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Der Orient · 1849-08-11 · Heft 32 (11.8.1849) · p. Seite 146

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Journal
Der Orient
Volume
10 (1849)
Issue
Heft 32 (11.8.1849)
Date
1849-08-11
Page
Seite 146 (sequence 3)
Language
German
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— 146 2) Die Genossenschaft beschließt: alle ihr gesetzlich zu Gebot stehenden Mittel zu ergreifen, die geeignet sind, auch ihre anderweitigen Interessen und Rechte vor jeder Verletzung, zu sichern. 3) Die Genossenschaft erklärt es als ihren entschiedenen Wunsch, Frieden und Eintracht innerhalb der hiesigen Judenheit zu erhalten. 4) Zur, Erreichung dieser Zwecke erklärt eö die Generalversammlung für das Wünschenewcrtheste „daß die Genossenschaft eine selbstständige Syna gogemeinde bilde, ohne daß dadurch die Einheit der jüdischen Gemeinde in L^ezug auf Humanitätsanstalten (Armen- und Krankenpflege Altcrversorgung, Gottesacker re.) aufgehoben werde." (Fortsetzung folgt.) Deutschland's vereinigte Staaten. Frankfurt n. o. £>♦, 24. Juli. Es ist nichts geeigneter den jndenfeindlichcn Bestrebungen einiger reaktionären, oder wie sie sich nennen, kouservativen Zeitungen entgegen zu halten, als Thatsachen, die weder schlaue Diplvulatik noch blinde und blendende Muckerei weg zu dispntircn vermögen: wo Theorien nur Phrasen bleiben, lniissen Fakta schlagende Beweise liefern././Man hat in neuerer Zeit von einer gewissen Seite che'r, " den Juden Unzufriedenheit, Ungcnügsamkeit, NadakalismuS, Nevolutionötrieb und Umtriebe, init einem^ Worte Demokratie im mißverstandenen Sinne, an den Hals geworfen; allein alles dies erhält das vollkommenste Dementi, wenn mau auf die Wahlresultate derjenigen Orte sieht, welche, wie der hiesige z. B., im Rufe der Demokratie stehen. Es betheilrgten sich an der Wahl am 1?. d. sieben Achtel der hiesigen jüdischen Urwähler und bedenkt inan, daß nicht alle Abwesenden aus politischen Beweggründen sich der Thcilnahme entzogen, so sieht man, ans welche geringe Anzahl die hiesigen jüdischen Demokraten redneirt werden müssen. — Auch diesmal wurde Hr. Dr. Lew enstein als Wahlmam; gewählt und zwar für die erste Klasse, obgleich er der zweiten angchört. Es ist derselbe, welcher bei der Bildung des hiesigen ,,Bürger-Vereins" sehr thätig war, der, wie cs in' seinen Statuten heißt, sich die Aufgabe gestellt hat, auf die beiden politisch-extremen Parteien vermittelnd einzuwirkep. — Mit geringerer Befriedigung kann Ihnen Ref. über die Rcformbestrebungcn in unserer Provinz berichten; in allen den Städten, die »lehr oder weniger von Berlin entfernt sind, dauert noch immer das lange, lange ungewisse Zwielicht (tf?) pv n1? rb'b Sach. 14, 7) und jeder, dem daö Wohl seiner Nation, die Zukunft seines Glaubens am Herzen liegt, wünscht mit. demselben Propheten „rrrp my nyb rrm nwl " ©cd) „Berlin" werden Ihre Leser'lächelnd fragen, sollte das heutige Berlin etwa als Norm dienen? Dort, wo Sachs seine gewiß mäßigen Reformen nicht durchzusctzen vermag, wo der krasseste StabilismnS die Entstehung, eines ,,Ncformvcrcins" zur Folge hatte, dies Berlin sollte den übrigen Gemeinden als maßgebend gelten? Der Ref. ist weit entfernt dies zu behaupten, nur muß es gewiß Wunder nehmen, daß gerade jene naturwüchsige Erscheinung ohne Reflex au der Provinz vorüber geht. — Man kann und darf von einer jüdischen Gemeinde Berlins, einer Gemeinde in der Metropole des Wissens, iu dem Herzen des gebildeter; Deutschlands erwartet;, ja fordern, daß zwischen den Polen deS reflektircnden jüdischen Bewußtseins, jenen beiden gleich gefährlichen Extremen eine vermittelnde Partei sich bilde, welche unser Heiligstes und Thcuerstes, die Religion von der einen Seite vor Verunstaltung von der andern vor radikaler Umgestaltung schütze; rnan ist in einem um so größeren Rechte dies zu fordern, als Berlin von jeher in mehr als einer Beziehung tveit und" breit im guten Rufe steht:;nan bewundert seine Wohlthätigkeitüinstlislte, man rühmt feine Liberalität, man kennt und anerkennt seine Intelligenz nur für zcitge- "läße nnabwciöliche Kultuöreformen, da weiß man nichts, erfährt man nichts von Berlin. Befindet man sich in der alten Synagoge, so glaubt man sich an die Ufer der Newa, besucht man den Neformtcmpel, so meint mau sich au die Ufer der Seine versetzt und so kann man in ei wer Stunde soeialistischr und moskowitische Theorien verschn;clzcn; man möchte lächeln, wenn nicht der Gegenstand zu ernst., zu sehr ernst wäre. — Sollte etwas .Ersprioßlichcs für die Provinz zu hoffen, sein, so nm^.di^ Hauptstadt vorangehen, bis dahin walte ein schützenden Genius über die heiligen, doch so wenig berücksichtigten' Interessen -der Religion und des Glaubens! Aus dcnr Netzdistrrk'te', im Juli. Trotzdem wir hier hart an der wt^prtn^sschen.^.Grenze leben, so erfahren wir dochnur..chrßerff feijen etwas von dem, was in den Gemeinden Westpreusie;;s vergeht; sonst würden;vir g-ewnß bemüht gewesen sein, und sei eö auch nur einigermaßen — die Lücke anözufüllen, welche durch die UebersiedcUmg Ihres ehcmal. Jastrowcr Korrespondenten nach einer andern Provinz in den Spalten Ihres Blattes entstanden, oder richtiger, in Westpreußcn seine Stelle zu vertreten. Hr. W — ll schreibt jetzt aus Vorpommern (Anklam), aber seltener r;nd weniger als früher, wahrscheinlich ans Mangel an Stoff. Im Weichsclgebiet war daö Material reicher, als an der Peene. — Westpreußcn hat viele Jndengcmcindcn, aber wenig geregelte. Zcmpclburg mag wohl mit eine von den bedeutendsten sein. Diese Gemeinde ist berühmt (?) durch den fortwährenden Streit entweder zwischen Naaw und Chasan, oder zwischen Chasan und Gemeinde, öder auch zwischen Naaw und Gemeinde. — Schöne Ge-

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