Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 37 (8.9.1849)
- Date
- 1849-09-08
- Page
- Spalte 571-572 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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572 571 Studien. Haggadische Wortspiele. Lora treu blieben und nächteten, wodurch dev Gegensatz mit der jüdischen -Lehre nicht so grell war, häufig mit den Ra bhjnen verkehrten und daß - im Talmud mehre Widerlegungen, ihrer -Ansichten enthalten sind. Von ihren.Meinungen bringt Strauß,- Leben Jesu 1. Ab. Z. K. §. 27. S> 192 unter andern auch folgende. „Sie unterschieden (die Ebioniten des Epkphanius) bekanntlich in A. T. eine doppelte Prophetie rc. Als wahre Propheten werden im A. T. nur die frommen Männer von Adam bis Josua anerkannt: die spätern Propheten und Gottesmänner/ unter welchen auch David und Salomön namhaft gemacht sind, werden nicht nur nicht anerkannt,isondkrn verabscheut.. Wir finden aber sogar bestimmte Spuren, daß den David ihre Abneigung ganz besonders getroffene David war ein blutiger.Krieger, Blutvergießen aber nach der Lehre dieser Ebioniten eine der vornehmsten Sünder; von David ist ein Mebruch (von Salomo seine Wollust) bekannt, den 'Ehebruch aber verabscheute die genannte Partei noch mehr als'selbst den Mord u. s. w. Diese Behauptungen und schweren Anklagen gegen David zu entkräften haben nun die Talmudisten die paradoxe Meinung entgegengestellt, Sabbat f. 56 a. -wdn , nyiv nW wn nüh Tn'-nototfi b loy rootzri vr6 N3 Nün?' und durch Entschuldigungsgründe von der Sünde freigesprochen.' Auch bei Salomon. finden wir. .den stereotypen Ausdruck und durch ähnliche unbegründete Behauptungen und Schriftdeutungen unterstützt (ibid. --ONn1^ 'fty. njtfö WN XDtl — Durch den Vergleich mit den obigen Citaten wird es erklärbar, warum die Talmud isten um David und Salomo zu entschuldigen und von den Vorwürfen zu retten, zu Deutungen gegen den klaren Schriftsmn ihre Zuflucht nehmen mußten. Es wären dies blos Mittel, die in.-der Kontroverse zur Widerlegung der Gegenansichten ^ute'Dienste leisteten. Zu bemerken ist ferner, daß diese Aussprüche blos von ■»XTU “D *:n herrühren, der. sie auch auf andere biblische Persönlichkeiten ausdehnte (ibid. 55 a und 56 b. noittn hl 22 *?X)D& ns .n^D-xhx wn iNün rww bNUDtp m., -piN-i). Es : sind die Nachrichten über die Ebioniten, die . in ihren Meinungen 'sehr .differirten> sehr schwankend und unvollkommen, doch wird, der, welcher mit -der Patristik mehr vertraut ist, leicht mehre Vergleichimgspunkte finden und diesen blos angeregten Gegenstand weiter führen können. Aehnliche. Dispu-, tationen sind im Talmud viele za finden, und manche Auslegung und Meinung wird eben dadurch deutlich, wenn man ihr dm polemischen Charakter Nachweisen kann. In der Polemik wurde es nicht so genau genommen, da es hauptsächlich darum zu thun war, dem Gegner einen Hieb zu versetze» (conk. Berachot.und En Jakob, z. St. 'tb'pfisffi Vnb ->dn Nin 'n , hx ,mb Didr * rrro yi? wn o'jnr» pn 3W 'v, wo schon, der alte lächerliche Streit .vorkommt die Trinität aus der Bibel zu erweisen). D. Oppenheim, Rabbiner. Literarische Miseellen. 9. Hagadische Weetspiele. Die Wortspiele derHagada sind nichts als eine rhetorische Figur, die bei den Orientalen sehr beliebt ist, wie z. 85, bei den Arabern die Ted sch ui's. Es giebt in der Hagada zweierlei Wortspiele: Laut- und graphische Wortspiele, für das Ohr und das Auge. Die Erklärer der Midraschim wissen diese rhetorische Figur nicht zu würdigen. Sie ist aber für die Kenntnis der alten Aussprache sehr wichtig, da jedes Wortspiel auf einer graphischen oder bautähnlichkeir beruht. Die gr ap h ischen werden gewöhnlich durch die Formel hnpn eingeleitet. Wir geben hier. zur Erlci uterung mehre. solcher Wortspiele. . . ' 1) "1ND 212 will Morl spiel mir Beresch. Rabba, e. 9. 2) nift TOrD Wrsp. mit -M mr\2, Das. c. 20. ' ' . , & nv2)xh nxfymr. -wo in, Si»a=sina, Ber. Nabba.. 4) "fiz oinn '2 pi^N-w oirvs, puum Jalkut Bl. 51. "' 5) .tri to OV 'N '-2 DN/im—ini. Jalkut, 16. lleber die Aussprache des Zerc gleich i vergl. Journal aziatjguo 1848, Deeemberheft. - f6) rQ Tljnpl n2y)ri/' tofba toeh-ball. Nedarim, 51 a. 7) n&TlKD / nt£hiD, mC)rasa=niorasa. Jalkut. 8) nw is1?? in n' 12 ^2 ti riv kai-M =:ki\H)o. Jalkut, 22 a. Wir lassen jetzt einige graphische Worrspiele folgen. 1) iiDVINtfO. Jeruschalmi Ta'anik, 1. 2) rp^ N22 , rPtt'X'lS. Jalkut, 2. 3) ni^2 impyo G’Dti' sNir» Jalkut 3. 4) xpn |»n minn p jenb po, Larkut, 12 b. : 5) pbüV *12? , pb?2J? 22 T, Baba Batra 21. Wir könnten die Anzahl dieser Wortspiele noch vermehren, wollten aber blos auf ein Hilfsmittel zum Verständniß der Hagada Hinweisen, die, was den rhetorischen Theil betrifft, von den Kommentatoren durchaus misverstanden wurde. Auf die gra pH i schen Wortspiele, welche ihrer Natur nach nur in der Schule, nicht im öffentlichen Vorträge stattfmden konnten, hat unseres Wissens noch Niemand aufmerksam gemacht. In einer größecn Arbeit über alte und neue Homiletik werden wir aus diesen Gegenstand noch zurückkommen. Ad. Iellinek. I