Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1849-07-21 · 29 (21.7.1849) · p. Spalte 459-460

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
29 (21.7.1849)
Date
1849-07-21
Page
Spalte 459-460 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/8555529-9893953-9893989--5994-3535142
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

459 Studien. Gnosticismen und Antignosticismen. njniJ.TniV narl/oVsa ni3^ d^ nnn 0^33 Nia J 0 l1? Es handelt sich hier um die wichtige Lehre vom Ebenbild Gottes. Wir wollen zuerst die dem obs entsprechenden Ausdrücke wiedergeben. Die m ateric ll c Aehnlichkeit mit Gott wird durch (loggjtf und ewcdv, die geistige durch o^05«§5§, etöea und slx.cov &sov bezeichnet. Hilgen seid, a. a. O. S. 251, 252 ff. Auch im Lateinischen findet sich der entsprechende Ausdruck. Ree. V, 23: In omni enim Komme est imago äei, non in omnilius vero simili’tudo, sed whi beaigna anima est et mens pura. R. Akiba tritt hier nun der Ansicht entgegen, daß die materielle Gestalt des Menschen Gott ähnlich sei, obwohl Gott der Schöpfer des Menschen ist. Abgesehen davon, daß die älteste Kirche das göttliche Ebenbild in die menschliche Gestalt setzte (st Muenscher-Cöllu, Lehrbuch der Dogmengeschichte I, §» 87, n. 9, S. 338 ff.) und daß erst die Alexandriner die einc&v in die vernünftige Natur des Menschen, deren Entwickelung und Verwirklichung die Spoinaig giebt, wollen wir hier die Differenzpunkte zwischen Simon und Petrus berühren, mit denen der Ausspruch des N. Akiba in Zusammenhang steht. Nach Simon ist Gott nicht der Schöpfer der Welt, daher kann auch nicht der Mensch in seinem Ebenbild geschaffen sein. Petrus behauptet, Gott ist Schöpfer der Welt, und die Ebenbildlichkeit besteht auch in der körperlichen Gestalt. Ursprünglich sei, auch der Körper unsterblich gewesen, durch die Sunde ist es blos der Geist. „Ist der Mensch von Anfang an nach dem Ebenbilde und nach der Aehnlichkeit Gottes erschaffen, hat er aber während die erste re in seiner Gestalt selbst besteht, die letztere durch die Sünde verloren: so nst jetzt den Menschen Gelegenheit gegeben, ihre göttliche Ebcnbildlichkeit vollkommen wieder herzu- ' stellen, zu ihrer ursprünglichen Würde zurückzu kehren. Selbst in dem gefallenen Menschen, in welchem die simiiiludo GotleS verloren gegangen ist, ist doch sein imago geblieben." Ree. V, 14. 15. Hom. 14, 19 wird gesagt, daß es nur wegen der Liebe Gottes zu d em Men sch en (opilavd'QmTtia, nun, oin a ">a n mrp) geschehen ist, daß Gott dem aus der Erde genommenen Menschen eine solche Gestalt gab. Wir übersetzen demnach den erklärten Satz folgender Maßen: „Geliebt wurde der Mensch (von Gott), daß er im Bilde (dxcbv, b. h. als schöner, vollendeter Körper) geschaffen wurde; die Liebe-zu ihm zeigte stch aber besonders dadurch, daß er im Bilde Gottes (ekdv ftzov, d. h. als goLtähnLicher unsterblicher Geist) geschaffen wurde." — pn^rynirmro nan , n^a impjw bfcw pnn DfpDb D^a lNapJiP. Auch dieser Satz ist von einem autiglwstischeu Interesse getragen. Ist Gott, wie der 4tzv Magier behauptet, nicht der Weltschöpfer, so sind die Menschen nicht seine Kinder. Ueberhaupt schloß der Dualismus der Gnostiker die Kindschaft Gottes aus. Nur vom Standpunkte des Monotheismus ist es möglich, die Menschen Kinder Gottes zu nennen. Auch liegt das Moment der göttlichen Liebe und Güte in der Kindschaft des Menschen, was Simon Magus , bet den Weltschöpfer nicht als g ut gelten lassen wollte, bestritten hatte. Petrus sagt selbst dem Magier gegenüber, daß diejenigen, die Gott durch gute Werke ähnlich werden, werden dadurch „seine Söhne". Hoin. X, 6. Möglich, daß in dem Plural Dipob b'ja eine Polemik gegen die Christuspartei überhaupt liegt, welche nur Christus als den Sohn'Gottes anerkannte. Falsch ist es aber, wenn der Kommentar des R. Zona zur Stelle sagt: aw bö fj]n an o pjnn 'di Dpob D\ja K\npj d ntpiNn, indem R. Akiba bleK den religiösen Standpunkt, nicht die Abstammung der Israeliten geltend macht. — mon ■■»✓a nnh ]mty t>Nat£M pann. Wenn R. Akiba das Gesetz ein „kostbares Geräth" nennt, so greift er damit eine Hauptlehre der Gnosis au, welche| das Gesetz als vom vofiod'exrjg ausgehend verwarf» — la't? mon brb nrb njm non abiyn Naai Hier liegt mm der Angriff auf Marcivn und Simon Magus ganz offen. Ist durch das Gesetz die Welt geschaffen, d. h. hat Gott die Welt und das Gesetz geschaffen, so ist damit die.'Lehre bestritten, als gebe - es einen dr}(uovg>y6g, einen Weltschöpfer und einen vofio&Exrigy einen besondern Gesetzgeber. S i m o n M ag u s lehrte nach Epiphallius, Hares. 21, 4: Mr} elvca ö§ tov vopov &sov9 c?U? ccQMjvEQug övvccfjLEtög icpaoxs, (irjxs üiQOcprjxag e£ ccyciftov 'd'sov V7t<xQ%Ew ukX* exeQug' wu exsQctg dwa^tecog u. f. w. — Diese Mischna bildet so ein Ganzes, indem sie Gott als Schöpfer und Gesetzgeber, die Menschen als die Ebenbilder dieses liebenden und gütigen, Gottes hinstellt. — Die folgende Mischna hat G rätz, Guosticismus und Judmthum S. 91 ff., erklärt, allein nicht scharf genug und nicht im Zusammenhänge mit . dem Ganzen. ilOü ban. Gegensatz zu Simon Magus, der den Gott der Liebe für beschränkt und kurzsichtig hält. ' mim mtcnrn- Simon Magus behauptet, der Mensch mußte sündigen, da er so von seinem Gotte geschaffen wurde. pm cbiyn aiwau Die Welt wird nicht blos von dem d'Yj{iiovQyos dweuog regiert, wie der Magier behauptete. nwyon an nb bam. Dieser Satz will nicht den Gegensatz der n$ä&g zur yvcoeig hervorheben, wie Grätz a. a. O. wollte, sondern bezieht-sich daraus, daß die guten Werke einen Werth haben, weil die Gesetze

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.