Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 37 (15.9.1849)
- Date
- 1849-09-15
- Page
- Spalte 587-588 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/8555529-9893953-9893997--6069-3535254- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
587 Studien Literarische Miscellen. UndZutung betrachten wir die Erzählung im Talmud, daß der horodianische Sempelbau niema ls durch Regengüsse unterbrochen worden sei. indem es die ganze Bauzeit hindurch Kux des Nachts geregnet habe»^ In dieser Erzählung liegt Nichts Unglaubliches, — und daß das Volk eine jedenfalls heachtenswerthe Naturerscheinung als eine besondere Gunst te Vorsehung angesehen, kann weder bkfremdm noch zu einem Belächeln berechtigen. Erwägt mau nun noch, daß der Akt des Wasscxschöpsms an sich eine auf rechtzeitigen und zeit gerechten Regen " hinzielende symbolische Handlung war, so dürste der Schlüssel zur obschwedendm Frage gesunden ftm» — Auch in der gesteigerten Lustbarkeit, die beim Feste des Wasserschöpsens zu herrschen pflegte, vergaß Hillel seines erhabenen Berufes nicht, stets blieb sein Blick auf die Haltung der Massen gerichtet, um sie durch sein gewaltiges und einflußreiches Won, je nachdem der Moment es erheischte, zu mäßigen oder anzuregen. Sah er sie tumuttuarisch durcheinander rennen, rief er aus: „Und sind wir auch hier -- wer ist hier? — wie? bedarf Er (Gott) etwa unseres Lobpreisest heißt es nicht in der Schrift (Dan. 7, 16}; tausend mal tausend (Engel) dienen Ihm?" — Sah er jedoch, daß sie eine gemessene Haltung bewahrten, rief er ihnen ermunternd zu r „Wären wir nicht da — wer wäre ba? — Und wird Er auch von Unzähligen fHimmelsschaaren) geprieftn, so findet Er doch stets Wohlgefallen an den Lobpreisung gm Israels."^' — (Schluß folgt,) 14) rro pJ2 ppov _ rnw ' onntn wxü pi nnn miw ^nob * wom p-vn rni ' mpu-n - jrot^D*? .Dyn iNiPi - nonn nn^n 4 o^yn marw nnn^ D'Üff m&büW ljm T ach n i t 2Z —: Auch Jos» Meldet i * . , V.CCT £xi:IP0V ZÜV XOUQQV ÖLX&&ÖflOVfLSVOV TÖV waov r d g fu-v 1} 4 Q&q o v % v £ i v v,z%. — Ant> X V2 11, 7» — 15) G^Dn hy pm jrn Rösch ha-Gchaua 1, 2z PPQV ^2 1PUD pW ' pC\2W ^31 IVjPin 'bPZ * DHJJ3 nimtp PP2 ctdbu ur\h rrw ' nm p 'Oi Za an. L c. — (siche die vorige Anmerkung); — m'1 nbhp ID^D ü'üm {«b}i JDO — Zn'an. 1, 7. — 16) ° mm (? p"pp) jn:? ])b DN m ]pin bbn —?on ]nd ,on ' })b *ibk mn pmp' \\b non Vnn m : 'di — "?7]ns Km pjwtf "? dh ]nd dh ]: no^- nm^ro p^p «in' 2pn ' foip nm mm sw >s> mo nnn banis» j* Sukka 5, 4^ c<>nf. t>. Sukka 53 a, 'Dl ]SO pK DN, wo aber ‘OK offenbar in IgK zu emendiren ist^ siehe lLosafot sub voe* DN, wo der Jerusch, zwar cüirt, aber total falsch aufgefaßr wird. Es scheint, sine falsche Lkseart^ oder, was wir für wahrscheinlicher haltea, eins grammatikalische Schwierigkeit sei die Weranlassung der fraglichen Auffassurig geweftn» Sam» Edel es (V&Sf miD) a(1 ^oc* hat zwar das Richtige, unterläßt ss aber, den Jerusch^ als Gewährsmann Zu citiren. rterarische MiscelleA. Das Hebräisch - Sprechen zur Zeit Misch nass 1. Das Hebräisch-Sprechen in Palästina wurde zu eiM religiösen Pflicht gemacht, b. h. die Erhaltung der RariMW lität in Bezug auf Sprache war nicht blos PatriotismU/ sondern Religion. „Wer in Palästina wohnr, heißt eine Ms gibst Borschrift (j. Sabbat c. 1. 6), und hebräisch sprich^ der kann der Zukünftigen Seligkeit versichert sein." „ÄM ein Kind zu sprechen anfangs (Sifri zu Dt.!!, 19) t ft M der V.cker mit ihm hebräisch sprechen, und thut er es nich^ so wäre es besser, daß er es Zu Grabe trage." In 33^^ lom'en, wo dieses kaum auszuführen gewesen sein mag, M man Zwar diese religiöse Pfsicht in ein Erziehen der Km^K im Studium des Gesetzes umgewandelt (Pesach. <\ ult.)/mH man wird wohl kaum daran zweifeln, daß in Palästina Um fet religiösen Pflicht nachgekommcn wurde» Adernden aus, daß Hebrärfch - Sprechen Zu einer religiösen Pflicht macht wurde, sieht man, daß in Palästina der ÄndrWH aramäischen und griechischen Sprache das HchrÄ^hk ganz Zu verdrängen drohete.° Das Aramäische war die vulgäre der großen Masse, 'in welcher die Jdivtensprüchs^vMM tovin) und die Kontrakte (nH£^) WM Zwech/MM gemeinen Verständlichkeit medergeschrstben wurdest^ Jsy u da h a - Ras i, der die Mischna hebräisch'^ schrieben, sah sich doch genöchigt, diejenigen Partst^^MDW zu schematisiren, deren Allgeweinverständlichknst MMssM- Für die große Masse ist auch das aramäische Schrift gefertigt Worden. Es ist aber auch gebildetere Theil das Aramäische, weil es so wenigsMDM^ det war, verachtete, non dessen Studium abmahntt.ßM^ möglich ganz Zu verdrängen suchte^ Gebete m arattzHHK Sprache verstehen die Engel nicht, welche bringen habew (Berachot)^ und wahrend man Schrift^ Ueberfttzung vor einem Brande am darf, hielt man es für unerlaubt, es bei der mra thun (Sabbat c. onD bs Auf.)» Das Aramäi?M(H lästina nannte man ^DniD ]).^6 (Baba KamMiWWDÄ in ihm sich mehr die syrische Aussprache dxfferbM^LE^^^ was durch die Nähe Syriens und durch die düngen mit demselben erklärlich war, während m Babylonien ]wb hieß. ' . , - Die griechische Sprache war in Palästina feit IieMöU verbreitet und nächst der Hebräischen war M dliüflj *) Spater noch wurde das Hebraischleknm wichtigsten religiösen Pflichten gemacht Abot-Kommentar (2, l) gibt das^ HZbrZisHMnM der wichtigsten Gebote des Gesetzes»