Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 37 (15.9.1849)
- Date
- 1849-09-15
- Page
- Spalte 585-586 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Studien. Hillel der Aelkere. 586 an wachem es 27 Jahre früher durch Pompeius ein Asches Schicksal erfahren hattt^ Daß hier der Versöbnungsgemeint sei, gehe schon aus der Bestimmtheit hervor, ill^t SoOfue von dem Fasttage spricht^ er unterläßt näher zu bezeichnen^ weil er ihn als allgemein be- WMt voraussetztR Diese Bermurhung wird oder vollends ||^,Gewißheit erhoben^ faßt man das ibuü 14, 4 Mitge- ^jsk'c näher ins Auge. Diesem zufolge hätten die Belagere ß^sich am Sah dal nur defensiv verhallen, was dmn ii P 6 mpeius za dem Entschluß gebracht hätte, am Hbär die Offensive einzustellen, um diesen Tag zur Aufl bei* Bollwerke zu benutzen; und lediglich dieser Riegel soll er endlich den Sieg zu verdanken gehabt haben, Dach hätte Pompeius Jerusalem an einem Sabbat Mrt,-und doch soll dieser-Tag zugleich auch '■■v£ $v s l cc $u 9?tx?efeu ftin ) Eine Verbrüderung Zwischen H^'b a t f d i1 r' und Fasten kann nur am V e r sö h n u u gs- W-stattfinden. t™"1 feem dies noch nicht genügt, den verweisen wir auf ^avo, der ausdrücklich sagt, daß Pompe lus die Stadt ixte, indem er dazu den Tag des Fastens de- :te/ an welchem die Juden sich allerArheit geltend Wir verweisen ferner auf Dio C affin s, N^Mir glauben daher nicht Zu irren, wenn wir an nehmen^ ■Kosest in den fraglichen Stellen den dritten Monat |.;b! ympiadlschen Jahres meint. Dieses begann attischen Hekatombaion, der mit dem Neumond dessen Vollmond Zunächst nach dem Gommer-Sol- Eichel i-iutras (= Iuli — Äugust- und also dem jüdi- ^M.'L-b entsprach, demnach wäre der dritte Monat der "MAr o m i o n (= September —- Oktober), das ist Msihische Tischri. Daß unter dm Griechen noch eine Wch Jahres berechn ung üblich war, die mit dem GamejÄ/k^mn, kann unlerer Annahme ebensowenig einen Ein- 'EAun, als der Umstand, daß Jofefus sonst die make- Monate gebraucht (Nig&V) og tW; Aut, L 3, 3), weil f wo von Olympiaden die .JMfc and M&:/. . nur das slympiadische Jahr in Betracht W kann. Die olympiadische Zeitrechnung war das Band, .verschiedenen griechischen Stämme Zu einem großen ^M^wereinigttt Der mit dem odm vezeichnettn Neumond Monat eröffnte das neue olympiadische Jahr, IjjtYi dieser Monat von den Einen H e k a 1 o m b a i o n, den Andern D a i f i o $ genannt werden. — " i'Ogz'ij tijg vrjürslctg — I—Anuu 5, — i^päoft L r. — iS^.'-.KiKTtAiY^TO S\ öTg , trjovaag tijv Trjg vr>6iqvi'A& üyitl%ovto öl l'ovÖx'ioi. wotvtog loyov B^eüftr. XVI, 2. — Gewistermaaßen spricht für den Dygstag auch der in der römftchen Welt m'tekm ^Ai,/daß die Juden am Sabbat fasten» So schreibt Tiberius; JT N e J u d a e u s quidem, mi tarn dH identer S;a b b a t i s j e i u n i ti m so re&o ho die servaviu — Sueton. Od:avt L.XX V S, ^W^chm behauptet Suftin mit kecker Sttrrw» „septimum 1H8& :4h o re g e nt i s S a b ba t u m a p p e U a I u ri? , in ü in n k ff!