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Der Orient · 1849-07-14 · 28 (14.7.1849) · p. Spalte 435-436

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
28 (14.7.1849)
Date
1849-07-14
Page
Spalte 435-436 (sequence 2)
Language
German
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135 436 Studien. Dpferkultus nach dem zweiten Lempel. Mischna für sich, daß an drei <>) Stellen nicht das Wort bemerkt ift und nur dir einzige Stelle Sebachim 107 b hiervon eine Ausnahme macht. Auch ist in der von mir oben angeführten Stelle Sebachim 62 a ori1? Tynttf ItlN pITHpDty nicht ^nts/ bemerkt, wodurch wohl die Herren Verfasser ihre voreilige Kritik zurücknehmen und Chajes in seine frühere Würd e ein se tze n werden." Ich bedauere meinerseits Hrn. F—l nicht willfahren zu können tinb erwarte es auch nicht von meinem Freunde, dem gutmüthigen Grätz. Ich bin im Gegenthekl genöthigt, die Oberflächlichkeit des Hrn. Chajes noch näher zu beleuchten. —- Das prmpD# '’nyau/5 des R. Iosua, das sich ja streng auf den gegnerischen Ausspruch des R. Elieser bezieht, kann nur entweder wie Sebachim L07 b nicht gelesen, sondern erklärt werden p'“)p£) rmttf oder „daß man opfern dürfe", wasdenselben-Sinn gibt, knnesweges aber kamt es „daß faktisch geopfert wurde" bedeuten. — Hr. F—l mißversteht die Stelle, die er anführt. Die Verkündigung des Propheten an die Exulanten pnpM kann ja unmöglich anders, als daß geopfert werden dürfe heißen, und beweist somit für uns gegen Chajes. Wie soll endlich R. Iosua, der Halbpriester, (Ma'aser-Scheni 5, 9) und der keine so bedeutende Stellung im jamnensischen Synhedrium eingenommen hat, das faktisch stategehabte Opfern in Jerusalem nur vom Hörensagen kennen? Der Zusammenhang in den betreffenden Stellen laßt auch über die Richtigkeit unserer Auffassung keinen Zweifel austauchen. Herr F— l hat übrigens seinen Klienten mißverstanden. Chajes behauptet nicht, daß dem R. Iosua die Mittheilung geworden sei von einem Opfern Ln Jerusalem, sondern im Onias-Tempel.^ Aber diese Auffassung Chajes, die ich erst jetzt bemerke, versetzt mich in ein noch größeres Erstaunen. Wie konnte ein gelehrter Lalmudist wie Chajes in dieser Art irren? Dem R. Iizchak war ja die Aeußerung entschlüpft, daß nach der Lempelzerstörung im Onias - Tempel, d. h. außerhalb Jerusalems geopfert werden dürfe und die talmudische Auseinandersetzung beweist, dass diese Ansicht in der Meinung des Rabbi Iosua ihre prinzipielle Widerlegung finde, da nach R. Iosua Opferfunklionen außerhalb der geweihten Altarstätte für alle Zeiten verpönt bleiben. — Herr F — l fährt fort „die Stelle im Talmud wegen Zubereitung des Räucherwerkes betrifft blos den Rauchers ltar, welcher gewiß beim Bestehen des Opferaltars nicht stehen geblieben ist, da wir zur Erklärung der talmudischen Stellen nur den Opseraltar als stehen geblieben zu erklären haben. Die Antwort des R. Iehuda an den Kaiser war daher ganz den Gesetzen gemäß. Als nämlich Antoninus ihn frug: ob man einen neuen Opser- 5) Die Stelle im rwnn OY! S. 17, col. 1 lautet: pny rn *n wyi pvm pnpw TiyD&y oWi ptc6 'jsa pmpo m inpeiiy 3I2K wm N'3 by\ pnnpo j’0’3 3-tru win n'3^. altar errichten könne, gab er zur Antwort b rTC».)^> IHD map, do bei Nichtermitttlung der Stätte die Errichtung des Altars zwecklos gewesen wäre." Hr. F—l hat offenbar die betreffende Stelle im jerus. Talmud Megilla «. nicht vor Augen gehabc und seine abenteuerliche Erklärung nach dem in unserer Abhandlung S. 345 in Kürze gefaßten Citat' eingerichtet. Auf die Anfrage des Antoninus: wie er einen Altar bauen könne, antwortet R. Jehuda nicht rwyb 1HD mDp, sondern er beauftragt den R. Romanus, daß er dem Antonmus einen Altar anfbauen, aber die Steine vorProsanirung schützen solle. Das^-Dp^n^^ ist dann die zweite an R. Jehuda gerichtete Frage und er ertheilt darauf eine zweite Antwort. Von einem R ä u che r altar, kann übrigens nicht die Rede sein, da das Räucherwerk dessen nicht bedarf.^ Die zweite Frage scheint mir übrigens von R. Romanus, der zum Kaiser gehen sollte, herzurühren und das bezieht sich demnach auf Antoninus./ Daß aber der Kaiser Antoninus nach Hadrian gelebt hat wird wohl Hr. F—l zugeben z ich begreife demnach nicht was er mit seiner Distinktion zwischen Raucher- und Opferalcar bezwecken wollte? Wir citirreri die Stelle des jerus. Talmud gegen die Behauptung der christlichen Gelehrten, daß noch bis in die Iulianische Epoche außerhalb Jerusalems geopfert wurde. Antoninus wollte nicht — und auch in diesem Punkte irrte Hr. F—l — in Jerusalem, sondern zu Hause privatim für sich einen Altar bauen. Die dem römisch-palastmenschen Leben entlehnte Geschichte des jerus. Talmuds fourefp-onbirt mit der aus den babylonisch-persischen Zuständen geschöpften Erzählung des Talmud babli ^Sebachim 1l6b), wo die judenfreundliche Jfra Hurmi'z, die Mutter des König Schabur, einem Rabbiner ein Opfer zuschickt, um es in ihrem Namen dem einig-einzigen Gott darzubrigen. Beide Begebenheiten sollen nichts in Betreff des Opferns in Jerusalem darthun, sondern den Beweis Liefern, daß sogar die Lheilnahme an Opserfunktionen nichtjirdischer Opferer nach der Zerstörung wegen p:nnDTI&y untersagt sei. — Neben der Vercheidigung des Hrn. Chajes glaubte Hr. F—l auch noch ein Patrociriium für den Talmud Grätz und mir gegenüber annehmen zu müssen. „Die von den Verfassern angeführten Stellen aus den Kirchenvätern, sagt er, sind in keiner Art maßgebend und in dieser Hinsicht bin Stellen aus dem Talmud und unfern Traditionsbüchern gleichzustellen." Ich stelle dieser CaMtio unsere Vorausschickung S. 342 a. a. O. entgegen. „Bei dem Zeugenoerhör über diesen Punkt, sagten wir, gebührt der Aussage talrnudischer Zeugnisse unbedingt der Vorrang vor allen andern Schriftstellern, da es in der Art und Weise des Talmuds Liegt, sich in harmloser -6) Vergl. Sebachim 59a: map p'DpD ypw mtD Das. Tos. a. v. und <jl a Tos. a. v. 7) Die Stelle trn hieros. Talmud Megilla 3. lautet: ian in’J3 V'n naro nuai? mb v-b dimibjn — duoddo nnN na non map & rwy1? mo* M3K n'J’33V’ '3n 'b f'rbm D'jcn 'n pioi. —

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