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Der Orient · 1849-09-22 · 38 (22.9.1849) · p. Spalte 605-606

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
38 (22.9.1849)
Date
1849-09-22
Page
Spalte 605-606 (sequence 7)
Language
German
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606 605 Studien. Literarische Miscellen. Kaiser 2Cte^6|tpj®neb^'et mehre solche künstliche Schrift- Silhouet!te.y:-H8)d''dem ..Pabste Pius VII schrieb er eine -qd mm von ^or^Moße^u nd^D icke eines mittelmäßigen Fingers, so daß es voUstOW^Msammengerollt,, durch einen goldnen Fingerring geführt werden konnte. Seine noch jetzt zu Mitau (ebenden Kinder besitzen v-on ihm ein sehr interessantes .Lagebuch, welches er auf seinen Reisen durch Europa geführt {ferner ein von demselben verfaßtes und bereits lange Wn^ Drucke vorbereitetes Manuskript betitelt pyDitf W, ÄeÄ)^'(einen Kommentar zur Bibel enthalt.- Außerdem hat ^jM'bereits veröffentlicht: ^2^ rn irD) CPtfJn, Viiii« tn hebr. Sprache gedichtete Parodie der Ehepakten, /äm'sWochen- und tzamanseste zu recitiren. Israel und bas Judenthum wird hier als Bräutigam, die Lora und die Lugend als Braut und Gott als väterlicher Versorger derselben bezeichnet. — 8. Behr Klein, gestorben zu Mitau 1827. Derselbe stand als Faktor Ihrer Majestät der ruff. Kaiserin-Mutter, während dieselbe das Bad Kemmern in Kurland besuchte., in großem Ansehen. Bei einer Anwesenheit der letzter» in Mitau, .rhielt er die Erlaubniß, als Kahalsmann in Gemeinschaft mit dem damaligen greisen und frommen Rabbiner David Ezechiel Hochderselben in einer Audienz im Rit- Lerschaftshause persönlich auswarten zu dürfen. Der Rarbbiner erschien in einem auf Kosten des gedachten Behr Klein geschmackvoll angefertigten weißatlaßnen Kaftan, worin derselbe mit seinem schneeweißem Barte und Hauptlocken einen seltenen Eindruck am Hofe der Kaiserin machte. Als sie vor dieselb'k traten, betete der Rabbi in patriarchalischer Einfalt den üblichen Segensspruch beim Anblicke einer gekrönten Person und sprach hierauf feierlich den gewöhnlichen Priüstersegen in hebräischer Sprache aus. Die Kaiserin unterhielt sich mit ihnen in huldvoller Herablassung über verschiedene Gegenstände und entließ sie hierauf mit allergnädigstem Wohlwollen. — S. Rabbi Jakob ben Efraim Dajan, ge-nannt Jakobsohn, geboren in Liffa 1752 und gestorben zu Mitau an der Cholera im Jahre 1831, war gegen 40 Jahre Rabbmats- Affessor in Mitau und nach dem Tode des dasigen Rabbiners David Ezechiel, bekleidete er hier sogar mehre Jahre die Stelle eines Rcrbbmatsvenvesers. Sein Vater war ehemaliger Rabbiner zu Liffa und Verfasser einiger Chiduschim zu rfo}, die zu Posen 1769 erschienen sind. — 10. Israel David Friedman n, Rabbiner zu Mitau, gest. 18-44. Derselbe hat hier aus eignen Mitteln eine Synagoge und .eine ziemlich anständige Frauenvad-Anstalt (nipü) ertzut. — 11. Ferner ruht auf dem israel. Gottesacker zu Mitau ein junger Mann, welcher Kommis des Hauses Rothschild war, während des strengen Winters im I. 1829 Goldbarren für gedachtes Haus führte, und iOFolge des Erfrierens seiner Füße hier starb. Da eingezög^W Nachrichten zufolge derselbe ein frommer junger Mann und guter EltecN Kind war, wurde derselbe hier auch sehr ehrenvoll bestattet, und nachdem seine Leiche in der großen Synagoge, die mit schwarzem Luche dekorirt war, 3 Mal 24 Stunden ausgestellt wurde, hielt damals ein hiesiger Privatmann, Hr. Behrenstamm, eine rührende Leichenrede. Ich erwähne dieseshiev nur, um dadurch vielleicht das Haus Rothschild zu v-eranlassen, diesem jungen Manne, dessen Grab jetzt ganz verfallen sein muß, auch nur einen einfachen Leichenstein zu fetzen, damit, wie billig, seinen etwaigen noch lebenden Angehörigen sei« Grab erhalten werde. — 12. Die Familie Adelso-hn. In dem kurländischen Grenzorte Georgenburg, wie auch in Königsberg exiftirt seit fast einem halben Jahrhundert ein jüdisches, bedeutendes Handlungshaus unter -der Firma Adelsohn und Comp., dessen gegenwärtiger Chef Preußischer Konsul ist. Vor einigen Jahren verstarb hier dessen Mutter Laube, eine durch seltene Mildthatigkeit allgemein berühmt gewordene Frau. Während ihrer Beerdigung allein, wurden mehre tausend Rubel unter die Armen vertheilt. — 13. Lankel'M eyerowitz, ein reicher, mildlhätiger und aufrichtig frommer Greis, verstarb zu Georgenburg im Jahre 1842, welcher auch ein Beträchtliches zur Verkeilung an die Armen hinterlassen hatte. — (Schluß folgt.) Literarische Miseellev& XI. Vorfragen über Pijjutim. Die Pijjutim hingen ursprünglich, wie bekannt, genau mit dem Vorbeter zusammen, da.sie von ihm ausgingrn, und um den Ursprung der Pijjutim zu begreifen, haben, wir ba$;, Amt desselben wie seinen Namen uns genau vorzuführen. Namen. Der sogenannte Vorbeter heißt: 1) Abgeordneter der^. Gemeinde^ (Scheliach Zibbur), indem von der Gemeindeals Leiter des Gebets vor Gott abgeordnet wird; 2 Hintreter vor den Pult^ (Jored lifne ha-Teda, wofür auch Ober lifne ha-Leba1 2 3 vorkommt). 3) Opfere r (auch Kämpfer) (Karab oder Karobai).-4 Nach all den Benennungen zusammeugenommen war also der Borbeter von der Gemeinde ab- 1) Berachot 34 b. — 2) ib. 34a. Der Ausdruck Jorcd weist darauf hin, daß der Betpult des Vorbeters etwas niedriger als die übrigen stand. 4) ib. in der Mischna. 4) Agadat Bereschit c. 49. Die doppelte Bedeutung der Wurzel Karab sucht der Midrasch daselbst in Bezug auf das Gebet zu vereinen; das Gebet solltheils die Opferidee symbolisiren, theils als Führung -eines Kampfes gegen die Sünde gelten. —

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