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Der Orient · 1849-10-06 · 40 (6.10.1849) · p. Spalte 635-636

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
40 (6.10.1849)
Date
1849-10-06
Page
Spalte 635-636 (sequence 6)
Language
German
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635 Studien. Literarische Miscellm. 636 der modernen Kunst und Literatur zu. Ein Band deutscher Poesien, die im I. 1827 erschienen, und viele literarische Beitrüge in mehrere Zeitschriften, gehören dieser Zeit an. — Im I. 1833 trat L. seine eigentliche wirksame Karriere an, indem er in der berühmt' gewordenen orientalischen Buchdruckerei des Edlen von Schmid in Wien als Literator und Oberkorrektor angestellt wurde. Durch seine Thätigkeit und Vermittlungverdankt die Lesewett diesem Institut die Herausgabevieler, zum Theil seltener Werke. Wir erwähnen nur die neuen, vielfachen Editionen des -{in, bes DÄn , DE&N .m u. s. w. Unter den eigenen Leistungen , unstreitig das Beste, ryasL. je geschrieben, gehört sein w yu (Atha.lie par Jean Racine) Tragödie in 5 Abheilungen nach dem Französischen.. In den Monographicon klOlv von Joses Flesch (Prag bei M. I. Landau 1838) heißt cs im Artikel „Lettens" von ihm: P -inuc!? Wfl , U\JDT ibM pba-"» w nwi , owvDDn o’p’ny \wb 'NN2 rsb'-p , hd)do pmori ^yvü *0 •najim ■nab N“np b nn5> Dnb -k»n ,■ nspbn tw* 'pv n^dhiV^n p , bi w yw." Manche alte und neue Sprachen und Wissenschaften lernte L. zwar auf Hochschulen, aber sehr unstät und abwechselnd, was.schon in seinen Temperament lag, um so ausdauernder war er stets, wenn es auf Entfaltung eigner Thätigkeit ankam. — Das I. 1838 brachte L. in Preßburg zu, wo eine FiliaSbuchdruckerei des Edlen v. Schmid etablirt wurde. Unter L.'s Leitung erschienen dort zum ersten Mal aus seltenen, in der de Rossischen Bibliothek sich befindenden Handschriften: (mit Vorwort) pVirib ^n\, nD&y; rnTO rniP; D’DH up* WN3p .nriao 5 ra^ rDDö ^. pDl; (sämmtliche Manuskripte von ihrem Eigenthümer M. L- Bisselichos verkäuflich an A. Ed. v. Schmid cebitt.) Berzeichniß sämmtlicher Schriften von Max. Letteris (hebr. 'hn *tnp); 0 wnm (Soifiew 1822—23) 2) (das. 1824); 3) H^ED^n (1825) * 4) DPfDD (gelehrter Briefwechsel 1827); 5) d'Ö ub (dast); 6) Gedichte (1829); 7) w yp [Afchalie p_ Racine, Söten 1834); 8) 2h npn (Sendschreiben über das höhere Studium der heilisen Schrift (Preßburg, 1838); 9> Biographien berühmter Israeliten, 1. Heft (Preßburg, 1838); 10) 'n 'J, pbpttfDHD, bedeutend vermehrt und verbessert von M. Lette-ris (Wien 1839); 11) nnyn . 8« bem von S. D. Luzzatto, Dr. Delitzsch und L. veröffentlichten hebräischen Drama ny bjö von M. V. Luzzatto. 12) “inDtt (frei nach Esther p. Racine); 13) rnbp ir© (Romantische Tragödie, worin die Haupthelden , ^Dn rabl , «W), letztere beide zum Druck bereit liegende — Mehrere von L.'s deutschen Lyrischen Gedichten und Balladen sind von ausgezeichneten Virtuosen wie den k. k.. HoskapeUmeister Gyrowetz, Rückgaber u. A. in Musik gesetzt. — Literarische Miscellen. XIH. Einleitendes zur Geschichte der jüdischen Literatur. 1. Begriff v on Literatur. Literatur ist bekanntlich die Gesammtheit der in einer Anzahl Schriften niedergelegten Leistungen des Geistes, und mithin von derjenigen Gesammtheit der Leistungen des Geistes verschieden, die nicht in Schriften vermittelst der Zeichen der Sprache-niedergelegt sind, wie z. B. dke Malerei- und die Bildhauerwerke u. s. w., welche die Leistungen des menschlichen Geistes nicht durch Sprachzeichen, sondern durch andere bildsame Gestalten im Raume darftellt. Die Schriften, welche die Gesammtheit der Leistungen des Geistes in sich bergen, bilden also den Vorwurf, die Grundlage der Literatur, insofern aus ihnen die Leistungen des Geistes vermittelst der Sprache erkennbar sind, und ein Volk mithin, das in seiner Sprache nicht produktiv, d. h. durch die Schrift sprechend, hervortritt, hat keine Literatur, obgleich es immerhin in mündlichen Ueberlieferungen die Leistungen seines Geistes niederlegen kann. Der bezeichnendste Ausdruck für das fremdländische Wort „Literatur" in unserer vaterländischen deutschen Sprache ist,,Schriftenthum", wobei sich die gegebene Begriffsbestimmung auch klar herausstellt. — 2. Folgerungen aus dieser Begriffsbestimmung- Die Wichtigkeit einer scharfen, erschöpfenden Begriffsbestimmung des Schriftenthums stellt sich sofort klar heraus, wenn mt die Folgerungen aus dem Begriffe uns vorführen , wo mt durch den erschöpfenden Begriff den vielen Schwankungen und Vorurtherlen begegnen können, die noch hin und wieder herrschen. „Die Gesammtheit der in einer Anzahl Schriften ni edergeLr g L en Leistungen des Geistes" ist die Literatur oder das Schristenthum. Mit dem Ausdrucke „Gesammtheit" ist die sogenannte Gelehrsamkeit, d. h. umfassende, gründliche, wohlgeordnete und zusammenhängende Erkenntnis irgend eines Wiffensfaches, so weit sie in Schriften medergelegt ist, miteinbegriffen und zugleich mittelbar ausgesprochen, daß die Ausschließung der Gelehrsamkeit, vorgeblich weil m ihr, die ein Gemeingut der Menschheit ist, sich nicht der eigenthümliche Geist des Volkes offenbart, oder weil sie nicht zur Bildung anderer Geister oder zur Unterhaltung und Belebung der Einbildungskraft, sondern nur zur Belehrung dient, nur in einer beschrankten Begriffsauffaffung des Schristeuthums ihren Grund hat. Die Gelehrsamkeit als etwas Ausschließliches, zur Literatur nicht Gehöriges, war den alten Völkern unbekannt; die Bezeichnungen und NPpN bei den Hebräern, doctus und doctrina bei den Römern und Gogpo's und go(pLa bei den Griechen drücken noch nicht jene matte, kastenartige und unvolksthümliche Ausschließlichkeit aus, und in den letzten zwei Jahrhunderten harman auch vielfach das

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