. 9,. 32. 15, 22. 17, 18 und die damit korcefpondireEn Stellen bri Mark, und Lukas. So sind es auch nur die Synoptiker, Math. 10, 1. 8. Mark. 6, 7. Lukas 9, 1, die den Aposteln von Jesus, die Macht über die unsauberen Geister ertheilen lassen. — Auch S. 276 sagt Dr. Leubuscher: „In der scheußlichsten Form — kommen die Vampyre in jüdischen Traditionen vor." Bei nur geringer Bekanntschaft mit jüdischer Tradition, hätte er aber die Falschbeit dieser Bezeichnung ein sehen und nur „von Aberglauben den die Juden bei ihren Irrfahrten von anderen ausgenommen" sprechen müssen. Eben so wäre bei dem Abschnitt: Lheurgon. mir Ecstase u. s. w. von Sabbatal Aeoi — 1660 — 75 — zu reden gewesen, wo jüdische Schriftstellen schon auf die Gereiztheit der Geschlechtsorgane Hinweisen; mit jüdischer Geschichte und Wissenschaft beschäftigen sich aber unsere Gelehrten wenig. — Bevor ich nun ganz von Hrn. Friedrich scheide, muß ich noch zu der, auch von Hrn. W. berührten Stelle II., 75: „die bekannte Geilheit der, Juden" zurückkehren. Der sogenannte heilige Hieronymus war — seinem eigenen Gestandniß nach — sehr feurig fleischlich gesinnt und von geiler Begierde geplagt. Um sich davon zu betreuen, lernte er Hebräisch. Hr. Friedrich hat, wie vorstehend Aar genug nachgewiesen wurde, auf das Lernen der hebräischen Sprache keinen sonderlichen, Fleiß verwendet; — was Wunder also, wenn die Aeußerung des „jüdisch - orthodoxen Chirurgen Collin," über das Studentenleben, Hrn, Z.r. persönlich unangenehme Er- . 41 *