Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 38 (22.9.1849)
- Date
- 1849-09-22
- Page
- Spalte 601-602 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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601 602 Studien. Edujjot 2, 4. 5. 6. haben; denn sonst würden sie diese ihren Schülern gelehrt, und es würde dann in dieser, wie in b*n zwei nächsten Mischna's nicht gestanden haben bb»T 'KßW, sondern ppa bbn TT. Das eigene Zu rücknehmen, der Meinung allein nennt unser Rrdakt. ^l2Ilb, welcher Ausdruck meines Erachtens blos deshalb weil die Halacha nicht also entschieden wurde, nicht gebraucht werden dürfte. — Der Redakt. hat "sie aber dadurch gleichsam, büDD gewesen, weil er L) blos und bb,T nicht aber wie bereits erwähnt rfa , tso -gestellt, und 2) weil D'Dan nämlich D'DDD gegen beide sind. ^Dieses letztere, daß nämlich die Chachamim beide Meinungen verworfen haben, ist blos wiederum dadurch ermöglicht worden, weil kein n"T -'HW T3 sich gebildet haben, letzteres aber Härte unbedingt stattgesunden, wenn Schammai undHiltcL bei ihren srühern Meinungen, die Ln der Mischna ausgenommen wurden, geblieben wären. Es hat also genau genommen, nicht der Redakt. der Mischna diese Halachot blOU gemacht, sondern sie, nämlich Schammai und Hillel selbst. Wahrscheinlich leuchteten ihnen die Widerlegungen ein, und wollten sie deshalb ihre Halachot nicht weiter dociren; sie selbst jedoch hielten aus Ehrerbietung gegen ihre Lehrer fest an der rfop vergl. Nr, 3 1L»'? O'ü« Ein ähnliches Verfahren findet sich I-ei*Akabja (Edujjot Abschn» V. M. 6 und 7) der selbst seine Meinung nicht aufgeben wollte, seinem Sohne jedoch die Meinung der Gegner anempfohlen hat nma nnNi>1 Tim Tin nmb 2Ö1Q )TTDn. Ob aber jbtoD'b ähnlich her Tosifta, oder zu lesen ist, lassen wir dahin gestellt sein; durch das, was wir vorausgeschickt, sind beide Lesearten zurechtfertigen, denn wie wir oben gesagt, haben sowohl Schammai und Hillel selbst ihre Meinungen aufgegeben, also ]b&02b, als dies auch vom Redakteur angedeutet worden, also jblpab«. — Die Antwort der Mischna lautet also einfach: (Wir sollen daraus die Lehre ziehen) „daß Niemand auf seiner Meinung beharren soll (wenn er nämlich gut widerlegt wird, wie dies wahrscheinlich hier stattgefunden), denn auch die Väter der Wett (die großen Lehrer Schammai und Hillel) beharrten nicht auf ihrer Meinung." (docirten sie nicht weiter). Nr. 5. ,,Wozu aber wurden ausgenommen die Worte eines Einzelnen unter die Worte Vieler, da doch immer die Halacha .nach den Vielen entschieden wird?" (Zn Nr. 2 wird nicht nur die Entscheidung der Chachamim gegen Schanmrai und Hillel angegeben, wodurch die Meinung dieser , wie in Nr. 1 bau wird, sondern es wird auch erwähnt die np?bprv dieser Chachamim gegen Rabbi Jose OTDIK D’DDHl nnon 'im Nb« m nma nbr ni Tina dtvüd rwnn ttn w' ti , D'TTi Tyrn rron noN ■ Tyi n^on, Die Frage dieser Mischna, nämlich Nr. 5 bezichtssich nun lediglich auf die vom Mischnaredakt. geschehene Ausnahme der nplbfrD zwischen den Chachamim .und Rabbi. Jose. Hier kann nach Erwägung