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Der Orient · 1849-07-14 · 28 (14.7.1849) · p. Spalte 441-442

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
28 (14.7.1849)
Date
1849-07-14
Page
Spalte 441-442 (sequence 5)
Language
German
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441 Studien. Die Philomsche Philosophie. 442 gegangene» nnd von Gott durchdrungene» — sind die Leidenschaften völlig fremd." 72 — Strebt nun der Mensch, das Göttliche in ihm zur wollen Durchbildung zu bringen, sein individuelles Leben zum Ausdruck des göttlichen zu machen, so >trreicht er die höchste Glückseligkeit.^ Wie Gott erhaben ist über alle Schwächen, frei von allen Affekten, so hat auch er, lebend und webend in Gott, die Macht der Sünde gebrochen^ und genießt deshalb des schönsten Friedens, der reinsten Seligkeit. „Wer aber an der Sünde, wie an einer unheilbaren Krankheit darnieder liegt, der muß ein nie -aufhörendes Unglück tragen, verstoßen in die Gegend der Gottlosen, um ein hartes und nie endendes Leid zu erdulden."75 Damit ist aber nicht der in der Mythe verkommende Hades gemeint, sondern der Sitz der Lüste, Begierden und alles Bösen. Denn das Leben des Gottlosen, das ist der wahre Hades (6 rtgog dktffruav S8i]g 6 xov (lO’id'riQov ßiog hrlv).7* In das von Leidenschaften und Gewissenspein zerrissene Gemüth kann nie der Friede eindringen und so ist das Leben ein Leben voll von Leiden und Schmerzen, die nimmer enden, mmmer heilen. — Philo unterscheidet drei Arten von Menschen; irdische, hi m m l i s ch e und göttliche Menschen. Irdische sind die, welche den sinnlichen Freuden nachjagen (ot -frriQEvxal xcov aoi^axog Tjöovoov) llnd nur nach eitlen Genüssen streben; hi m m tische alle die, welche der Kunst und der Wissenschaft ergeben sind. Denn das Himmlische in uns ist der Geist (ro ydg ovgdviov xcov sv 7]{a,Ev 6 vovg)] der Geist aber beschäftigt sich mit allen himmlischen Dingen, mit den Wissenschaften und den andern Künsten insgesammt, Zurch Betrachtung des Geistigen sich stärkend und übend. Göttliche Menschen endlich sind die Priester und Propheten, welche nicht Theil haben wollten an dem Bürgerrecht dieser Welt, sondem alles Sinnliche überfliegend, in die Welt des Geistes sich begeben und eingeschrieben in den Staat unvergänglicher Ideen, dort ihre Woh- Ztung aufschlugen (to aicfryxov näv vnsQKQVTjjavTsg iig xov vorfzov KOGf,tov Kaxav£Gxv]Gav Kai EKslfri fK7}6av , syy$u(phT£Q dgDfragxojv aGoofiaxcov iöscov xokitsttt).77 Die Letzterem stehen natürlich am höchsten. Sie haben nicht bloß den Geist genährt durch die Wissenschaft, sondern ihr ganzes Wesen zur Höhe sitt- 72) vofra Kal £sva diavciag xd ccopaxog cog dXrpd’cSg isdfrr]j Gagxog tKTCScpvnoxa, TtQogsggigcovxaL. tyuis rei*. div. h. 59. 73) xslog £vdaL{ioviag slvat — heißt es de decal„262; — tfjv XCQOg xdv frsov s'gopolmGiv. 1 74) xo (irjdsv ovvaXcog d[iaQxslv i'dtov frsov, xd%a 6k;xcti frstov dvdgdg. De poenit. M. El, 405. j 75) De chenib- 199. | 76) De congr. quaer. erud. 82. 77) De gigant. 62, l ich er Vollkommenheit erhoben. Entschwunden gleichsamdem Gebiete der sinnlichen Welt, haben sie in dem Reiche des Geistes sich eingebürgert und sind gänzlich aufgegangen in dem göttlichen Wesen. Zu dieser Stufe können sich aber nicht blos die „Priester und Propheten^, sondern alle Menschen erheben und zwar durch die Askese. Durch drei Mittel nämlich kann der Mensch zur Tugend und Vollkommenheit gelangen: durch natürliche Beschaffenheit der Seele, durch natürliche Anlagen zum Guten (yvGsi), durch Forschen, Lernen (tiafrr(Gsi) und Askese (aG^oa).78 Vorbilder dafür sind unsere Philosophen, die drei Patriarchen: Abraham für das Lernen, Isaak für natürliche Anlagen zum Guten, Jakob für die Askese.79 Die Askese ist die gänzliche Unterwerfung des Sinnlichen unter die Herrschaft des Geistes und des Sich-Versenken in daS heilige Wesen Gottes. Durch die Askese wird heller und klarer das Licht des Geistes; es ist nicht mehr getrübt von den Täuschungen der Sinnlichkeit und der Geist vermag sich daher frei zu erheben zum Göttlichen und es in seiner ganzen Reinheit anzuschauen. Darum wird der Name des Asketen Jakob in den h'öhcrn Israel (o frsov ogcov) verwandelt. Dieses Schaum Gottes ist das Höchste, was der Mensch erlangen kann; es ist die höchste Stufe menschlicher Vollendung,^ weit das vollkommene Aufgehen in Gott. Gnosticismen und Autignosticismen. Von Ad. Jellürek« (Fortsetzung^ Feuer. In der Lehre des Zoroaster spielt das Feuer eine Hauptrolle, Zcnd-Av. II, 180, eck.Paris: Feil agissant dans le commencement, principe d’union entre Qrmusd et Telre alisorlie (laus Pexcellence. Bei den Stoikern finden wir das tcvq und in der Geheimlehre der Chaldäer war das svlsgov 78) De Somniis 1, 249. 79) Tgoitovg 'tpv^rjg eockev 6 lsgdg diSQEVvdcfrai loyog, dcxsiovg aicavxag, xov [ihr ek didaGHcdUag, xov ff sk (pvG£o>g, xov 6' ek aßKjjaEcog icpiefiEvov xov %alov. *0 lisv ydg ixgcoxog, E7dKhr\GLv 'dßgadfi^ 6v(ißoXov didaGna- XiKrjg ccQSxijg sctiv, d (i£6og, ’lcauH cpvGMijg, o ds xqlxoq ’faxcoß, döK7jxiK7jg. De Abrah. 15. 80) De Sonuiiis 1, 250. 81) ’lancdß [ilv ovv {lafttfcscog Kal tcqokonrjg ovofzu, aKorjg et-rfQxrjf.iS'Vcov dvvdfiscov ’lGQarjl ds x sl el o xt\xo g " ögaGw ydg frsov [ij]vvel to ovofia * Tslsi-öxegov 8e zl dv sffrj xfSv iv ccgsxatg, rj xd ovztog ov läslv. De ebnet, 199.

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