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Der Orient · 1849-07-07 · 27 (7.7.1849) · p. Spalte 425-426

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
27 (7.7.1849)
Date
1849-07-07
Page
Spalte 425-426 (sequence 5)
Language
German
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425 Studien. Die Phrlonische Philosophie. 428 ist ein Theit (aTtoöwaöfici) der göttlichen Vernunft.^ Daher rührt ihre Vortrefflichkeit, daher vermag sie, alle Gebiete des Wissens zu durchforschen. „Dies wäre unmöglich, wenn der menschliche Geist nicht ein Theit von dem göttlichen wäre und zwar ein rrntrcnubarcr. Untrennbar aber ist er deshalb, weil bei Gott überhaupt nicht von einer Trennung, sondern nur von einer Ausdehnung gesprochen werden kann. Deshalb vermag auch der menschliche Geist, wenn er die Welt betrachtet, bis zu den äußersten Grenzen des All sich zu erstrecken , ohne gebrochen zu werden; denn seine Kraft ist dehnbar.^ — Hier sehen wir schon — was wir später noch deutlicher erkennen werden — die Immanenz Gottes auch beim Menschen ausgesprochen. Wäre Gott nach Philo ein dem Menschen transseendentes Wesen, so könnte er von einem d7ioo7iaG[ici ov öiaiQetov unmöglich sprechen. Wie in der natürlichen Welt Gott sich nicht theilt und zersplittert, sondern Alles, von dem kleinsten bis zum größten Geschöpfe, nur die Eine Manifestation des göttlichen Wesens ist, so offenbart sich Gott m gleicher Weise in jedem Menschen; jeder individuelle Geist fließt aus dem allgemeinen, hat seine Quelle und sein Leben nur in diesem allgemeinen, in Gott.48 Das Individuell -Werden des Geistes bezeichnet Philo bildlich als das „Herabsteigen des himmlischen Geistes" auf die Erde und in diesem Sinne sagt er auch: „die Seele hat den Himmetsraum verlassen 'und ist, wie in ein fremdes Land/ in den Leib eingewandert. Diese Verbindung des Geistigen und Leiblichen ist aber nothwendig, weil der^ Geist nur in dem Körper thätig sein kanu."^ Geist Lhne Körper ist ein Abstraktum, etwas ganz Inhaltloses. Hier haben wir dasselbe wie oben bei dem Verhältnisse Gottes zur Welt.51 — Das Edelste und 46) Die Rabbinen: fyjDB pbn. 47) uioog s&tdg, ßQcx%vv ovzoog dvvcc zov dvd'gtSmvov vovv (.irjviyyis tj v.aglUa ßqu%egiv oyycoig iynazEiXrj^aEvoVj lieyzd'og ovpavov nal y.oG^iov xcogfjGca zogovzov, eI ^r} zrjg d'sias %al Evdaifiovog 'ipv%7jg mslviqg drcocTtag^a rjv ov dtciiQETOV) Tbfivszat, yap ou<5£r zov d'eiov y.az cctzuqztjgiv , dXXd povov sktslvszcc. jdib ^lE^oiga^ivog zrjg iv ZG3 TZttVzi ZEXElOZTjZOg^ OZCIV EVVOTj 3tOGflOV , ZOlg ICEQCiGt zov navzbg gvvevqevvstcu, grfciv ov Xd^ßdvcav. aOXvog yagr] övvafug avzov. Quod set putior. 292. 48) Daß hier blas von dem sich offenbarenden, nicht aber von dem an sich seienden, in sich verschlossenen Gott, dem ©V die Rede ist, versteht sich von selbst. 49) dxcohnovca (se. r\ tyv%r\) zov ovqccviov totzov, £iV7]v %(5gctv rjX&s, zo caT^ot. De Somniis252. 