Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 33 (18.8.1849)
- Date
- 1849-08-18
- Page
- Spalte 523-524 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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523 ©tuöten. Zur Kritik des N. L. — ReM 524 solche Tochter ehelichte, nicht nur aus demselben Stamme mit ihr fein mußte, sondern sich auch in ihr Geschlecht auf- -nehmen ließ, und somit ihre Vorfahren zu den seinigen machte" (ibid. 153.), — Wir stoßen.hier wiederum auf dieselbe Unkenntniß der jüdischen Sitte; denn nach der talmudischen Auslegung: zu Rum. 36, 6 ff., der viele Kommentatoren mit Recht beip'slichten, hat das Recht der Erbtochter nur für die Zeit der Einnahme und der Lheilung Kanaans Geltung gehabt, ist aber späterhin außer Gebrauch gekommen. Bedenket .man noch, daß zur Zeit des zweiten Tempels die Stammverhältnisse längst ausgehörr haben, so kann man wirklich die kühnen Versuche der verlegenen Exegeten nicht genug bewundern (Baba Batra 120 b). Ucber die Abstammung der Maria, gibt et keine gewissen Nachrichten, daher die Hypothesenmacher wiederum hier freien Spielraum haben. — Lukas aber, der die Maria mit der Priestertochter Elisabet (1, 36) verwandt sein läßt, scheint sich für deren priesterliche Abkunft auszu sprechen, wozu noch kommt, daß manche alte Kirchenväter, deren Vater Joachim als Priester ausdrücklich nennen (iP>td. S. 152. Anm. 17). Aber dem widerspricht Lukas mit der weiteren Erzählung 2, 22, von der Loskaufung als Erstgeborener, da nach jüdischem Brauche die Mütter priesterlicher Abkunft, selbst wenn deren Gatten Nichtpriester, von dieser (Zeremonie der Loskaufung dispensirt sind. Jore Dea K. 105, 18. —- Ueber die völligeUnkenntniß der jüdischen Gesetze und der Schrift bei den Abfassern der Apokryphen muß man wirklich staunen! So z. B. das Citat bei Strauß 3. K. §. 23. S. 161. „Als die Sache (der Schwangerschaft Mariä) vor die Priester kommt, müssen beides?) das Fluchwaffer trinZen, werden aber, da sie durch dasselbe unbeschädigt bleiben, frei gesprochen" u. s. w. Vergleicht man damit die SchriftstelLe, worauf dasApokryphon anspiell Num. 4, 12ff.; so sieht man, daß der Verfasser kaum eine schwache Ahnung davon, gehabt, da er einen so verkehrten Gebrauch davon gemacht hat. Selbst die bereits früher angeführte Stelle von der Darstellung im Tempel Luk. 2, 22 ff. verliert bei näherer Betrachtung das „geschichtliche Gepräge" das man ihr gern vindicirt hatte, da ihr das eigentliche Kriterium, „die Gemäßheit der jüdischen Sitte" adgeht. Wir stellen diese Verse her, um'sie besser ins Auge zu fassen. „Und da die Tage ihrer Reinigung nach dkm Gesetze Mosis kamen, brachten sie ihn gen Jerusalem, auf daß sie ihn darstellten dem Herrn. Wie denn geschrieben stehet: Allerlei Männlein das zum ersten die Mutter bricht, soll dem Herrn geheiligt heißen. Und daß sie gäben das Opfer, nachdem'gesagt ist im Gesetz des Herrn, ein paar Tauben oder Turteltauben." Diese zwei Verse nun sind auch nicht frei von Unrichtigkeiten, die Strauß gar nicht bemerkt, wodurch sie gerade das geschichtliche Gepräge verlieren. Erstens führt der Evangelist als Beleg, wenn er blos an di.e Loskaufung der Erstgeburt gedacht, nicht den eigentlichen darauf bezüglichen Vers Ex. 13, 2 an, wo. natürlicher und paffender als die StelleNum. 18, 16 ff. gewesen wäre. Zweitens findet sich nirgends, daß die Elternwegen der Loskaufung mit ihrem Kinde nach Jerusalem reisten, noch weniger, dqß sie es im Tempel darstellen mußten. -(Beschluß folgt.) Replik. (Fortsetzung?) Wenn Hr. F. sich über den Feuereifer der neuern Forscher gegen die Fortdauer des Opferkultus ausläßt, so muß man sefthalten, daß dieser Eifer nur aus den neueren Ansichten über blutige Opfer entsprungen, was aber dm Büchern der Tradition widerstreitet, da diese die Ansicht äußern, dass blutige Opfer, wenn bei ihnen nicht die vorgeschriebenen Formen des mosaischen Opferkultus beobachtet werden, verabscheuungswürdig und den heidnischen gleich zu achten sind, woraus Sam. 1, 15. 22. und .23; Jes. 1, 11. 14; Mich. 6. 7. Ps. 50, 7. 14. Spr. 21, 2 beziehen. Daher ist es nach dieser Ansicht Pflicht, einen Nichtjuden auch, und selbst nach der Tempel-Zerstörung, in den Opferdienst zu instruiren und ihre Hoffnungen auf das einstige neue Aufleben des Opferkultus zu richten, worauf sie unbedingt bezogen die deutlichen Stellen in Jes. 56, 6. 7 und Mal. 3, 4. Ps. 50, 23—51. 20.-21 und die Thatsachen, daß David und Salomo, trotz ihrer Hellen Ansichten von Opfer sich den angestrengtesten Bemühungen unterzogen (Ps. 132, 1. 6), um einen geeigneten Tempel zum Opfertultus zu errichten, welcher Ansicht die Tradition durch den Ausdruck unpon fTD. mr)D beipflichtet. Zwar wird darin bemerkt, daß alle Opfer einst aufhören werden d^ED numpn bir mit der HinzufügUng, außer dem Dankopfer rnm ]2ipü pn. Die Liebhaberei *) 2n Bezug auf die Behauptung, „daß ich den Märtyrer Akiba als Empörer betrachte rc." muß ich noch nachträglich bemerken, daß ich den Ausstand des Simon Bar Kochba, den man nachher mit dem Namen Bar Kofiba (Lügensohn) bezeichnte, als eine.Empörung betrachte, ist wohl im Geiste unserer Religion. Die Männer Gottes wie Jereiüicr, Gedalja, und die Tradition (Ketubor 111) haben auf gleiche Weise vor jeder Empörung gewarnt. Wenn der Feuereifer des Rabbi Akiba ihn verleitete, den Lügensohn nach seinem Erscheinen für einen Messias zu halten und zu Gunsten der Annährurg des Messias-Reichs zu predigen, so ist ec dieserhalb trotz seiner tiefen Gelehrsamkeit auf irrige Wege gerathen, was an ihm auch Jochanan BenTusta hart gerügt hat. Deswegen hat er aber diese Empörung nicht veranlaßt, vielleicht auch gar keinen tbätigenAntheil daran genommen, weshalb auch Hr. Rapaport in Bikkure ha-Jttim mit Recht behauptet, daß er deshalb sich weder Gefängniß, noch die Todesstrafe zu gezogen hat und erst lange Zeit nach der Empörung des Bar Kosiba anderer Ursachen wegeneingekerkert und hingerichtet worden ist, was auch ausdrücklich in Berachot Absch. 7 bemerkt ist. min Hn hy noDom Nippy pnisw.