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Der Orient · 1849-09-15 · 37 (15.9.1849) · p. Spalte 589-590

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
37 (15.9.1849)
Date
1849-09-15
Page
Spalte 589-590 (sequence 7)
Language
German
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589 Studien. Literarische Miscellen. 590 und beliebteste, weil sie die ausgebildetste war. Die griechische Sprache war sehr geschätzt. Daher ruft Jchuda Ha-Nasi aus (Baba Kamma 83 a): ,-,wozu soll in Palästina der Gebrauch des Aramäischen? Entweder Hebräisch oder griechisch", weil nur diese zwei als ausgebitdete Sprachen anerkannt wurden. Das Bewußtsein von der hohen Bedeutung der griechischen Sprache ging so weit, daß die Römer ('»EH")) unbedeutend und verachtet, weil ihnen eine eigenthümliche Sprache und eine eigenthümliche Schrift abging, genannt wurden (Aboda Sara 10»). Die Römer hielt man bloß für eine Kopie der Griechen in Bezug auf Schrift und Sprache, und da diese so eng mit dem Geiste eines Volkes zusammenhcingen, so verachtete man das Volk ebenfalls. — * * no nn'SD -wy im Sohar. In dem neulich erschienenen Werke „die Religionsphilosophie des Sohar" von Hrn. D. H. Joel, Rabbiner in Schwersenz, das ich aus einen Lag von der Buchhandlung zur Einsicht hatte, sah ich S. 107 folgende Note: HE nnvDD, das Buch Rastel ist, ungeachtet der Extravaganzen, die es enthält, bei diesem Punkte der Wahrheit nahe gekommen nno HD -ta niWo rMUBMTl b, dasselbe lehrt schon in seinem wahren Kommentar zu niOibn hvtdd iwy , dd^d p no auch '“lirp Kusari Lh. 4. Z. 25". — Ich glaube durch folgende Erklärung der Wahrheit näher zu kommen, ohne das getrennt stehende riß 1^3 -zu verbinden. Schon in der sinnlichen Welt fragt die Skepsis, Was sind die Dinge? Wir nehmen Eigenschaften an den Dingen wahr, aber die sämmtlichen in der Wahrnehmung gegebenen Eigenschaften sind.. btos relativ. Eine Menge von Umständen haben auf unsere Wahrnehmungen und Urtheile Einfluß. Der Au stand der Sinne, das Medium der Empfindung, die räumliche Lage der Dinge. Ja, die Umstände bestimmen die Wahrnehmung dergestalt, daß die Dinge diese Eigenschaften ohne diese zufälligen Umstände gar nicht haben würden. Ein Körper hat Farbe; aber nicht ohne Licht: Was ist nun diese Eigenschaft im Dunkeln? Er klingt; aber nicht ohne Luft: Was ist diese Eigenschaft im luftleeren Raume? Er ist schwer, aber nur auf der Erde; auf der Sonne wäre seine Schwere größer. Er ist zerbrechlich, wenn man ihn bricht: hart oder weich, wenn man in ihn emddingen will; schmelzbar, wenn Feuer dazu kommt; aber was sind die Dinge an und für sich, ganz ruhig gelassen? Ferner: die Mehrheit der Eigenschaften verträgt sich nicht mit der Einheit des Gegenstandes. Wenn wir uns fragen: Was ist das Ding, so antworten wir uns mit einer Mehrheit von Kennzeichen: dies Ding ist a und b,. <j und d; die Rede war von Einem, und nun spricht man von Vielem. Soll man vielleicht die Antwort so verstehen, das Eine- Ding sei der Besitzer jener Eigenschaften- und an demselben zu erkennen; so sieht man sich ja eben darum, weil man das Ding erkennen muß an dem, was es hat, und nicht durch das, was es ist, gezwungen zu gestehen, daß das Ding selbst, der Besitzer jener Kennzeichen unbekannt bleibt, oder wie sich die Metaphysik ausdrückt (s. insbesondere Herbarts 2. Theil der allgemeinen Metaphysik), daß wir kein Bild von dem Was der Dinge erlangen. Dasselbe gilt von der Vorstellung des Ich. Was ist das Ich? dasjenige Wesen in uns, welches denkt, fühlt und bewegt? Man lasse die von außen kommenden Vorstellungen und Gefühle weg, man lasse den Bewegungsraum hinweg, was ist die Seele an und für sich? Ferner die Frage war nach dem Einen Ich, und wir erhielten eine Summe von Merkmalen zur Antwort. Die Metaphysik strengt sich jedoch an, diese Fragen zu beantworten, und hier ist der Tummelplatz über den Begriff der Substanz. Aur Idee Gottes angelangt, müssen wir uns bescheiden und sagen: Wir können nur Eigenschaften von ihm rühmen und preisen; aber von seinem Wesen wissen wir nichts; das Was des göttlichen Wesens ist und bleibt uns ein Räthsel. Diesen Gedanken nun drückt Buch Jezira durch die Worte aus: »IQ nrPQD, das sind 10 Attribute, ohne das Was deS göttlichen Wesens zu bestimmen. Die Anwendung von dev sinnlichen Welt auf das göttliche Wesen, und die Erkenntnis der Grenzen, die uns hier gezogen sind, überlassen wir dem Leser. — Dr. M. Dusch a k, R. in Aussee. Gog und Magog. Im 1t. Heft der Kochbe Jizchak habe ich nach zuweisen, mich bemühet, daß unter jijj die nördlichen kaukasischen Völker, zwischen dem kaspischen und schwarzen Meere verstanden werden. Mit dieser Ansicht fand ich unlängst übereinstimmend, Hasse in seinen Entdeckungen V. 1, S. 13. Aber auch diesem kam schon R. Abraham Saba zuvor im Zeror Hamor sol. 74 col. 3 über Exod. 15, 7, dieser hält nämlich jpjßi -.ly für einige Völker, welchen der griechische König Alexander den einzigen Ausgang aus ihren hohen Bergen dadurch versperrte, daß er an diesem Platze eine starke eiserne Mauer aufführte, und eiserne Männer darauf stellte, welche beständig mit einer Art von Hämmern und Aexten aus der Mauer zu schlagen haben, daß die Einwohner sich fürchten, herauszugehen. An einem großen schrecklichen Lage würde Gott die Mauer zerstören, und den furchtbaren Einwohnern den Ausgang eröffnen. Diese Nachricht, von dem mythischen Gewände enthüllt, weist uns nach Kaukasien hin, wo sich die berühmte kaukasische Mauer befand, welche in einer fernen Vorzeit von einem persischen Monarchen gegen die Einfälle nördlicher Barbarenvölker aufgefüheL, von Derbend aus, am westlichen Ufer des kaspischen Meeres, bis gegen das schwarze. Meer hinlief, und .U.M JU genannt ward. Auch dem Koran S. 18 ist da§ Hcrvorbrechen der Völker Jadschusch und Madschusch aus ihrer Mauer, um die Völker zu verwüsten, ein Vorzeichen des herannahenden Weltgerichts. In der Offenbarung Jo-

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