Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 29 (21.7.1849)
- Date
- 1849-07-21
- Page
- Spalte 461-462 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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ißi nicht von dem bösen Prinzipe abstammen. — Diese Lehre vertritt im Zusammenhänge Petrus gegenüber dem Simon, und wir lassen hier die Darstellung Banr's (christliche Gnosis, S. 335 ff.) folgen: „Neben der Lehre vom Bilde Gottes im Menschen hat in diesem Theile des Systenrs keine andere Lehre so große Wichtigkeit wie die L e h r e v o n der Freiheit. Sie allein ist das die Möglichkeit des wahrhaft Guten bedingende Prinzip. Denn nur wer mit eigener freier Wahl gut ist, ist wahrhaft gut. Die Freiheit wird aber ganz als Wahlvermögen genonunen, da der Mensch mit ihr nach der Lehre dieses Systems zwischen zwei entgegengesetzte Principien hineingestellt ist. Wie wichtig dein Vers, der Clementinen diese Lehre ist, hat er auch dadurch bewiesen, daß er auf die derselben cntgegenstehcnden Schwierigkeiten ausdrücklich Rücksicht nimmt. Da nach seiner Ansicht die menschliche Seele in einer so innigen Verbindung mit Gott steht, daß sie nur durch Einathmen der von ihm ausströmenden geistigen Kraft ihr Leben hat, so mußte die Einwendung um so näher liegen, alles was wir denken und wollen, werde unserer Seele von Gott cingegcbcn, diese Ansicht wird als G o t t e s l ä st er u n g zurück'gewiesen, weil Gott dann auch der Urheber der bösen Gedanken und Begierden würde. Wenn ferner auch das Böse um des Guten willen-möthwendlZ-sei, um dadurch die Guten zu prüfen lina 'otoyn so stehe es doch dem Menschen frei, sich zum Werkzeug des Bösen herzugeben oder nicht. Ebensowenig thue das Verhältniß des später« Entschlusses zu dom frühern der Freiheit Eintrag. Wenn auch allerdings der spätere durch den frühern determiuirt sei, so werde dadurch die Freiheit nicht aufgehoben, wenn nur der erste Entschluß wirklich frei war. Zuerst sei Jeder durch sich selbst gut oder böse, das zweite Gute oder Böse komme je nach seinen frü h e rn T h a ten durch ihn zu Stande (n^DH for»), indem er ßch durch den ersten Entschluß Dem guten oder bösen Geist (jnn'nsn bnmsp) als Werkzeug hingegeben habe (Hom. 12, 29 ff.)." — Bereschit Rabba, K. 21: |n D”DD 'i &m inNJ UDD VlßO DlNil iTD '3Bf vsb rfiipri jrüBf W?n d^dd *pn jo*py 'i mon -pi )b toi b^nn -p“! mjn d^-h. R. Akiba, der die eihcov ftsov des Menschen in den Geist setzt und die ELenbildlichk'eit des Menschen, gegenüber der Gnosis , so. streng und nachdrücklich verficht, kann dm Satz des Papias nicht billigen, der, um aus dem Dilemma der Ebenbildlichkeit und der Sündhaftigkeit des Menschen herauszukommen, die erstere auf die Engel bezog. Wergl. oben die Stelle: *]fej DlN'n^J rntiil *0R. Akiba stellt die Wahlfreiheit der Menschen als dm Ariadnefaden hin, der ans dem Labyrinth der Ebenbildlichkeit und Sündhaftigkeit her- 462 aussührt. Die Ansicht Papias zeigt uns aber, wie selbst jüdische Gelehrte von der Gnosis infieirt waren. Bereschit Rabba, K. 19: wy runpöm HNT *0*py 'l DBÖ TOT “ION ” Pil pö)D TV raa nnn non mrii aisbrinpn. Wir haben bereits oben 5. y. G o t t (LB. Nr. 28) den Borwurf des Magiers angeführt, daß Gott Adam blind geschaffen habe, D. h. ohne Erkenntniß des Guten und Bösen. Bereschit Rabba, K. 26: Nmpy 'l IDti pn pi rv6 ahn idn ovita yan pNU no by. — Nach M arci o n und Simon Magus ist die^ Gerechtigkeit ein Gottes unwürdiges Attribut. Irenaus, I, 20 sagt nach der Lehre des Magiers: secundum eniin ipsius grat i am salvari lioniines, sed non secundum operas juslas. Nec enim esse naluraliter Operation es justas, sed ex accidenti, quem admodum posuerunt, qui mundum fecerunt, Angeli, per lmjusmodi praecepla in servilutem deducentes homines. R. Akiba mochte auch die Veranlassung zu seiner Bemerkung in der Pluralform finden, welche der Magier (prr) zu Gunsten seiner Meinungen ausbeutete. — Bereschit Rabba, K. 34: bn N^py'VBm m -opoo N?n )bnD vby pfyö D'Di “jsw' nw D moin. — Dies hängt mit seiner Lehre von dem Ebenbild Gottes zusammen. Auch Petrus führt alle Pflichten der Nächstenliebe auf Die Ebenbildlichkeit zurück. „Wer den Menschen ehrt, den Nothleidenden und Bedürftigen unterstützt, der ehrt Gott". Szov zov aogazov sßzs shiMV oSsv ol svosßslv ßovXopevoi za sidcoXa XeyiztäGciv S’sov eiwti'va elvai %ai öta zovzo öeiv ctvza oeßsiv ' elkcov yug &eov o av&QConog ' 6 Eig Hkön EvöEßslv ftiXcov av&gcöTtov svegyEZil rc. Hom. XI, 4. — Bera ch ot, 60: TOjn HD by («opy 'i) ">ön TOy Diob Njom. Diese Sentenz, ist ein Pretest gegen die Ansicht des Magiers, Daß Gott ungerecht, nicht gütig und liebevoll sei. Das Epitheton NJDrn hat auch dem guostischen Antagonismus seinen Ursprung zu danken. Es bildet dm Gegensetz zu dem Attribut dwcaov, das man dem Schöpfer b los beilegen wollte. (Fortsetzung folgt). Kurze Ueberfkchte«. 1v) TD. Gesangbuch zum Gebrauch bei dem Unterrichte in der mosaischen Religion , und zur öffentlichen und häuslichen Gottesverehrung der Israeliten. Auf Veranstaltung der königl. würtemb. isr. Oberkirchenbehörde. Zweite Zluflage. Stuttgart, 1848, 8. Hallberger'sche Verlagshandlung. Dieses aus c. 400 Liedern bestehende Gesangbuch wurde 1835 zum ersten Mal von der isr. Oberkirchen-Behörde Studien. Gnosticksmen und Antignosticismen.