Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 39 (29.9.1849)
- Date
- 1849-09-29
- Page
- Spalte 611-612 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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611 Studien. Der Bibelkanon des Zl. Josefus (irjzs zov vnoygucpsiv: &vzs£ov&£pv ndXiv ovzogr ^rjzs Tbvog sv zolg ygucpofievoig svovifrjg 8iu(povlugy dXXu (io- VCQV ZG3V 7CQ0(prjZ(fiv TU fl£V UVtöTUZCO HUL TU TtuXULOZUZU %UZU zr\v SZtlTtVOlUV, Z'QV U710 TOV &SOV lAa&OVTCQV, TU 8s XU&* * 3 4 * 6 7 8 uvzovg ojg sysvszo ouqxng GvyyQUcpovzoav, ov (ivqlu- 8sg ßißltcov sioi zeug rffuv , u€vpq>cüV(QV kccI pa%o(ihcov §1-0 de (i6vu 7tQog zo>Zg sVkogc ßtßUcc, tov nuvzog k'%ovzu %qovov ztjv dvaygucpTiv, tcc dinultogb itsniazsvfisvu. Kal zovzcov Ttivts fisv sgzi [tu] c MwütfeGog, u zovg ywofisvovs& ne$is%8L nul trjv an uvd'gatnoyoviug nuguöo6tv [is%qi rjjg uvzov zEXsvzrjg' ovzog 6 %g6vog dnolunu ZQig%(,McQ,v oXiyov szenv, And 8s ztfg Moovascog zslsvzrig fis%Qi, zfjg ’Agzugeggov tov fiszcc iSjeg^v IlEQG(dv ßuocXscog [d(?%7}g] e ol llBTU Mcovcrjv TZQOtpjjzUl TU KUT ctvzovg TtQUß'd'Svza Gvvsygutpuv iv zgial •nal dsrKU ßißAwig* ul de Xoinal zsGGugsg iffivovg slg zov &sbv %ai zolg avd'gco- Ttotg vnod'tfxag zov ßiov nsgd%ovGw+ An6 de *Aqv4x£sqi^ov (is%gt zov Tjfiug %qovov yiygunzui [ihv STiaGzu' niGzscog de ov% ofioiug tj^i(ozau zolg ngb avzcov diu zo fi7] ysvsG&at, zrjv zcov TCQoqjrjzcov uKgcßrj d(,u8o%rjv. — „Da3 nun das Geschichtschreiben nicht Allen feeigegeben war, und in den Schriften sich kein Widerspruch findet, vielziehen dieses bis ovyygucpovzcov zu dem Früheren (Kap. 7) und beginnen bei ov das achte Kap , was ganz sinnlos ist. Die alten Ausgaben und die alte lateinische Uebersetzung haben richtig alles rn einem Satze. Nach ov hat Hav. dann 7^9, was auch überall fehlt. Der Fehler ist daher entstanden, weit Euseb. (bist. eccles. 111, c. 10) diese Stelle von ov fivgiudeg an ausgeschrieben hat. b) Hav. hat nach Euseb. (dem er überhaupt hier und anderswo gegen alle anderen Quellen folgt) frela nsn., Ausg. eodd. und Vcfc. Lat. haben es nicht, es ist auch entbehrlich. c) tu hat Hav. ohne Bemerkung aus Euseb. ausgenommen gegen die anderen Autoritäten. Die Sinn-Nuance, die dadurch entsteht, ist freilich unbedeutend. . d) zovg ysv. — nugudosiv. So lese ich nach den Edd. und codd., Vet. Int. tyat i qui nativitates continent et humanae generationis traditionein. Hav. aber liest nach Eus. zovg de v 6 o v g w. z. zrjg dvd'Qoonoyoviag nuQud, Dies ist offenbar eine Emendation des allerdings schwierigen und ungriechischen vsvopsvov g, Ich übersetze es „Geschtechtsregifter" und glaube, daß dem Jos. dabei das hebräische vorgeschwebt. Der Zusammenhang spricht für die L. A. der codd., denn „Gesetze" gehören gar nicht hierher, wo nur von Geschichte die Rede ist, wie auch nachher bei den Propheten nur angegeben ist, daß sie Geschichte , geschrieben, und die Hagiographen deshalb kurz abgefertigt sind. „Die Erzählung der Menschenerzeugung bis auf Mos. Tod" paßt auch nicht recht. Vergl. übrigens in Hinsicht auf die Konstruktion Amt. XX, 11, 2 init. e) dg%rjg haben die Ausg. auch Hav. und cod. Par. Eus. and viele eodd. auch Vet, Lat. lesen es nicht, man muß dann zsXsvzrjg ergänzen (jo Eichhorn) oder man müßte auch das zfjg weglassen. Ueber die Bedeutung des dg%rjg flehe später ausführlich —. 