Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 32 (11.8.1849)
- Date
- 1849-08-11
- Page
- Spalte 509-510 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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B09 510 Studien. Literarische Mise eilen von Fürst und Icllinek. Außer diesen nun noch existirendem zwei Sammlungen nr\ gcoiuuschcn Gutachten, verdient noch die Luz.'fche Notiz mit Erwähnung, daß nach einer Nandnote Mose de Ricti's zu scmem Dyo. t£HpD angemcrkt steht, daß nämlich das Dreigesiirn Ichuda, Zidkijja und B i n j a m j n, sämmtlich aus der Familie de' Piatelli, eine eigene Sammlung der nDlttfn rcdigirt. Diese Randglosse verdient schon darum eine nähere Beachtung, weil es sich doch leicht ereignen kann, daß man diese Sammlung n>»ch aufsindet. Wenn ober Hr. Luz. aus der Stelle im Mardechai (c. ha-Schutsin) jinj noy am rotmn yinkdi schließen will, daß schon der Gaon Zemach geonäische Gutachten gesammelt, st scheine mir dies aus den Worten gewaltsam' herausgedeuttr. - , ' - (Fortsetzung folgt») ' »Literarische Miscellen. IX. D'iB'fn.s nti'gon snn? Diese Barajta lag den Talmudjsten vor; sie war das Resultat ihoer Forschungen über die mosaische Schöpfungs- Lehre. In dieser Barajta wurden die llleberlieserungen und Beobachtungen über das Wettgebäude umd über dessen Entstehung (Koßmogonie) niedergelegt. Die Theorien darüber Aaren Abstraktionen und Schlüsse von dem Bestehenden aus das Werden und sie hatten daher einen metaphysischen Charüter. Die Philosophcmo waren mehr Poesie als Philosophie und daß die mos. Erzählung von der Kosmogvm'e und die durch sie sich ausgebildete jüd. Weltanschauung dw Quelle war, woran sich dieses Studium entwickelte, brauche ich wohl fidum zu erwähnen. In Bezug auf die Kosmologie oder die' Lthre vom Weltgebaude als Bestehendes r so war sic (Heils kmpirisch, die das Weltgebäude nur in so weit an schauet, rls es durch die Anschauung gegeben ist und diese siel mit dir Astronomie zusammen, theils rational, indem sie das Weltgebaude philos-ophirte, alsoein Theil der Metaphysik; denn indem sie die Idee der Welt und den Geist, dir in ihrem Bau und Bestehen sich kund gab, in Wetrachmg zog, war sie ein Theil der Ontologie. In dem astronomischen Theile war die Kunde des Himmels, der Himmelskörper, von dm Planeten, Kometen, Milchstraßen, Mondes' Die sphärischen Himmelskörper hießen Sphären, wegen der ' ins Auge falt'iiibm Kugelgestalt dieser Körper. Man zählte 7 Planeten Arsterne, DO/ \ wie Planeten von TcXctvacftui tmimirren), «die sich in elliptischen Bahnm bewegen (Sabbat, W.' Sie hießen auch wegen ihrer eigenen Bahnen '] o. 2) unb' Mmmmi nennt sie Kreise, ^hnen (Iesode ha-Tora e. 4. yergl. Raschi zu Berachot MK und Rösch Ha-Schana 11b). Aber außer diesen sieben - Planeten - Kreisen zählt der-Talmud noch zwei Himmelskreise (D^T) 'a Chagiga c. 2), nämlich einen, der gleichsam der □■ODDD ->na ist und beim Maimuni n D^npitf D^DDH, und der andere den M. 5,^ ^p^ *m~) bth* mcnnt. Alle diese Planeten bewegen sich in Bahnen war sich 0. Jcrusch. c. *?3), daher sagt M. abibsi , yUBfO H’l'pn y-INm 11132 D'^IJiy riDH D’D'pO 0e> hat. 4J und diese' tunte Gestallt ist Urgesetz der Schöpfung w mwo yanft, j* Nedarim c. 3). Dieser neurrte Kreis, den der Talmud schlechtweg ypi Md M. ^.1 nK rppDi. innn bbl nennt, ist derjenige, in welchem die 7 Planeten Ms zu finden sind und wo auch die 12 Sternbilder (signa code.sta) oder der Zodiakus zu finden ist, diese 12 Sternbilder oder die 12 Abkheilungen heißen aipy nbü W u. s. w. ^Berachot 331> 58. Pesachim 94 a. Midrasch EM pisk. unn). Daher sagt Maim. (ib. io) c])h\o rrt ip*pn 'P'VN Der empirisch-astronomische Theil dieser Bacajtcr war übrigens nur Nebensache zu dem übrigen Theile desselben.*. An den Lauf der Planeten waren nicht nur Sagen geknüpft, fonibcrn die Planeten und der gestirnte Himmel, die Erde und die Elemente wurden in der Phantasie belebt und als lebend gedacht, ohne aber daß \k sich etwa dieser Poesie nicht bewußt wären. Die ursprüngliche Barajta besitzen wir nicht mehr, aber PLeles aus derselben liegt in den beiden Talmuden und- Midraschim zerstreut umher uud aus diesen Stellen und vielleicht noch aus unbekannten Resten dieser Barajta hat Maimuni sein 3. und 4. Kap. von Iesode ha-Tora, das er n^yD •tmtCü nennt, gefertigt. » ' 0 8. Simon MaguS und Simon ben Iochak. Woher kommt es, daß man Simon ben Iochai zum Repräsentanten der jüdischen Gnosis machte? £ier muß sowohl jüdischerals christlicherseits eine Verwechslung und ein Ineinanderspielcn der Personen stattgefunden haben. Wir meinen nicht den in der Apostelgeschichte o. Z erwähnten Simon Magus, sondern den zweiten, welchen Vi- (ringa (vergl. IUgen's Zeitschrift, 1841, 3. Heft, S. 46 die Abhandlung: Leben und» Lehre Simon desMagicr's) aufstellt. Dieser war, was wir vorerst bemerken, kein christlicher Häretiker, da er sich selbst als den Feind Christi «.ennt (vergl. die Stellen hierüber a. a. O. S. 75). Sein Leben hat viele ähnliche Züge mit dem Simon ben Iochai's. Pftudo- C Le me ns erzählt von. ihm, er habe fliegen können, er habe tobten Statuen Leben und Bewegung eingchaucht, Steine' in Brod verwandelt rc'. Er hat Mehrcres geschrieben, was vtoloren gegangen. Fragmente haben / sich in den Cle- 1) s. Darke Mosche v. H. Chajes 9. 2. 3.