Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 35 (1.9.1849)
- Date
- 1849-09-01
- Page
- Spalte 553-554 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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553 Studien. Die Komposition der Pirke Abot, 554 Positionen, sondern auch jedes Versteck, in das sie sich etwa flüchten könnten, vorweg genommen. Jedoch noch ans einen Punkt müssen wir unser Augenmerk richten, von dem aus, wenn ec unbesetzt bleibt, unser ganzes Gebäude, als von einem Archimedespunkt neubedroht werden könnte. Von einer Fortdauer des Opferkultus nach Titus kaim freilich, nach den Beweisen aus der bald darauf gefolgten Zeit des Li. Jochanan b» Sakkai aus den späten, Thalsachen, nicht mehr die Rede sein. Ob aber nicht zur Zeit des Bar-Kosiba, wo ja nach vielen Historikern Jerusalem im zeitweiligen Besitz der Juden und der Tempel wiedererbaut war, kurze Zeit geopfert wurde und demnach die Betreffenden für die späte Opferexistenz zeugen sollenden Talmadstellerr in diese bestimmte Zeit hinein gehören, diese neue Frage soll in dem nächsten Artikel mit ausführlicherer Erörterung der Bar-Kosibaschen Zeit beleuchtet werden. Die Komposition der Pirke Abot. Von Ad. Jellinek. (Schluß.) II, 1. 'im nnm nssibtJO ^3nDn. Essäischer Gegensatz zu den Zaddukäer», welche die göttliche Providenz in Abrede stellten. — ii, 3. 'ai ro^bo ddj) tw mm boi. Es ist bckannt, daß die Effäer arbeitsam waren und die Arbeit als z-um Leben des/ Menschen gehörig betrachteten. II, 6. 7. 8. Drei Sätze, die durch und durch essaisch sind. tdH pND Dy ttbl bebt den Essäer 0'ON) hervor. pDpH N1?! bezieht sich auf die Sanftmuch der Effäer. Der Kampf gegen miflDD HD") DH ift dem Geiste der Effäer angemessen. Die Lehre in 7 macht uns mit dem estnischen Dogma vom Fatum bekannte 8 verdient einzeln durchgenommen zu werden. HDD HD"iD nra n3"iD. Der essäische Spiritualismus hielt von dem übermäßigen Genüsse sinnlicher Vergnügungen fern. Gegensatz zu Zaddukäern. rwi H33D nmo. Die Essäer, nach Josefus KctzacpQoviyvcä nXovrov, strebten nicht nach Schätzen. DD^3 D31D DM Hier drückt sich die ganz.k Scheu vor den Frauen aus. 'Dl D*13y HD3D uO) nmöttr ri33D. Die Essäer hatten gar keine Knechte, und versahen ihre Arbeiten selbst. Der Schluß dieser Mischna ist ein offener Protest gegen die Zaddukäer. — ,11, 15. 'O) DTODn pW "1JJD DDnnO m Hier haben wir eine Probe aus der Ordenssprache der Essäer. Da es verschiedene Grade gab, so wurden die Männer der höchsten Stufe sehr geachtet. — II, 20. 2:1. Die ganze essäische Anschauung des: Lebens ist hier in nu.c« wiedergegeben. — III, 2. Eine Partei der Effäer hatte sich, wie die ersten Christen, jeder weltlichen Macht untergeordnet. IN, 7. Die Zehn zahl in öffentlichen Versammlungen ist cffäischen Ursprungs. Daher bei Josefus: „Wenn also zehn beisammen sitzen, so spricht keiner, wenn die andern Neun nicht übereinstimmen " — IV, 1. Ben Soma's Aussprüche sind ganz essaisch. Das NL' nN LSGiQD Ist die essäische eyngccztia. — IV, 12 ist vom effä ischen Geiste ducchtcänkt — V, 13 wird die essäische Ansicht über das Verhältniß vom Mein und Dein mirgetheilt. Der -porj Essäer sagt: 'hitr* — Wir haben bereits früher bemerkt, daß es nicht in unserer Absicht liegt, einen Kommentar zu den gesammten Sprüchen zu schreiben. Nur die Hypothese wollten wir durchführen, daßwir es hier mit einer im Interesse des gemäßigten Essäismus aus geführten Grund jchrist zu thun haben. Nachdem Essäer, wie oben bemerkt wurde, zu den Peruschim sich gesellten, ging ihre Anschauungsweise ganz in der der Peruschim auf, und die Häupter der Peruschim, wie Hillel, Schammar u. s. w. bilderen eine Fraktion, aus welcher die geheimnißv ollen Essäer hervorgingen. — Da zu der Sammlung Pirke Abot auch noch andere Bestandtheile hinzukamen, so wurde die ursprüngliche Färbung getrübt. Unternommen wurde die Sammlung zunächst, um die Zaddukäer zu bekämpfen, worin Peruschim und Effäer einig waren. Wir hatten demnach mehre Spuren von dem jüdischen Sektenkampfe. — Es bleibt uns noch übrig, das Verhältniß der Abot de- Rabdi Na tan zu bestimmen. Ursprünglich stnd sie ein Kommentar zu drn Pirke Abot wie die Gcmara zur Mischna, b<<t die meisten Sentenzen kommenlirt werden. Die Sentenzen sind aber oft inkorrekt und verstümmelt, wenn wir sie mit der Redaktion der Pirke Abot vergleichen. Bemerkenswerth ist, wie die gnostischen Sätze in der Sammlung des Rabbi Natarr ganz verderbt sind. K. 49 erscheint ein verstümmelter Satz von R. Akiba, die für die Gnosis wichtige Stelle über das Ebenbild (P. Ab. Hfl, 18; vgl. über Gnosticismen und Antignosticismen) fehlt. Dafür treffen wir diese Lehre im Munde des R. Me'ir (.Abot de-R. N. K. 391 j aber so verstümmelt, daß die Spitze der Lehre vom Ebmdilde ganz abgebrochen wird. Der Ausspruch paßt aber mehr für N. Akiba, den Helden der Antiignosis, den Studiengenossen Acher's als für R. Me'ir, den Schüler Acher's.