Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 33 (18.8.1849)
- Date
- 1849-08-18
- Page
- Spalte 525-526 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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525 Studien. Replik über die Opfer. 526 der Zeitgenossen für Festessen wird wohl das religiöse Festessen von nTin und das die Männer Gottes in Aussicht stellen, nicht verargen, wodurch der erwähnte Widerspruch sich in Harmonie auflost. Sehr richtig sind daher die Bemerkungen der Hrn. Gr. und Fr. in der im Anfänge beregten Abhandlung über die Surrogate der Opfer im Gebet pnp D)pttn nten. Wenn wir die mosaischen Vorschriften in Hinsicht der Opfer im Gebete wiederholen, so ist dies nur in Bezug der vorgeschriebenen Form, auf die sich das Innere richtet und das sind die geistigen Opfer, die dem wahren Opfer vorgezogen werden (Pf. 51, 19). CHajes befindet sich daher, wie in Wahrheit behauptet werden muß, nur auf dem Boden der Bibel und des Talmuds, nach welchen allein er nur unterstützt oder widerlegt werden kann. Oie jüdischen 'Gelehrten der Neuzeit, das wünschen wir, ohne hier gerade an einen speciellen Bezug zu denken , mögen sich befleißigen für die Mit- und Nachwelt bei ihrer Universi'tätsbildung den Quellen der Ucoffenbarung nachzuforschen und durch geeignete Schriften die Erkenntnis) zu verbreiten, und nicht den Ergebnissen der Forschungen der rationalistischen Theologen unserer christlichen Mitbrüder unbedingt deizutreten, wie es leider oft geschieht. Wenn wir, das ist gewiß, in Hinsicht der Wissenschaft und Kunst viel, sehr viel von unserri christlichen Mitbrüdern lernen können und sollen, so sind wir hingegen den Quellen der Uroffenbarung doch jedenfalls naher und es wäre ein Jcrgang, anderswoher für dieses Wissen das Verständnis) zu holen. Ja sie sollten vielmehr, treu der Mission der israelitischen Glaubensgemeinde ihnen diese Quellen durch gründliche Schriften zeigen, wie die jüdischen Gelehrten Jderiens es früher gctyan und die empfangenen Dienste durch Gegendienste ausgeglichen haben, damit sich der Ausspruch des begeisterten Jesaja D'iwrPO imi min dM s?LO O bewähren und sie dann als Originale, aber nicht als Nachj ahmer dastehen. — Doch mögen Sie diese Abschweifung ent-! schuldigen j Auf meine Bemerkung, daß nach der R.'schen Erklärung j fiVO'jn statt nnDjn stehen müßte, machte mir Hr. Dr. F. j eine Gegenbemerkung, die übrigens mir wohl bekannt war; i allein die Lesemutter diente hauptsächlich bei jeder Gelegenheit! nur dazu, das Wort vor falschem Aussprechen zu schützen, und konnte daher ausgelassen werden wo dies nicht der Fall war, mußte aber, meiner Meinung nach, bei beregter Stelle gerade bleiben. Mit meiner aufgestellten Ansicht wollte ich nicht bezwecken, die gänzliche Beseitigung der R.'schen Meinung, sondern blos die Gegengründe gegen die Erklärung der Hrn. G. und F. zeigen, daß beide Meinungen sich noch in der Schwebe befinden und noch im Wege der Diskussion die Ermittelung in Aussicht steht, und die Meinung meines Freundes nicht ad absurd um verweisen ist. Die Bemerkung, daß Raschi und Tosafot zu einem Amendement bei ihrer Erklärung des Talmuds Zuflucht nehmen mußten und statt nroyi , 'jryrojn gestellt haben, ist ebenfalls nicht richtigsondern sie haben dies vorgefunden; doch niemals haben sich diese Männer' eines Aimndements bedient, wenn sie es nicht ausdrücklich bemerkt haben,, um so dem forschenden Publikum die Beurtheilung darüber zu überlassen. Nach einer Mittheilung des Hrn. Chajes will ich hier noch mittheilen, daß die Erklärung R.'s von nrojn’ Td sich im Werke nm N“)Dn von Chaj. B e n v e niste (Lioorno, 1802 f.), dessen zweiter Theill p'iny im lOPI heißt, und m «s heißt: 112p twnnajn im n"m nrajn im Nübi Tasym j"t hm '2^/1 wi nsmy roo by n:m ■w-an ’djnd -10 a loyn (aus „d h n’nbn rDin). Man sieht daraus, daß schon die Schüler des Perez dieft Meinung aufgestellt und also nicht neu ist, aber trotzdem ist die Einwendung dagegen nicht so leicht abzurveisen. Doch um den Hrn. G. und F. einen Beweis zu geben, daß es mir nur um Ermittelung der Wahrheit zu thun ist, aber nicht um eigensinnig auf meiner oder meines Freundes Behauptung zu bestehen, führe ich noch einen Unterstützungsgrund ans der Mischna zur R.'schen Erklärung an. In der Mischna 'Ed. 7, Z. 7 ist ausdrücklich bemerkt, daß man das Jahr bedingungsweise als Schaltjahr erklären kann, nämlich: 1) als einst R. Gamalül verreist war, um vom Präsekten in Syrien eineErlaubmß auszuwirken, und seine Rückkehr verzögert wurde, so erklärten die Mitglieder des hohen Rathes das Jahr zum Schaltjahre, aber nur mit der Bedingung, wenn es R. Gamallel genehmigen würde. Bei seiner Zurückkunft sagte er, ich bin damit zufrieden und dann erst wurde das Schaltjahr anerkannt. Es scheint daher, das iin Sanh. 11. angeführte Faktum mit diesem eins zu [ein, weshalb ich bei meiner Meinung stehen bleibe, daß die Akten über diesen Gegenstand noch nicht geschlossen sind, um reponirt zu werden. 2m, Betreff meiner Gegenbemerkung über rpDH TD Ül bty bleibe ich bei meiner Behauptung stehen, daß die Bedeutung sich auf den Aufgang ohne an Stufen zu denken, beziehe, zur Noch selbst, wenn wir Stus-en zugeben, so ist dies meiner Meinung nach keine Unterstützung der Anti-Ehajes'schm Ansicht. Da wir bei dieser Gelegenheit die Behauptung ausgestellt haben, daß die vollständiige Devastation erst in der Hadrian'schen Katastrophe vorgessallen ist, so ist es möglich, daß deren Räumlichkeit noch nach der Zerstörung des Tempels seiner früheren Bestimmung gemäß für diese Thätigkeit noch weiter benutzt wurde. Auch findet man eine ähnliche Stelle in Moed Katan (26a) ynip) 'di UDim BHpEH OT rtNnn. Die von Meor Enajim angeführten Stellen unterstützen meine Meinung. In Midrasch Wajikra Rabba ist bemerkt, als Hadrian den Tempel besuchte, so hat er geschimpft rc., in Debarim Rabba ist auf di-e Stelle in Koh. 3, 5:„Steine zu zerstreuen hat seine Zeit" bemerkt, daß dies sich aus Hadrian bezieht, als er die Steine des Tempels zerstreute, selbst der Tanchuma bemerkte, als Hadrian Jerusalem eroberte, so rühmte er sich, „ich habe ste durch meine Gewalt erobert", obgleich sie schon längst durch Tirus erobert worden war.