des Obgesagten in Nr. 4 die Mischna sich nicht des Ausdruckes }bl3abbedie- . nen, mit wir überhaupt bei TT np^no nicht sagen könnten ^ab TTfi ''XSl jTTJD, es müßte denn sein-, daß er, der selbst seine Meinung zurückgenommen; auch konnte di« Mischna Nr. 4 auf Nr. 1 nicht fragen nob* panon pa TN',1 Tin pTTD, denn bloß wenn der TT ein Zeitgenosse der DTTD war, ist dieser Ausdruck anzuwenden, die Chachamim aber waren wohl Zeitgenossen von Rabbi Jose, nicht aber von Schammai und Hillel, da sie viel später als diese gelebt haben. — Die Antwort lautet nun: (Zu diesem Bkhufe) „wenn je Gefallen finden sollte ein Gerichtshof an den Worten dieses Einzelnen, so kann er da eine Stütze finden, denn em Gerichtshof darf doch nur dann ungiltig machen den Ausspruch eines andern Gerichtshofes, wenn er diesen übertrifft an Gelehrsamkeit und an Stimmen zahl; übertrifft er ihn an Gelehrsamkeit, nicht aber an Stimmenzahl, oderanStimmenzah^ nicht aber an Gelehrsamkeit, so darf er auch nicht ungittig machen seinen Ausspruch, bis er ihn übertrifft an Gelehrsamkeit und Stimmenzahl." (Wenn nun z. B. ein pl T3 je Gefallen finden wird an dem Ausspruch des ict und durch diesen die ■>DV> TI bw nplbnD 'bya TDDH an nDDfl pJD? üb er treffen sollte, so kann der Ausspruch des Rabbi Jose wieder Geltung erlangen. — Hier ließt, ähnlich wie in Nr. 4, eine Sittenlehre zum Grunde, man soll nämlich auch die Meinung eines Einzelnen, wenn sie auch gegenwärtig keinen Beifall findet, nicht für ganz verwerflich halten, sie kann einmal wieder Geltung erlangen; deshalb hat ja auch der Redakt. der Mischna, trotzdem "der Meinung des -ppp die D’GUCn Tin entgegen waren, oder wie es öfter verkommt D’?:on i'.ttta jNJtffi, ’ji^d hu; inm ’m dennoch auch die Meinung des Einzelnen, oder die ihm sogar misfallen in die Mischna ausgenommen. Unserer dritten Mischna Nr. 6 nämlich müssen wir eine kurze Resumirung des früher Gesagten voranschicken: 1) jbciüb pTTö kann man nur dann sagen, wenn die Mischna zu erkennen giebt, daß die Partei selbst ihre Meinung zurückgenommen , oder wenigstens nicht darnach öffentlich gelehrt hat, so nennt mit Recht die Mischna Nr. 4 die in Nr. 1 vorkommenden Meinungen des Schammai und Hillel nicht aber die Mischna Nr. 5 die in Nr. 2 vorkommenden Meinungen der Chachamim und Rabbi Ioft, da es nirgends hervorleuchtet, daß dieser seine Meinung wegen der Chachamim zurückgenommen hätte, 2s pa TT TTT heißt nur dann die Meinung einer Partei, wenn die beiden Parteien Zeitgenossen sind, so nennt auch mit Recht die Mischna Nr. 5 die in Nr. 2 Dft 'T D’DDÜ np'lbnD, weil beide Parteien zu ein und derselben Zeit gelebt haben: TTD Tin D'QTDiT. pa, nicht aber dürfte dieser Ausdruck in Nr. 4 auf Nr. L Vorkommen, weil die da erwähnten Chachamim nicht in gleicher Zeit'mit Schammai und Hillel gelebt haben; und endlich 3) giebt die Mischna Nr. 4 die Lehre: daß man auf seiner Meinung nicht allzu schr beharren soll, und die Mischna Nr. 5 die Lehre: daß die Meinung eines Einzelnen nicht als gar zu unwichtig angesehen werden soll gegen die einer Menge.