Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 30 (28.7.1849)
- Date
- 1849-07-28
- Page
- Spalte 473-474 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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473 474 Studien. Gnosticismen und Antignostmsmcn. derfiandes ungeschwächt zu erhalten. So erzählt Lukas, Bischof von Tuy [im 13. Jahrlp, m seiner aus alten Quellen geschöpften Chronik,23 daß der Empörer Hilde rich, Graf von Nismes, gegen Wamba, die Juden gegen die Gesetze des Reiches begünstigt habe. Gnosticismen und Antigvosticismen. Von Ad. Jelliuek. [Fortsetzung.) Akiba. Bereschit Ra bba, K. 46: {O’py 'n nsu rb~iy mDW) jiwa nPiy .mow jn rfny ri idw p'nov'rai nbip id&oi n3; -idnji rpivniny u *iöin ■nn D^n' n%Ti. 'Bereits Paulus,* bei dem sich Elemente der Gnosis im weitem Sinne des Works finden, hatte durch die Sublimirung des Gesetzes, die wahre Beschneidung auf das Herz bezogen. Römer II, 26: Wenn nun der Unbeschnittene die Rechte des Gesetzes beobachtet, wird ihm seine Vorhaut nicht für Beschneidung gerechnet werden. Gal. V- 6: Denn in Christo Jesu gilt weder Beschneidung noch Vorhaut etwas, sondern Glaube, der durch Liebe wirksam wird. In dem Briefe des Barnabas lesen wir c. 9: ,,Nuu erst sind unsere. Ohren für das Verständniß des' göttlichen Gesetzes beschnitten. Die Beschneiduug ans welche sie ihr Vertrauen setzen, ist nun als nichtig erkannt. Denn Gott meinte keine fleischliche Beschneiduug, sie geriethen aber in Jrrthum." Bergt. Baur, Paulus, der Apostel u. s. w. S. 138. Die Gnostiker haben, wie wir schon früher bemerkten, durch die allegorische und typische Deutung das Gesetz überhaupt aufgehoben und es als eine untergeordnete Stufe des Geistes erkannt. Ree. V, 34: Apud Dcmn enim non ille quü apud liomines Ja«* daeus dicilur, Judaeus est, neque qui Gentills Yoca- 4ur, ille Gentilis est; sed qui Deo credens legem 24) A. Schott,' Hispania illustrata Vul. IV, 59 gegen Ende. — *) Eine Polemik gegen Paulus Auffassung des Gesetzes finden wir auch in der Mischna: iWpy p n\UP! fm) rr»n orb n^n v^b btnw na nni/ n'bpn run fe) niSDI* Vergl. R ö m er 7, 9. „Ich aber lebte ohne las Gesetz einst; als aber das Gebot kam lebte die Sünde [auf, ich aber starb, und so erwies sich mir das Gebot das Min Lebeneben dasselbe als Ursache des Todes". Ferner die -MidraschsteUe: , ^W1 £TiD >11 01E3 , '3U3 b b ’JN iir>Nyjja in 'rum nnyus mo. Röm> 9, 15.16: /,Denn zu Mose sagt er: Ich begnadige wen ich begnadigen Dill, und erbarme mich wessen ich mich erbarmen will. Demnach nun liegt es nicht an Jemandes Wollen oder Streben, sondern an Gottes Gnade." t impleYeritac Yoluntatem ejusfecerifc, etiam si noa | sit circumcisus. Vergl. was wir über “Uy^N I 'jmDn in Nr. 26 d. Bl. sagten. Daß R. Mieser ans Modaiu gegen die guostische Partei polemisirte, ' geht auch aus folgenden zwei Aussprüchen desselben hervor: B a b a B a t r a, 10: *"ON miDD /m\ torwün d»din1? loni Dann npTS pctny prip ünb Ntn ndpi D^y Ny&y non? nps uniN ^inl) Hier wird die Gerechtigkei t, welches göttliche Attribut vonBasilidcs, Cerinth, Simon Magus, Marcion als Gottes unwürdig erklärt wurde, Israel vindioirt, die Liebe aber dm Gegnern Israels zuerkannt. Das Prinzip der Liebe wird aber von dm Gegnern nur angewendet, um die Israeliten zu beschimpfen. Vergl. dessen Ausspruch TYDn pr&öTO in Pirke Abot. -7 Schebnot, 35: 'ynro.l h 20 m &mp onupwi aD) nJ dn/d. Wir wissen bereits, wie der Name DVfrtt von Simon Magus gennsdeutet, und es ist bekannt, wie die Stelle in Gus. 18, 2 ff. im christlichen Sinne gedeutet wurde. Unscrm Antagonisten mußte daher viel daran liegen, alles Fremdartige ausznscheiden. — Hierher gehört auch eine sehr prägnante Stelle gegen das Christenthum und gegen die Gnosis. Echa Rabba, K. 1: rrrra nöDttf ly üb ividr wy p nwcmi nmin nnn narutr n^mD^ny bw rou'& pjDD min wi2)n. Der Ausdruck "ly tda bringt die christliche Bewegung mit dem zweiten E.ril (70 n. Chr.) in Verbindung. Gegen den Dualismus der Gnosis kämpft das obiy bw vpra nDDttf an. Von der Besch noi düng haben wir bereits gesprochen. Ilm das Darauffolgende zu begreifen, wo da.s Hervorheben der nnmn mwy neben dem Pentateuch auffällt, lassen wir außer der bereits früher von uns mitgelheilleu Ansicht der Gnostiker über das Gesetz noch folgende Behauptung des Ptolemaus folgen, der bei Epiph. Häres. 33,3 sagt: ,,Cin ZI heil der Gesetzgebung ist vollkommen rein, ohne alle Beimischung von etwas Bösem, es ist vorzugsweise das Gesetz, das der Erlöser nicht aufzulösen, sondern zu erfüllen kam. Denn das Gesetz, das er erfüllte, kann ihm nicht fremd gewesen sein. Ein anderer Theil ist mit Schlechterem vermischt, und dies ist die Ungerechtigkeit, die der Erlöser aufhob, weil sie seiner Natur widerstreitet. Es gibt aber noch einen typischen und symbolischen Theil: diesen hat der Erlöser aus dem Sinnlichen der Erscheinung in das Geistige und Unsichtbare erhoben. Der reine und unvermischte Theil der Gesetzgebung ist der Dekalo gus» Er betrifft das, was schlechthin zu unterlassen oder zu thun ist, doch fehlte auch diesem Theile der Gesetzgebung noch die V ollen düng, weswegen er der Erfüllung durch den Erlöser bedurfte.^ -—