50) So heißt es leg alleg- 1, 66 in Bezug auf Gen. 2, 5: suv purj ETtOfißqriGri zeug alG&rjGEGi zag avziXij'ipsig rmv vtcohehizv&v 6 &sog ovdl 6 vovg igydGszaiKaijtQuyfiaZSVGEZCil ZI TtSQL CLlG^7]Glv. "ÄTtgeCKZOg yaQ avzog havzov cov n. z, X. 51) Gfrörer (a. a. O. 391) sicht hier wieder unsere Beste im Menschen ist die Vernunft; sie ist von der reinsten und besten Wesenheit, der göttlichen Natur gleich (Kct'd’aQcovtQCig öe xal dfiet’vovog ekct%£ zijg ovo lag, qg at 'd'Sica cpvüsig52 idvHMOVQyovvzo). Deßhalb^ ist auch nur die Vernunft in uns. unvergänglich.^' Sie allein hat der erzeugende Vater der Freiheit gewürdigt (fiovrjv ctvxrjv 6 yevvrjaag nctzriQ §XtvftsQiug q&coGe) und die Bürde der Nothwendigkeit fortkasseird, ließ er sie ungebunden und beschenkte sie mit dem würdigsten und ihm selbst eigenthümlichen Besitze, mit der freien Selbstbestimmung (rtcre xd zrjg dvuyMT[g dveig dsG^td acpizov e’iaoe, öo&QY}6d{iEvog ctvz'fj, zov TCQEn&ÖSGZCtTOV HCll OLKSlov nZ^fiaZOg aVTCö ZOV LA0VgIov (lotpav). Quod deus 8. immut. 75. Bergt, die ganze Stelle. Darum ist Nichts Gott ähnlicher gebildet, als der Mensch; seiner Vernunft wegen heißt er das Ebenbild Gottes;^ in ihr manifestirt sich das Göttliche. Wir sehen wie richtig Philo den Begriff und das wahre Wesen des Menschen aufgefaßt har. Der Mensch hat die Freiheit als das schlechthin Absolute; sie ist sein eigentliches Wesen und ist begründet in seinem Geiste: mit dem Denken ist ihm auch die Freiheit gegeben und in ihr erkennt er die Ebenbildtichkeit des Menschen mit Gott. Durch das Denken vermag der Mensch die Philosophen im Widerspruche mit sich selbst. Er geht nämlich davon aus, daß nach der „erhabenen Anschauung", die Philo von dem menschlichen Geiste habe, seine Verbindung mit dem Körper nur als „eine Erniedrigung angesehen werden muffe und er (Philo) aus der andern Seite die Nothwendigkeit dieser Verbindung einsieht und au einer Stelle ausdrücklich sagt: Wißbegierde habe den himmlischen Geist getrieben, in den Leib herniederzusteigcn." 52) Gfrörer scr. a. O. S. 377) versteht darunter die „Sterne" und unter der oveia den Aether. Er hält überhaupt den Geist nach Philonischer Anschauung für „ein Bruchstück des Aelhers." Er schließt dies aus unserer Stelle und einer andern in leg. alleg., wo es heißt:?} 'tyvxy ai^iQtog egtco, Daß Philo diese Anschauung nicht hat, und dies nur ein bildlicher Ausdruck ist, daß ihm der Geist etwas ganz Anderes ist, geht aus unserer Darstellung selbst hervor; er spricht aber auch selbst ausdrücklich dagegen. Dt* plantatione 148 sagt er: ’AXX’ o\ (iev uXXoi zrjg uI&eqLov cpvGEcog zov tffiLEZEQGV VOVV fiiOiQCCV EL'JlOVZEg eIvCU , GVyy£V£lCLV 0CV’d'QO)- izco 7CQog aföEQa avrityccv, o dl ^tyag Mcovcrjg ovösvi zav y syovozcov zrjg Xoyiv.rjg 'ipv^'ijg zo Eidog opoLcog co^oliCCGEV ) dix’ EL7ZEV, CCVZTjV ZOV ftElOV HCCl doQttZQV eIkOVCC, Sdxtpov Etvcu vofiicag ovGico&UGav %al zvitto^ElGav yldi O’fov, o ittQCLKzriQ egziv oa'c^os Xöyog. 53) So heißt es de mundi opif. 44: uvgCcog dv, zig £lr7toiy zov ävQ’QcoTcov, &V7] zzjg %al d^avdzov q)v6E(og uv du ileQqqlqv EKcczEgag ogov dvaynalov Sozi fiEZ£%ovza je cd ysyEV'ijG'd'cu $7\xbv o(iov ncti d&dvaxov * &V7J zov ߣV %aza zo Gcäficc, y.azd dz xt\v dzdvo&ctv cc&avcczov. 54) ifKpEQEGZEQOV 0V§EV yT/yEVEg dv&QOöTCQV &£(j) y Efacdv XeXekzcu yazd zov zrjg tyvxfjg rjye^ova vovv. De numd. opif. 23.

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