Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 40 (6.10.1849)
- Date
- 1849-10-06
- Page
- Spalte 629-630 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Origen 2× ep/1025440
- Isaiah 1× ep/1005097
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629 Studien. Der Bibelkanon des Fl. Josefus. 630 Die Neuern nehmen an, daß es unsre seien. De Wette sagt kurz (§. 15. S. 17): „dagegen wird durch Iosephus, welcher nicht nur fast alle alttestamentlichen Bücher anführt und benutzt, sondern auch im Ganzen 22 Bücher zählt , und den Schluß der heiligen Literatur der Hebräer, freilich nach seiner irrigen Ansicht vom Buche Esther, mit Artaxerxes Longimanus fetzt, das damalige Vorhandensein des A. T. in seiner heutigen Gestalt hinreichend beurkundet." Er beruft sich dabei aus Eichhorn und Schmid (s. oben Anm. 2). Fürst sagt (i. I): „daß bei Josefus in der Zahl 22 kein einziges Buch unseres Kanons ausgeschlossen ist, wird schon aus Melito, Origenes, Hieronymus u. s. w., die Ebenfalls nur 22 heilige Schriften zählen und dabei diese speziell angeben, klar." Dies beweist nichts, weil es zu viel beweist; denn allerdings haben die K. V. unter 22 alle unsere heiligen Bücher subsummirt, sie haben aber meist auch noch Apocryphisches dabei;" und daß Josef selbst sagt: Las nach Artaxerxes Geschriebene hat keine Glaubwürdigkeit, schließt wohl z. B. die Makkabäer und Sirach aus, aber noch lange nichr alle Apokryphen. — Eichhorn macht sich die Sache nicht leicht, sondern sucht auf eine weitläufige Art zu beweisen, daß Josefus alle unsere 24 Bücher als kanonisch betrachtet habe. Wir werden seine Beweise und Resultate gleich nachher prüfen; schon jetzt aber wird klar sein, daß die Zahl 22 an sich gar nichts ergiebt und daß auch der Hilfsveweis von den Kirchenvätern unhaltbar ist; denn was die Zahl betrifft, so ist die einfache oder doppelte Zählung vieler Bücher rein willkürlich, und a priori nicht auszumachen, wie es Jos. damit gehalten, man könnte also einerseits dem Kanon Josefs sechs Bücher absprechen und doch 22 herausbringen, andererseits aus mehrere Arten die 24 auf 22 reduciren (man kann Ruth mit Richter, Klaglieder mit Jeremias verbinden, vier Bücher der Könige für eins zählen," drei Bücher Salomo's zusammennehmen — Alles historisch begründete Annahmen), man könnte aber auch Kanonisches streichen und Apokryphisches dafür einschieben; wie denn die Kirchenväter zwar sämmtlich (bis auf Hieran.) nur von 22 Büchern wissen, aber alle möglichen Verschiedenheiten bei der Aufzählung haben.^ Gehen wir. daher ad 3 über und sehen, ob uns die von Josefus angegebene Dreitheilung 5, 13, 4 zum Ziele führt." . Was zuerst die v ier betrifft, so sind mit v(ivoi die 12) Melito schiebt die „Weisheit" ein, Origenes den Brief Jeremias, Andere Anderes. Nur Hieronymus hat, als Schüler der Rabbinen, den Kanon rein. 13) Da die LXX „4 SB. der Kön." habenso kann man diese nur entweder für vier oder für eins rechnen, aber nicht, wie wir, für zwei. Daher unsre Behauptung in Anm. 11. 14) Die vollständigste Sammlung der Stellen aus den K. V. steht bei de Wette §. 25—27. S. 36—46. Im zweiten Artikel kommen wir darauf zurück. j; . 15) Was über unsere Eintheilung in “pH bisher vorge- Psalmen deutlich bezeichnet, mit vnoftriKcn bte Pro verdien; außerdem können zu didaktischen Büchern gezogen werden: Kohelet, Hiob und das H. Lied; zusammen fünf. — Die dreizehn betreffend, können wir, nach dem bis ins 15. Jahrh. allein herrschenden Brauche der Juden, die Doppelbücher einfach Zählen also: -ft 4, — 4; und von den D'DinD hierherziehen: 1) Ruth, 2) Klaglieder, 3) Esther, 4) Daniel, 5) Esra mit Nehemia, 6) Chronik; zusammen 14. So waren alle Bücher untergebracht und da in jeder Klaffe noch eins zu viel ist, so können wir in der Klaffe der vier Kohel. und H. L. verbinden, oder Hiov noch zu den dreizehn rechnen und bei diesen eine resp. zwei der oben angegebenen Susammenziehungen vornehmen. Aber wir können ebensogut z. B. Kohel. streichen und in der anderen Klaffe mehrere Bücher weglassen ohne der Zahl 4 und 13 zu nahe zu treten, zumal wir noch keinen Beweis dafür haben, daß Josefus die Bücher Samuel, Könige u. s. w. wirklich einfach zähle. Man wird gleich sehen, daß dies Nicht unsere eigenen Grillen und Bedenklichkeiten sind, sondern bereits vorgebrachte Hypothesen. Da somit alles bloße Zählen nichts ergiebt und sich unsrer Stelle selbst nichts entpreffen läßt, so werden wir genöthigt, uns weiter in den Werken Josefus nach Argumentm umznsehen, um zu erkennen, ob wir die ganze H. S. dem Kanon Josesi zu- oder einzelne Bücher absprechen müssen und welche« — Eichhorn (Einleitung §. 38—50. Bd. 1. S. 141—163) schlägt zu diesem Behufe folgenden Weg ein. Er sieht zu§ welche Bücher oder aus welchen Büchern Josefus mit solchen Beisätzen oder auf solche Art citlrt, daß man daraus schließen könne, er betrachte sie als kanonisch, und stellt dabei zwei Kriterien16 auf. a) Alle Bücher, welche Josefus als von Propheten herrührend, oder als Iequl ßlßloi und ähnliche oder auch als ßißUoi und ähnliche bezeichnet, müssen ihm als kanonisch gegolten haben; b) ebenso alle Bücher, welche er, auch ohne solchen Beisatz, in der Geschichte der Juden bis auf Artaxerxes benutzt. Er findet nun (nach dem von Schmid gesammelten Material) daß durch Kriterium a) d r e i zehn Bücher legitimirr sind: 5 B. Mosis, Josua, Regum, Jesaja, Jeremias, Ezechiel, XII, Psalmen, Daniel. Durch b) sieben: Richter, Samuel, Ruth, Klaglieder, Esth., Esr. und Neh., Chron. — vier aber werden von Josefus gar nicht erwähnt: Prov., Koh., H. L., Hiob. — bracht ist, übergehen wir hier, als bekannt. Die Eintheilung des Josefus ist nach Storr aus Handschriften geflossen, nach Eichhorn und de Wette nicht. Später über alles dieses mehr. 16) Auf «diese zwei lassen sich seine fünf Punkte reduciren. 40