Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 28 (14.7.1849)
- Date
- 1849-07-14
- Page
- Spalte 433-434 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. M 28. Leipzig, dm 14. Juli 1849. Inhalt. Studien. Die angebliche Fortdauer des jüdischen Opferkultus nach der Zerstörung des zweiten Tempels. Von Friedmann. (Fortsetzung.) — Die Philonische Philosophie. Von Dr. M. Wolfs. (Schluß.) — Gnosticismen und Antignofticismen.» Von Ad. Jellinek (Fortsetzung.) -- Literarische Miscellen.. Das Urjudenthum. Entgegnung von Ad. Jellinek. Curiofum von E. Wehli. — Ankündigungen. Die angebliche Fortdauer des jüdischen Opferkultus nach der Zerstörung des zweiten Tempels. Von Friedmann. (Fortsetzung.) Herr F—l sagt ferner: dem Einwand der Verfasser, daß es einem Wunder gliche, wenn die Hauptstätte des Kultus von der Hand des erbitterten Feindes verschont geblieben wäre, ist zu entgegnen, daß der Opferaltar nicht ein so in Augen fallender werrhvotter Gegenstand war und nicht zu den Kostbarkeiten des Tempels gehörte. Er war von Kupfer und wegen der dargebrachten Opfer beständig mit Blut bedeckt. „Es ist daher mit gr oß e r W a h rsch e i n l i ch k e i t anzu nehmen, daß Titus gerade diesen durch große Blutflecken entstellten Opfer-Altar, um' die jüdische Nation aus ihrem Glauben herabzusetzen, stehen li e ß." Was soll man auf so eine willkürliche abenteuerliche Kombination gegenüber klarer unzweideutiger historischer Zeugnisse einwenden? Was vollends zu der „großen Wahrscheinlichkeit" sagen, daß die opfernden heidnischen Römer einen von Opferblut befleckten Altar zur Schande der Religion, der er angehörte, stehen ließen! Nicht der in die Augen fallende sinnliche Kultus der Juden, sondern gerade ihr übersinnlicher Gottesbegriff, der reine Monotheismus war es, der den Römern und selbst einem Taeitus unsinnig erschien. — Um jedoch Hrn. F—l schon jetzt vollständig zu beruhigen, so verweise ich ihn <tuf Sebachim 60b und Tosifta Sanhedrin Kap. 3, wo R, Jischmavl das Nichtopfern der Erstgeburt vom reinen Viel) aus der Thatsache ableitet, daß - er Altarnicht vorhanden sei rDID pyo ptf HD* Ich bitte die citrrte Stelle in Sebachim sorgfältig zu vergleichen, da aus derselben die gleichzeitige Zerstörung des Altars mit der des Tempels rmzweifelhaft hervorgeht. — Hr. F—l sagt ferner, „daß die HH. Verf. das Stillschweigen des Talmuds über das Opfern auf der Altarstätte dis zur hadriamschen Epoche als Beweis gegen die Fortdauer -aufstellen, bestätigt sich auf keine Weise. Ausdrücklich ist in Sebachim 92a. bemerkt, daß einer der drei Propheten bezeugt hat, daß man selbst vor dem Bau des Tempels opferte" Welche Konfusion? In der beregten Stelle wird erzählt, daß den unter Sarubabel hesmgekehrten Exulanten verkündet wurde, daß auch, ohne Tempel, aber auf einem Altar auf dessen ursprünglicher Stätte geopfert werden dürfe. In welchem Zusammenhangs steht nun diese Tradition mit unserer Behauptung von dem Stillschweigen des Talmuds über faktisch stattgehabte Opfer und nachher Zerstörung des zweiten Tempels? Wir haben in unserer Abhandlung S. 346—49 die gesetzliche Möglichkeit des Opferkultus ohne Tempel aber auf einem Altar an einer ursprünglichen Stätte nach der Ansicht des R. Josua ausführlich begründet; wir haben aber auch nachgewiesen, daß faktisch nicht geopfert wurde. Bei dieser Gelegenheit sagten wir gleichsam im Vorübergehen: Hr. Chajes,, der die Worte des R. Josua V'ayN jonpD&P rro so auffaßte, als sagte R. I. daß zu. seiner Zeit faktisch geopfert wurde, „hat die Stelle in einer Weise mißverstanden, wie es von seiner talmudifchen Gelehrsamkeit nicht zu erwarten war." Hierauf bemerkt wiederum Hr. F—l nach einigen nichtkloreu Sätzen: „der Traktat Edujjot Sb ist gleichlautend mit Megilla 10a. Chajes hat vorzüglich die Lesart der 28