Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 29 (21.7.1849)
- Date
- 1849-07-21
- Page
- Spalte 457-458 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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457 Studien. Gnosticismen und Antignosticismen. 458 Landesverweisung und Einziehung der Güter bestraft werden sollet Er ging noch weiter. Durch Mord, Folter und Schrecken zwang er 90,000 Juden zur Taufe, und die Hartnäckigsten wurden, auf das Grausamste mishandelt und ihres Eigenthums beraubt, und mit dem nackten Leben durften sie sich nicht einmal flüchten, indem der Barbar die Grenzen streng bewachen lreß, damit ihm ja kein Jude entwische.^ Um düsen Verfolgung^ die Krone aufzusetzen, gab er ein Gesetz, Uiß alle seine Nachfolger diese Bestimmungen über die Juden Ui dnn Regierungsantritte brschwören müssen, und in seinem F,Zarismus stellte er den milderdenkenden Nachfolgern die Flammen des jüngsten Gerichts in Aussicht." Die Sisebut'- sche Grausamkeit gegen die Juden war so grauenerregend, daß selbst Biele unter den fanatischen Klerikern sie mißbilligte. Der berühmte Isidor, Erzbischof von Sevilla, obgleich selbst Fanatiker, sagt in seiner Geschichte der Gothen": Sisebut habe, da er die Luden verfolgte, zwar Eifer für die Sache Gottes bewiesen, ab-cr keinen vernünftigen, weil er Gewalt brauchte,'wahrend doch nur Ueberzeugung durch Gründe gebilligt werden könne". Aber der Fanatismus hörte nicht darauf. Auf der vierten Synode zu Toledo setzte Isidor, Ser dort den Vorsitz führte, zwar durch, daß es zum Kircherigcsetz erhoben wm'de, daß in Zukunft kein Jude mehr zur Taufe gezwungen werden foüe,12 allein das mildere Kirchengesetz wurde nicht beachtet. 6'Ö. Rekared 8!. (620), Sisebuts Sohn, regierte nur einige Monate und konnte aus die Lage der Juden keinen Einfluß üben. Erst unter dem folgenden milderte sich, die Strenge. (Beschluß folgt.) Gnosticismen und Antignosticismen. Von Ad. Jellinek. (Fortsetzung.) Moses lmd M--a. Sifri zu Dcut. 18, 15: nm a’nb nPi -\h D'p’midd -pnuo -jnpD traj D'ü jhjd p.irj!3D -pnro dhj1? N’nj d^d. — Es ist feinem Zweifel unterworfen, daß wir hier eine Polemik gegen die ChnstuSpartei oor uns haben, die Moses für 8) ib. tituL Hl., lex. 3, €anciani 1. c. S. 19t b. Baronius hat ad annum 614 Nr. 46 aus einer alten Handschrift bewiesen, daß dieses Gesetz von Sifebut ausgegangen, obgleich es gewöhnlich keinen Königsnamen an der Spitze trägt. — 9) S. Aschbach, Geschichte der Westgothen S. 259. — 10) Leges Visigoth, tit. Hl, lex. 14 zu Ende. — 11) Opp. Isidoi’i ed. Arevai. Voi. VU., S. 126. 12) Kanon 57 Man so X., 633. —> die Israeliten und Christus für die Heiden berufen glaubte. So lesen wir in den Rec. IV, 4. 5: ,,So ist also, was sonst das Privilegium dieses Volkes war, jetzt auch denen mitgetheilt, weiiche aus der Heidmwelt gläubig werden; beiden ist der Weg zum Heil eröffnet, an beide ist der Ruf Glottes ergangen, an die Hebräer durch Moses, an die Heiden durch Jesu 3." —- Baba Batra, 16: n^D'-e MO m ntm nm ana pa ny ttbu , wo aw rm anan nm niaw tno 'n,, nun1 'n nan yissnn*1 ana ■jbNi j*od 'oinapnA noiw no yona ama nm nw nobo. — Diese Stelle wird auch von Petrus als Beweis angeführt, daß viele Stellen des Pentateuchs nicht von prophetischer Hand herrühren. Hom. II, 46 fragt er ausdrücklich, wie konnte der gestorbene Moses schreiben, daß-Moses gestorben sei? — Wie nun Petrus die Angriffe des Simon Magus auf die, nach dessen Meinung Gottes unwürdige Stellen, dadurch zu entkräften sucht, daß er unechte Bestandtheile des Pentateuchs annimmt, und überhaupt das Gesetz gar nicht von Moses geschrieben sein läßt, so haben Andere, wieder durch die Allegorie und Typik die angefochtmen Stellen nach ihrem Sinne gedeutet und durch diese Methode, wie bereits früher bemerkt wurde, das ganze Gesetz aufgelöst und sublimirt. Simon Magus nahm wieder einen besondem Engel als Gesetzgeber an, den n voiio&svrjg nannte. Me diese Ansichten werden in Scmhedrin, Abschn. Chelek durch felgende Worte bekämpft: ma 'n nm *0 ]D min iw noiNü rn man man nsn mm nm nm , d n i p1 d n nr nia 'n nm n nm nan , own misD rwi nmnn d\jd nbjuan m nra 'n nm n nm 'n nan o p'x Nun , n^a mna nnon nt nan nmnn P na?* mmn p mm pN nown nt nta '01 ni piDD ]D fin D’DKrn p —- Vergl. auch meine Bemerkung über die Polemik gegen das Christentum iu Nr. 26 dieser Bt. — Wir wenden uns nun zu Akiba, dessen Kenntniß der Gnosis von Grätz über allen Zweifel erhoben worden ist; und zwar wollen wir seinen Ausspruch inPirke Abot III, 18. 19 erklären, der von den Kommentatoren mißverstanden und gegen jedes Sprachgesetz interpreürt wurde, indem sie dm Accent auf das Wort njHU legten , während es nach ihrer Erklärung jrmw heißen müßte. Auch die Schwankungen in der Lesart zeigen, wie unsicher man sich fühlte. Wir wollen nun dem R. Akiba Satz für Satz folgen. nDlN mn aon. Diese Einleitung hätte schon den Kommentatoren einen Fingerzeig geben können, daß der Zusammenhang dieses Ausspruches bis 20 reicht. Er enthält eine vollständige Bekämpfung des Simon Magus und zum Theil des Petrus, wie uns ihre Debatten iu den Clementinen aufbewahrt sind.