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Der Orient · 1849-07-28 · 30 (28.7.1849) · p. Spalte 467-468

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
30 (28.7.1849)
Date
1849-07-28
Page
Spalte 467-468 (sequence 2)
Language
German
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467 Studien. Opferkultus nach dem zweiten Tempel. ältesten Quellen. — Nebrigens stimmen auch Raschi, Jbn Esra und fast alle übrigen jüdischen Kommentatoren in dem Punkte dem Lertullian bei, daß sie ebenfalls den terminus ad quem ber betreffenden Danielischen Weissagung in die Zeit der Zerstörung durch Titus setzen , von der also gesagt ist, daß in ihr Tempel und Opfer aufhören. Nur in dem dem Saadja vindicirten Kommentar zu Daniel wird der Endtermin unserer Weissagung bis n a ch de m h adrmanischen Krieg verlegt und die Erklärung, welche Hieronymus zur Stelle im Namen der Rabbi neu anfuhrt, stimmt damit überein; allein es geschieht diese'Verlegung des Jahrwochen-Endes durchaus nicht wegen der Opferdauer. " — Gleich dem Lertullian erklärtauch Origines den Ausgang der Hebdomaden für die Zeit des Titus, wo Tempel \ urib Opfer aufhören." Von ferner eigenen Zeit sagt Origines: Was soll ich über die Opfer sagen, die vollständig unmöglich geworden? Da ja weder Tempel noch Altar noch irgend ein anderer Ort zum Opfern vorhanden ist." 12 Die hervorragendsten Patres, Justi ir, TertulLiari und Origines sprechen also gegen die Weiterexistenz der Opfer in der Zeit von Titus bis Hadrian, als besonders in einer noch spätern Periode« Die Zeugnisse eines Phileas ober Hilarius und selbst des Augustin wären, wenn sie die Opferfortdauer behaupteten, nicht geeignet die Angaben ihrer Progonen zu entkräften. Woher sollte Hilarius, der in seinem Kommentar zu den Psalmen sein ganzes Wissen dem Origines verdank^ dessen Kommentarien er nur paraphrasirt, andere geschichtliche Thatsachen kennen, als Origines? Wir haben auch S. 359—568 nachgewiesen, daß P. Maranus seine Gewährsmänner völlig mißverstanden hat. — Es ist in der Lhät eine 1.0) Ob Josefuß diese Weissagung auf die Zeit des Titus beziehe und somit ebenfalls gegen die Opferfortdauer zeuge ist nicht bestimmt zu entscheiden. Anr. 12, 7. 6 deutet er das Ende der Wochen bestimmt auf Anriochus. Allein Ant. 10, LI, 7 und Bell. Jud. 4, 63. 6, 2. 1 scheint er wiederum in unserer Prophetie die Zeit des Titus zu finden. Der italeuos loyog avoQcSv scheint eine Auslegung der Iahrwvchen gewesen zu sein. Denn daß eine solche im Munde des Volkes Lourstrte, geht auch aus Talm. Nasir 32 b mit Bestimmtheit hervor. Abbaji fragt: rrrom? (Dfim) no,Ni? j'jn> ifo “jnnJ vergl.^ noch Math. 24, 15. 16. Luc. 21, 20. Marc. 13, 14. Auch in der einzigen Messiasstelle, die im ganzen Iosefus vorkommt, Bell. Jud. 6, 5. 4, wo er von der zweideutigen Prophezeiung spricht,,meint er wohl die Jahrwoche. Die sogenannten Zeloten sahen selbst in ihrem Untergang und der Tempelzerstörung ein Moment des messianifchen Zeitalters, indem sie Dan. 9, 27 mit 12, 12 kombinirten. — 11) Origines T. III. in Math. S. 559 e<I. de la Rue. vergl. c. Cels. LV1I und 26 , de Principiis LV1, 3 und Phiiocalia p+ 5 ecU Tarini, wo die Zerstörung des Tempels und der Opfer unmittelbar zusammengestellt werden. 