Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 10 (1849)
- Issue
- Heft 34 (25.8.1849)
- Date
- 1849-08-25
- Page
- Seite 155 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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155 desselben auch ferner maßgebend, insofern sie mit den Bestimmungen der Werfassungsurkuiide vereinbar sind, .so daß sich also die König!. Regierungen auch in solchen Syuagvgeu-Gemeindm z. B. in die inneren Religions-Angelegenheiten derselben nicht ferner zu mischen oder die Etats über die zur Durchführung der Kultus- Angelegenheiten erforderlichen Ausgaben nicht mehr zu prüfen, festzustellen und uöthigenfalls im Wege der Administration einziehen zu lassen haben. Neue Synagogen-Gemeinden sind auf Grund und nach den Bestimmungen des mehrerwähttteu Gesetzes nicht mehr einznrichtm und zu organisiren. Berlin, den 5. Juni 1849. Der Minister der geistlichen Unterrichts- und Medicinal- Angelegenheiten. von Ladcuberg. Der Minister des Innern. Im Aufträge, von Puttkammer. Großbritannien. London. Daily News fordert in der Nr.- vom 8. August die Familie Rothschild auf, in der ungarischen Frage ihren mächtigen Einfluß geltend zu machen. Sie sei hierzu um so mehr berechtigt und verpflichtet, als ja ihre Glaubensgenossen tit Ungarn von Den Brutalitäten und Erpressungen Haynmrs am meisten zu leiden hätten. Sie möge also sowohl für diese als für die Freiheit im allgemeinen dadurch etwas thun, daß sie Oesterreich und Rußland kein Geld borge, selbst nicht auf die Sicherheit der piemontesischen Kriegssteuer, denn auf andere blos österreichische Sicherheiten werde sie wohl ohnehin nicht borgen. Palästina. Damaskus, 19. Juli. Am 3. d. M. kam hier der berühmte Moses M o n t e f i o r e an; ihn begleiteten Lady Mon teste re. Oberst Gawler, Dr. Frankel uud Hr. Meyers. Sein Einzug in Damaskus fand .in. sehr prachtvoller Weise statt. Mehrere Polizeibeamte, deT Dragomau des englischen Konsulats und die vornehmsten Mitglieder der israelitischen Gemeinden gmgen dem frommen Reisenden drei Stunden weit entgegen. Als er im Judenquartitre ankam, wurde er von einer zahllosen Menge jedweden Geschlechtes mit dem lebhaftesten Lebehoch empfangen. Ehe er sich nach der für ihn bestimmten Wohnung begab, ging er in das Gotteshaus, um den Allvater zu danken, daß er die durch seine Fürsprache von manchen Drangsal, befreiten Glaubensgenossen am Leben erhalten habe.. In den folgenden Tagen erhielten sie zahlreiche Besuche, unter andern aiußer dem Personale des englischen, österreichischen, russischen, griechischen, amerikanischen und preußischen Konsulates, auch Den des Vorstehers vom Kloster des heiligen Grabes, sowie des Pfarrers der lateinischen Kongregation, des griech. Patriarchen mit seinem Archidiakon und eine Deputation der Diöcesangeistlichkeit re. Viele unter diesen Personen, die hier zum ersten Male in ihrem Leben ein jüdisches Haus in Damaskus betraten, versicherten dem frommen Sir ihrer herzlichen Sympathien für die israelitische Nation und die Eintracht zwischen den beiderseitigen Glanbensverwandten. Herr Montestore dankte ihnen mit Innigkeit für den Ausdruck ihrer Gefühle und bat die ehrwürdigen Prälaten, ein so lobenswerthes Ziel stets verfolgen zu wollen. Auch mehrere sowohl christliche als muselmännische Beamte, kamen zum Besuche. Am 5. begab er sich in Begleitung des Obersten Gawler zu Sr. Exc. dem Pascha, der ihn mit Auszeichnung empfing. Er empfahl diesem hohen Würdenträger seine Glaubensgenossen schriftlich in Beantwortung eines Schreibens des Pascha. Am 8. reiste er. nach Saffet und vertheilte auf seiner ganzen Reise reichliche Almosen an die Armen, ohne Unterschied des Glaubensbekenntnisses. Beitrag zur Geschichte der Juden m Polen von L. Weyl in S ch tt e i d e m ü h l. (Fortsetzung.) Auf dem Throne der Piasten" saß der junge Leszik IV.**5 ein durch an ge dorne Güte eben so sehr als durch Weisheit ausgezeichneter Regent; seine Residenz war zu Gnesen.19 In dieser Stadt war in den-ersten Tagen des Monats Schevat, im Jahre der Welt 4653,20 bie jüd. Deputation aus Deutschland eingetroffen. Sie ließ sich als die Deputation eines verunglückten, aus seinem Vaterlande verjagten orientalischen 17) Im I. 840 wurde Piast, ein wohlhabender Landmann aus der Gegend von Kruschwih in Kujawien, zum Herzoge von Polen erwählt. — Doch er nannte sich König und das thaten auch seine Nachfolger alle. Darum wundere sich der Leser nicht, daß wir unfern Leszyk IV. (s. w. u.), der eigentlich auch nur Herzog war, hier als König auftreten lassen. — Der erste wirkliche König von Polen war Boleslaus Chrobry I, der 999 zur Regierung kam. 18) Bei Stolterf. und nach Einigen Lech, bei R. Solignac bald Lesco, bald Lescus genannt. 19) Diese Stadt soll noch lange vor Piast gegründet worden sein. Von Wielen wird Lech, oder Ezech, der erste Herzog von Polen, als der Gründer Gnesens angegeben. Die Residenz der poln. Regenten war Gn. wohl gegen 200Jahre. Später wurde der Thron nach Krakau verlegt. — 20) Januar 893. — Diese genaue Angabe der Zeit haben wir übrigens nur in unserm Phulaet. (etwas weniger genau aber auch in dem, Anm. 16 erwähnten Manuskr.) gefunden. — Bescius nennt auch das I. 893, Stotterst 891, Sol. 897, Tarnov. 900 u. s. st