3) Josefus will in diesem Theile seines Werkes die Vorzüge der hebräischen GefchichsAeratur vor der griechischen 612 mehr nur die Propheten die frühesten und ältesten Begebenheiten, wie sie sie durch göttliche Eingebung erfuhren,^ und das zu ihrer Znt Geschehene, wie es sich zugetragen, zuverlässig ausschrieben; so läßt sich schon vermuthen, ja es ist sogar nothwendig, daß es bei uns nicht unzählige , nichtübereinstimmende und einander widersprechende Bücher giebt, fon^ dern nur zwei und zwanzig Bücher, welche die Geschichte der ganzen Zeit enthalten und denen wir mit Recht: Zutrauen schenken. Von diesen rühren fünf von Moses her,, sie enthalten die Geschlechtsregister und die Geschichtsüberlieferung von dem Ursprünge der Menschen an bis auf seinen Tod; dieser Zeitraum ist . etwas kleiner als 3000 Jahre. * Von Moses Tode bis auf [bie Regierung Artaxerxes, dev nach Lerxes über die Perser herrschte/ haben die nach Moses lebenden Propheten die Geschichte ihrer Zeit in dreizehn Büchern ausgezeichnet; die vier übrigen enthalten Lobgesänge auf Gott und üebensregeln für die Menschen. Von Artaxerxes an bis auf unsere Zeit ist freilich auch Alles niedergeschrieben, es wird aber diesem nicht dieselbe Glaubwürdigkeit beigelegt wie dem Früheren, weil keine genaue Aufeinanderfolge der Propheten statlfand." Es ergeben sich aus dieser Stelle vier zu untersuchende Hauptpunkte: 1) Die Zahl 22. Josefus steht in dieser Zahlangabe bekanntlich nicht allein; wie verhält sich diese Zahl zu der andern von 24 heil. Büchern? 2) Die Aufzählung derselben. Sind die „22 Bücher" des Jos. unsre „24"? 3) Die Dreitheilung. Wie verhält sich die eigenthümliche Eintheilung des Josefus in 5, 13, 4 zu unserer recipirten von 5, .8 (4, 4) 11; und wie zu der aus der LXX herstammenden 5, 6 (12); 5; 5 (6)? — Hieraus ergäbe sich als Resultat 4) der Bibelkanon Josefus'.^ Sehen wir zuerst was über diese vier Punkte bisher Nachweisen, in dieser sagt er, befänden sich zahllose Widersprüche, weil — — (die anderen Gründe gehören nicht hierher) es Jedem freigestanden habe Geschichte zu schreiben, bei den Juden aber und bei den andern Orientalen hätten nur Priester und Propheten Geschichte schreiben dürfen, daher auch keine Widersprüche. 4) Ich nehme fiudovzcov nicht als dem avyygucpdvzcov koordinirt, sondern als Zwischensatz parallel dem «§ sysvezo* Hav. hat zwar mit den älteren Ausg. so interpungirt, aber anders übersetzt. ,5) Von Jos. Zeitrechnung unten gelegentlich mehr. 6) oder: den Tod Art. s. oben Note e. — 7) d. h. Actax. L Longimanus. 8) Ich bemerke hier ein sür allmial, daß ich unter „Jos/s Bibelkanon" die Ansicht Jos. über den Kanon verstehe; ob das seine P r i v a t Meinung gewesen oder die Ansicht seiner Zeit, oder einer bestimmten Schule oder Partei, bleibt vorläufig noch außer Acht.