*«' JeiiMuo sacravit« — Üb. XXXVÜ v. 2» der geradezu behauptet, daß der Aempel von Pom-- peius nicht erobert worden wäre, wenn die Besatzung an allen Tagen gleichen Widerstand geleistet hätte", und fügt dann noch hinzu: so wurden sie (die den Tempel innehübenden Anhänger des Aristobul) denn auch am Tage des Kronos {h trj rov Kqovov riftzpy10), ohne Widerstand zu leisten11 dtuvv6fnvöt), besiegt." — Fand nun die Eroberung Jerusalems durch S ofius, wie oben bemerkt, an demselben Jahrestage statt/ so konnte der idumLische Thronräubcr sich seines Raubes erst Tages darauf erfreuen, wonach der elfte Ti schri als die äußerste Grenze zu betrachten wäre, bis Zu welcher die Thronbesteigungsseierl£ wie die Tempelvollendung Zurückgeschvben werden dürften» Daß bei solchem Bcwandtnjß der Hauptükt der Einweihung bis auf das so nahe HüLtensest verschoben worden sei, ist schon an sich wahrscheinlich, und wird es noch mehr beim Hinblick auf das Prius des salomonischen Tempels (1 Reg. 8, 2)» Nur die Koncentrirung derFest^ lichkeit um den Akt des Wa sser sch öpfens würde noch einer Schltterlüftung erfordern. Indessen fehlt es auch hierfür nicht an Andeutungen, die den aufmerksamen Beobachtex leicht auf die rechte Spur führen dürfttn» Als eine solche — Auch Plutarch scheint diesen Jrrthum zu theilen, wenn er surrst. Fasten und Sabbatfeier durch einander wirft. Aller Wahrscheinlichkeit nach war es Pompeius, der diesen Jrrthum unter die Römer gebracht» Er war der erste Römer, der — gestützt aus sein angebliches Siegesrecht i^ju re v ietoriae“ — Tu«, hi stur. V3 9) — in den Tempel zu Jerusalem nndxang, wo der Umstand, daß er die Besatzung, namentlich die Priester, feiernd und fastend fand, ihn zu dem Glauben verleitete, daß S K b# bat und Fasten mit einander in ewigem Bunde stehen^ welcher Glaube dann unter den Römern allmälig Fuß faßte» Daß diese in der That das Wenige, was sie von der jüdi^ scheu Religion wußten^ dem Eindringen des Pomp eins m den Tempel verdankten, meldet Tacitus ausdrücklich mir den Worten: »ft n t1 e v u 1 g a t n m , nntlu intus Oeum tffigie vacuant sedem et inania arcana4*—bist, h c.— lö) I>ie Saturni; l>i<» CaÄ.siusT tiistor. Knm. 57, 16* 11) Plutarch (De supersu 8) ist ordentlich aufgebracht darüber, daß die Juden am Sabbat uuthatig zuschauen, wie die Feinde Sturmleitern ansetzen und ihre Mauern einnehmen. — 12) Der Krönungstag zu Rom, an welchem ton ins den Nominal - König bewirrhett (— ziarl®; Bl trjv TtQ&TijV ri^BQav 'HQaiÖrjv xfjg ßoccü^iag?Avrd~ vi og — Aut. XIV. 14, b; Oe be^lo Juth ü 14, 4} kann nicht gemeint sein —, da von der faktischen Thronbesteigung die Rede ist $ auch würde Lies in der Hauptsache nichts ändern, da beide Fakta in eine und dieselbe Jahreszeit füllen. Es ist hier der Ort nicht, diese wejtergreifende Frage umständlich zu erörtern, doch behalten wir uns dies für eine^ Zweiten Aufsatz vorw — lst) Der Umbau des Tempels hat ein Jahr und sechs Monate gedauert (Ant. IR it, 6). Es bedarf aber erst keines Beweises, daß der Umbau im Sommer und Zwar unmittelbar nach dem Pesach-Feste begonnen wordenz hk Zeit der Vollendung ergiebe sich sonach von sttdst. —