12) Quid antem dicasn de sacrificiorum rafcione quae integro im possibilis est? Quippe ubi nec tempiuni estj nec aUaie3 nec ullus prorsus saerificandi locus. T. IV. Ep. ad. Korn. S. 589. 468 auffallende Erscheinung, daß christliche Gelehrte mitunter Nachrichten über Judenthum selbst aus extremen Quellen verkehrt auffassen. Ich will dafür ein unfern Gegenstand betreffendes eklatantes Beispiel anführen. Senden in seiner „Geschichte der Apologetik" I. S. 467 erzählt: Ein gewisser Nafas, ein Jude in Süilien, hatte einen Altar für den Propheten Elias gebaut, den er Maleachi IV. mißverstehend erwartete und dessen Ankunft er durch Opfer, die er ihm weihete, vorbereiren und beschleunigen zu können glaubte. Es gelang ihm selbst viele Christen zu verleiten, die nun auch bei diesem Altar ihre Opfer und Gebete darvrachten. Sklaven, die der reiche Jude kaufte, vermehrten diesen sonderbaren Kultus. Gregorius machte diesem nichtigen Spiel ein Ende." Hier hätten wir also nur das klarste und bestimmteste Zeugniß, daß die Inden sogar noch am Ende des sechsten Jahrhunderts geopfert Habens Schade nur, daß Herr Senden, der mehrere voluminöse und zum Theil auf Judenthum bezügliche Werke geschrieben, seine Quelle im auffallendsten Grade mißverstanden und durch abenteuerliche Kombination abenteuerliche Thatsachen «erfunden hat. Zunz „zur Geschichte und Literatur" S. 485 leitet aus derselben Quelle folgende Erzählung ab: Von einem Na fas wurde dem Pabst (Gregor dem Großen) gemeldet, er habe dem Propheten Elia einen Altar errichtet und verleite seine christlichen Sklaven vor demselben ihre Andachten: zu verrichten. Der Mann mag in Bezug auf 2 Reg. ©. 18 seine Haussynagoge den Elias-Altar genannt haben." Zunz ahnt also nichts von der Entdeckung, die Senden an dieser Stelle gemacht. Sehen wir nun mit eigenen Augen die Quelle an, aus der Zunz und Senden gemeinsam schöpften. Die Stelle (Gregorii M. op. I. 11, c. 37) lautet: fertur si ojuidem, quod nasus quidam . . . sub nomine beati Heliae aLtare punienda temeritafce construxerit multorumque illic Christianorum ad adorandum sacrilega seductione deeeperit. Sed efe christiana, ut dicitur, muncipia compararerifc et suis ea obsequiis ac utiiitatibus deputaTit. Gregor befiehlt sodann die christlichen Sklaven in Freiheit zu geben, damit nicht die christliche Religion in der Person des Sklaven, als dem Juden untergeben, erschiene. Wo also findet sich in dieser Stelle auch nur eine Spur odsr die allecleiseste Andeutung von dargebrachten Opfern des Nasas? Oer kühnen Hermeneutik des Hrn. Senden genügten -die Worte altare sub nomine beati Heliae und das adorandun*, um mit Hilfe einer Reminiszenz aus Maleochi jüdische Opfer zur Zeit Gregor des Großen zu entdecken! Ob übrigens Nasas, wie Zunz annimmt, seine Synagoge nach 1 Reg. c. 18 rDJD nannte oder ob er vielleicht nur mit Rücksicht auf aufzunehmende Prosclyten einen illustrirten vp'xN W N'DD in der Synagoge aufgestellt hatte, lasse-ich dahingestellt sein, zumal da die Nachricht des Gregorius ohnehin nur auf einem festus beruht. So viel steht fest, daß von Opfern des Nasas keine Rede und die Geschichtsschreibung Sendens eine sehr kühne ist. Die Beweise des Prud. Maranus aus.' Phileas

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