Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 32 (11.8.1849)
- Date
- 1849-08-11
- Page
- Spalte 503-504 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Studien. Drei Grabschriften. Von D. Oppenheim. 504 5or Literatur und Geschichte einen unschätzbaren Werth haben. Aber init kälterer Gleichgiltigkeit, mit heißerem Fanatismus ist Nichts zerstört, ausgcrottet worden als jüdische Leichen- .steine; was aus älterer At.it in Europa, Asien und Afrika, an zahllosen Orten von Grab-Dcnkmälecn der Art vorhanden war, hat man bald geflissentlich vernichtet, bald sorglos un-;tergc§cB lassen". „Als die Wissenschaft, heißt es S. 401, die Barbarei zu bündigen begonnen, war das Werk der Zerstörung vollendet, und die wißbegierigen Gelehrten konnten nun den Leichensteimn Leichenreden halten. Etwa seit zwei- - hundert Zähren slngcn einzelne christliche Forscher an, auf jene krümmer aufmerksam zu machen, und das wenige, das hier gerettet ist, verdanken wir Hottinger, Selben, Wagenfeil, Unger, Wols^, Ulrich, Tychsen, Bellermann rc. Allein seit 5 0 Jahren ist Nichts geschehen oder gefördert; erst in neuester Zeit, nachdem unter den deutschen Juden die Wissenschaft erwachte, wurde der Blick wieder auf die alten Denkmäler gelenkt und an die Grabschristen gedacht." „Aber auch die vorhandenen Grabstätten selbst ohne die Erwartung sehr Altes zu finden, verdienen die Aufmerksamkeit der Geschichtsforscher. — Zunächst aber, schließt Hr. Dr. Zunz mit der Aufforderung, S. 404, sollten die jüdischen Gemeinden selber mehr Sorgfalt auf die Erhaltung der Denkmäler-verwenden; sie sind dies den Todten und Lebenden schuldig. Amtliche Verzeichnisse der Grabstätten nebst Abschrift der Epitaphia. würden ein erster, «der ein großer Schritt auf dieser Bahn zu religiöser und wissenschaftlicher Pietät sein."* ~ Einen kleinen Beitrag dazu: zu liefern, der recht viele Nachahmer finden möge, fallen nun die folgenden Grabschriften dienen, die -ich bei einer kleinen Reise Gelegenheit fand, zu kopiren. Mein Vater, Hr. B. Oppenheim, Rabbiner in Eibenschütz, hat vor Kurzem daselbst einige der ältesten und vorzüglichsten Leichensteine rest-auriren' und dle Überschriften übertünchen lassen, wovon ich hier drei Epithaphia, die,mir derVeröffenttichung besonders würdig scheinen, mittheilen will. ' Nr. I. . - ’ ri'iT c^iy "J3tb , nvv iroiot'O pnu , rpn studin mini .131D n3'ü3 19pj .19' l'Dnn rp^N.I Hln iii'.iv di * ipm b's”! h''h 3 19 pnü’ DJ1D9 pT"N 'l .1J190 rnian psf? w'V 1) Als Gegensatz mit welcher Verehrung und Sorgfalt diese den Toben gewciheten Gegenstände beim Juden sonst behandelt wurden, verdienen die Stellen beachtet zu werden. Zore Dea c. 364. Responsen des Salomon Jbn Adrat Nr^ 296 u. 537. t, SSTonS , . •' Nr. II. >"l o'n i'Dnni ^run 3in ntJD 1139 11)13 DDIlDDn . ’ >1"9 b"l 13lpN1 r>Ol' iVlD '•;wo nnbi .utoon n99iD 120 pp".12 .1^11.1 N03 b]S 30’ 10N ■r\b])ü bar ,19'!5"9 tnp3nji p03”N ' uw tninb 'i mtm- ^n'on. juctj 9'' '3 Dl' Nin 3112 ’3 i9 idnj nbw dt m ,?DM1 Jim 1DJJJ JIDj ■ , JID'll 9.11 J1DJQ9 1130 , ,i'99 bip jd )N0’ j”s ]D.i njyjy , .1’M01 190 \lJl Ml '’DH i’ND D'Di3n lau ü'Dn pna di’dd . D’D9n ’9N D'D'3 "{1 D'D'DD 'D> |>’03«t< p'p .12 D"ll T3N N^DlDil 911 <. NpNipo J’bjn D"9 jjai 'i.id tdjmi m'pnp riD33 nun y’3in i»n .1N11.1 miD 111,1 ’l?rU .1911 D'TDln inn idj nV iDipD nun idVij;5? -\brw .i3äin idj; 'n u’u H9'0'9 idjidi Der Grabstein Nr. I. des R. Isaak Papons fthOch ist gewiß in vieler Hinsicht höchst interessant, obwobl mir andere Daten und Notizen über dessen Leben und Wirken nicht bekannt sind. Wir haben hier das Denkmal eines gelehrktn Proselhten (-tfj aus einer durch blutige Religi'onsstrritigkeü tcn so denkwürdigen Zeit, und obwohl dao Judenthum, frei von jeder Art Proselytenmachcrei und Missiovsunwcsen, bcc ausgezeichneten Proselyten aus älterer und neuerer Zeit Diele zählt, z. B. Sameas und Abtalion, OnkUcs und Aquilas; so ist dies doch ein seltener Fall, daß ein Nul bekehrter einer .Gemeinde als Rabbiner und Religionslehrer Vorstand, welch, Stelle R. Isaak bis ins hohe Alter mit Ehren bekleidete. - Die Bezeichnung* “D ssNL', Iizchak Sohn Abrahani'1 des Patriarchen, bic die jüdischen Proselvlen, ihre srübereÄb' ftammung verheimlichend, zu führen pflegen, ist schon alt, der Gebrauch aber beim Bekehrungsakte einen neuen Namir und zwar den des Erzvaters Abraham, woher jetzt alle Prc» selyten einen und denselben Namen j/n p DTON führen, anzunehmen, ist weit jünger, da ihn der Verfasser des Schul» chan 'Aruch noch nicht kennt. Ja die oben angeführten Vü, spiele, die sich leicht vervielfältigen lassen, wie toqi*, dessen' religiöse Gedichte im Machasor Vitry vorkommi« (siehe Kerem Ehemed 261, zeigen gerade daß Gegrru theil, und unser R.-Iizchak hat wahrscheinlich früher dra Namen Isaak - Eisek geführt. Daß sich aber die Proselr' ten als Söhne des Patriarchen AbrabamS Unterzeichneter, dürfte daraus entstanden sein, weil dieser beretts 'im Talmud (Ehagiga 3a. Midrasch Esther Ab. a) als gcnannt wird. Sieho Jore Dea K. 267, wostihß in r^ner Nandgloffe des Kenestt haeGedolL die Abschrift elnü