Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 10 (1849)
- Issue
- Heft 32 (11.8.1849)
- Date
- 1849-08-11
- Page
- Seite 145 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Zehnter Das Abonnement auf rin Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben, von Dr. Julius Fürst. Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das FiJcrüturblatt mit* gerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Sonnabend regelmäßig. 33, Leipzig, den 11. August Inhalt. Stellung der Genossenschaft für Reform im Judenthum iur jüdischen Gemeinde in Berlin. (Forts.) — Deutsch xand 's vereinigte Staaten Frankfurt, a. O. Der Konservatismus der Juden. Religiöse Zustände. Aus dem Netz bi strikt. Die jüd. Gemeinden in Weftpreußeir. Hamburg. Die Intoleranz der Modernen. — Der Dorfgeher. Eine Ghetto Novelle von Leop. Kompert. (Forts.) — LB. d. Or. Stellung der Genossenschaft für Reform im Judenthum zur jüdischen Gemeinde in Berlin. (Fortsetzung.) Bon demselben Grundsatz ging auch gegenwärtig der Polizeipräsident aus, der als Regierungsbevollmächtigter mit der Abgränzung der Synagogenverbände in Berlin beauftragt, zunächst die Ansichten der Belheiligten kennen zu lernen hatte, indem er sich dieses Auftrages in der Weise entledigte, daß er zu einer gemeinsamen Bcrathung mit ihm, die 7 Mitglieder des Gemeindevorstandes und 7 Mitglieder des Bevollmächligten-Kollegiumö berief, eine Maaßregcl, durch welche der Genuindcvorstand sein Alleinrecht so. sehr verletz: glaubte, daß der Vorschlag gemacht wurde, gegen dieselbe ausdrücklich zu protestiren. Der entscheidende Moment schien also gekommen, die Bcrathung mit dem Rcgiecungsbevollmächtigten war auf die zweite Hälfte des März v. I. anberaumt, die Dcpurirten mußten mit einer bestimmten Instruktion über die von ihnen zu stellenden Anträge versehen werden, die Bevollmächtigten mußten zu einer festen Ansicht über die künftige Stellung der Genossenschaft innerhalb der Gesammtgemcinde gelangen, und für diese Ansicht die Zustimmung der Generalversammlung zu gewinnen suchen, damit die Deputirten lm Namen und im Geiste der Genoffenschaft selbst zu verhandeln vermochten. Es galt nun die Frage zu entscheiden, ob es unter den obwaltenden Verhältnissen zweckmäßiger sei, die gesetzmäßige Gestaltung der Gemeirideverhältniffe als einer einigen Gesammtheit vorläufig ohne alle Rücksicht auf die Genossenschaft zu erwirken und alsdann in der neugestalteten Gemeinde die Ansprüche der Genossenschaft zur möglichsten Geltung zu bringen, oder die Selbstständigkeit und die Interessen der Ge-- nosscnschaft sofort zu sichern und alsdann auf dem Wege eines freien Vertrages diejenige Vereinbarung mit der älteren Gemeinde herbeizusühren, durch welche die Einheit auf allen nicht unmittelbar religiösen Gebieten wieder hergeftrllt werden sollte. Obwohl im Interesse der Genossenschaft kein Zweifel über die Annahme der zweilen Alternative herrschen konnte, so fand sich in dem Kollegium der Bevollmächu'gten doch eine ziemlich zahlreiche und sehr kräftige Opposition, die im Interesse der Einheit und des Friedens innerhalb der Gesammtgemcinde sich für den andern Weg erklären , gu muffen glaubte; und die mehrtägigen Debatten über diese Angelegenheit, an welchen auch die Herren Dr. Riesser und Dr. Hold heim Thcil nahmen, gehören ohne Zweifel zu den bedeutsamsten, die seit dem Bestehen der Genossenschaft innerhalb dieses Kollegiums gepflogen wurden. Das endliche Resultat derselben waren die nachfolgenden Anträge, welche in einer auf den 21. März anberaumten Generalversammlung, als Instruktion für die gewählten Deputirten zur Annahme kommen sollten: t) Die Genossenschaft beschlieötr unter allen Verhältnissen/ wie bisher ihre .vollkommene Unabhängigkeit in Bezug auf ihre religiösen Grundsätze und Institute zu wahren. . ' 32