Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1849-09-15 · 37 (15.9.1849) · p. Spalte 581-582

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
37 (15.9.1849)
Date
1849-09-15
Page
Spalte 581-582 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/8555529-9893953-9893997--6066-3535251
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Kritiken. Malbim, Jesaja. 882 MM, 2k>. -plü *nj? ^33’ dein Frühregen wird DDstmehr davonfliegen"^" WaS hat den Verfl gezwungen ßK der reciplrten Bedeutung abzuwsichen? Vergleichung mit M,aramäischen P)D — FplS, vergl. noch Sony. 67, 6. ^,1, so daß?pJ dem *pNJ nach Form und In- DWntspricht — sichert ihr ohnehin dm Vorzug vor der ISüngenm, unberechtigten des Berfl Dem Winde werden f poetisch Flügel gegeben (nn ^33) \ auch Wolken fchwepy(n3^lj;n j^-)j Uber wo begegnet uns in *pn ein;p|if'$nibcc Regen? 10. \U SSttb uns folgendes Stück Metaphysik zum f||gn gegeben: die Zeit ist nur eine Denkform, nur das ||$. für die Dauer der Wirklichkeit der Objekte» Wenn nun ^Mensch stirbt, der Körper aber noch nicht verweset ist, Mn steht die Zeit still (o^ i^n), allyn aufgehört haben Menage noch nicht zu sein, denn sein Neid hat noch D a- Mch Erst mit der völligen Auflösung hat die Zeit ein lWe» Run der V. 10: Ich dachte, ich werde in die Pfor- #jr M>der Gruft emgehen, d. h. aus dem Leben scheiden, daß Mne Tage still stehen; „wenn ich aber in die mnern Ge- Acher derselben gedrungen, wenn mein Leib den Elementen Mhergcgebm ist" — diesen Passus muß der wohlwollende ergänzen, der Dichter hat sich die Mühe nicht genommen Aann bin ich daar des Restes meiner Jahre, dann hat die für mich rein aufgehon» — Und an diese Sudttlttätta ||p Mischung aus Scholastik und kritischer Philosophie, die Ehedem gesunden Denker entziehet) soll ein Genesender in lyrischen Erguß, in dem glühenden Dankgefühl für :|pf Mwdergewonnme frische Leben, zuerst gedacht habend Da Aber es kommt noch besser V» 11- Der Geist so lange Dmik dem Leib verbunden begreift nur unter den Bedingung von Raum und Zeit; feine Gedanken sind Abstraktionen sinnlichen Anschauungen (»vn erw in inteileetu , quod erat m eonspeetu)* Ist über der Geist seiner Kor- Dlle entkleidet, dann schaut er das Göttliche unmittel- IVr, nicht durch die Gläser der Ginne» Sinn: Ich dachte ' werde ich den Ewigen nicht sehen (vermittelst lieblicher Mne), wie ich ihn hier gesehen (erkannt) auf der Erde der Wich-Lebendigen; nicht werde ich Menschen sehen, wie ihn dm Weltbewohnernz dort werden Geister nur mit Aem verkehren," Sollte man nicht erwarten, der konig- Dichter werde sich bitterlich über seine Genesung bekla- „Md in Verwünschungen gegen den Propheten ausbrechen, .Ihn durch die unwillkommene Kur in das irdische JamsfAMHal zuräckgebünnt? und doch schlägt er so freudig jauch-;¥|Ä Töne au (B. 16—19) über das wiedergeschenkte t$bm: IfÄbendige, der Lebendige der dankt dir! w:. i...;-.Ueberl)aupt weiß man nicht, was man von der m der ^glBfemng so entschieden ausgesprochenen Abneigung gegen und Scholastik zu halten hat, wenn deren Kat^ -Mppien und Dogmen Einem auf jedem Schritt begegnen. So 2: „Und dn Mensch, ein Erdmgefchöpf, ein Kammer der vier Elemente, Ehiskijah, wird dennoch, durch die ihm von GM vevlichM MachtsdiZ Eteckmte alle VehKrschen und wird sein eine Burg vor dem Wind 1^}, tm Schirm vor dem Strom 'Z^uch Wafferbächm in der Dürre (^n IW), gleich dem Schatten eines gewals tigen Felsens im Sande der Verschmüchkung (chZZ-N Hätte der scholastlsirende Prophet doch mindestens einige Orbs nung beobachtet und wäre von dem kompaktesten Urstoff aufwärts, oder vor dem semflen abwärts gestiegen! Dieselbe Willkür und Ordnungslosigkeir, zeigt sich 40/ 12- 13» „Wer maß mit der HandtzMe das Wasser und mit der Spanne den Himmel (Aetherr^^^ rmd mit dem Dreiling den Staub der Erde und wog mit der großen Wage die Berge und mit der kleinen die Hügel $ wer maß hm Wind des Ewigen (‘YKV) r§. Warum gerade „die Lust" mit dem Epitheton omans beehrt wird, sagt der Vers, nicht» Aber dafür weiß er Rath, weßhalb unsere Erde in der Schilderung so reichlich-. bedacht ist» Sie als der Mittelpunkt ss gewaltiger Weltkugeln, die sie umkreisen, mußte mit großem Sorgfalt behandelt werden, damit sie nicht aus dem Gleiche hewicht. komme. — Jesaja ist also ein steenZex PtoleWaikeN und har mit den „Spinngeweben neuerer Wissenschaft" der Erde den angemessenen Platz unter Planeten angewiesen, nichts zu thurn Doch genug! Unser shnmaßgMichss Urtheil über diese Arbeit steht fest: Man kann viel, sehr viel daraus lernen^ namentlich ist, neben manchem Verfehlten, meist VortrefMchss in der Synonymik geleistet $ sie ist eme wahrhafte Bereiche^ rung der neuhebräifchen Diktion, in jeder Zeile bekundet sich der Meister des Styls — auf disharmonische Bilder, wie xhy-TT\ |ü3 36, 10 stoßen wir feiten —5 sie reihet sich würdig an die Paränesieen unsrer Literatur z aus jedem Worte spricht die Begeisterung für Gotteswort und Judemhum und trifft mit scharf einschneidender Geißel die Schwächen, Sunden und Jrrthümer der Zeitt Aber eins Exegese, die sich dm ÜM^n Dra zum Ziel setzt z eine Exegese, die SelbstvotteuH§ nung genug besitzt^ die genialsten Gedankensprünge abzuwei^ fen, wenn sie mit den ewigen Denkgesetzen, mit dem eigenthümlichon Sprachgebrauch, mit der Zeit und dem Jdeenkreise des zu erklärenden^ Autors im Widerspruche stehe — Me Exegese mir Einem Worte ist sie nicht. Es ist des Rest aufrichtiger Wunsch/ daß der Hr. Verst mit seinen außerordentlichen Gaben Md reichen Schätzen des Wissens eine andere Richtung auf diesem Oebttte Anschläge, damit wir ihn am Ziele als echten Dolmetsch des göttlichen Wortes begrüßen können^ Vn*w> VK&l bx nDK W cnninb 202 ,cnia»3 o Glogau. Arnheim. 37

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.