Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 26 (30.6.1849)
- Date
- 1849-06-30
- Page
- Spalte 403-404 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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403 404 Studien. Ueber Opfer nach dem zweiten Tempel. sicherlich flicht auf Seiten des wohlverstandenen koflseroativen Prinzips. Unsere belletristischen Theologen haben keinen kleinen Lärm erhoben, als sie von Chajes, dessen Schriften sie als ihre talmudischen Konversationslexika lesen , die angebliche Fortdauer des Opferkultus erfuhren. In ihrem Feuereifer gegen den Opferdienst möchten sie auf dieses eine reiche Hekatombe darbringen. In-Folge der Beibehaltung der Opfer auch nach der Zerstörung des Staates, wo sie ihre politische Seite verloren, sollte R. Akiba und Genossen, nachdem man sie längst als Reaktionäre verschrieen hatte, gar noch der rothen Reaktion angeklagt werden. Wir unsererseits haben schon damals unbekümmert um diesen kleinen Krieg der Kleinen, der Gottlob jetzt überwunden ist, unsere Frage, wie wir hoffen, mit historischer Objektivität ohne Parteizweck behandelt und ich will jetzt nach Widerlegung der Einwürfe des Hrn. F-—l neue Argumente zur Kräftigung unseres Resultats hinzufügen. — 1) Den Einwurf des Hrn. F—l, daß nach der Erklärung Napapo-rts zu Sanhedrin 11 b nro^JH und nicht »THDjn stehen mußte, ist kleinlich und ohne Belang. In der Tosifta Sanhed. Kap. 2, wo dieselbe Materie behandelt ist, heißt es viel häufiger nroy als rjrQ'JJ. Das Ausfallen der Lesemutter ist auch so gewöhnlich, daß man es fast -als Regel ansehen könnte. Hingegen spricht entschieden für die Erklärung R.'s der Umstand, daß nroyn und nicht innDjn steht, wobei eine Verwechselung nicht stattsinden darf/ Rasch! und TosafoL sahen sich auch wirklich genothigt zu Gunsten ihrer Auffassung innijn zu amendiren. — Wir haben ferner S. 368 unserer Abhandlung bemerkt ,,die Thatsache des Sendschreibens gehört um so sicherer R. G. 86n. an, als dieses v o n d e n S tu.s e n d e s T e mpcls erlassen wird n'nnVI ü r6ypn 3J b]) oder nach Talmud hieros. Ma'aser-Scheni V. Hlbyo by was jedenfalls den Bestand des Tempels voraussetzt". Hierauf bemerkt Herr F—l, daß nppD auch Aufgang ohne an Stufen zu denken bedeute und selbst das nbyo by sei nicht hinreichend den Bestand des Tempels zu beweisen, da Makkot 24 b p",-]p aus der Zeit nach der Zerstörung vorkommt. Allein so bemerkenswerth auch diese Stelle dafür ist, daß noch auf den Trümmern die einzelnen Tbeile des Tempels nach ihren Namen unterschieden wurden, so tangirt dies durchaus nicht unfern Beweis. In unserer Stelle erscheint R. G. sitzend umgeben von seinem Senat und Jochanan, der drei Briefe vor sich liegen, hat unddenAuftrag erhält die Sendschreiben miederzu sch re Sb e n. Diese Situation setzt durchaus dm Bestand der Stufen des Tempels voraus, deren Räumlichkeit in der That (nach Mlbdot 2, 3 und 3, (5) für dieseThätigkeit vollkommnen Spielraum gewährt hat. — Der Ort der Handlung führte uns um so mehr aus R. G. I. als deren Urheber, da wir ihn Sabbat 115 a an derselben Stätte wiederfanden und ich bitte noch 'Orlah 2, 12 zu vergleichen. Unsere Angabe, daß R. G. 1. Sabbat 115 a „wie in der ersteg ^tell-e in Begleitung eineß Aochanan erscheint", muß ich berichtigen, da hier R. G. U. am Tische eines andern Rabbi Jochanan b. Nisuf erscheint. 2) Wir haben ferner (S, 369) den Beweis geführt,-daß R. G. 11. nach der Zerstörung unmöglich mit dem Pascha in Zusammenhang gesetzt werden könne, da er sonst auf keine Weise den Gebrauch des durch Synedrialbeschluß (Berachot 19a) verpönten gewappneten Döckleins D^pC 'Hi sreigeben durfte (Bezn 22 b). — Herr F—l macht den Einwurf, daß diese Freigebung des Bockleins „vielleicht nach Zerstörung des Altars und Planirung der Opferstelle stattgefunden hat." Nach dem Zusammenhänge sagen diese, dunklen Worte, daß R. G. 11. den Gebrauch des gewappneten Böckleins nach der hadr säuischen Katastrophe erlaubt haben mochte. Es ist jedoch zu bedauern, daß R. G. den hadrianischen Krieg entweder nicht, erlebt, oder sicher nicht überlebt hat. Ich werde im Verfolg die Zeit des R. G. zu bestimmen suchen. — 3) Zu dem Argumente Kreuzenach's, daß die Handlung des R. Iehuda b. Batera Pesachim 3b in Betreff des Paschaopfers nach der Zerstörung stattgehabt habe, macht Herr F—l die gute Bemerkung, daß nach dieser Annahme die Fragen der Tosasot das. all voc. rp^ND gelöst seien. Wie aber, wenn. R. Iehuda b. Bateca sich in eigener Person gegen die Auslegung Kreuzenachs verwahrt hätte? Pesachim 109 a sagt R. Iehuda b. Batera ausdrücklich, daß seit der Zerstörung des Tempels nicht geopfert werde. Mil diesem Diktum ist unser R. Iehuda aus dem feindlichen Lager zu uns übergegangen und kämpft nunmehr schlagend gegen die Annahme der Opferfortdauer.1 4) Außer diesen als unerheblich erwiesenen Ausstellungen sind die weitern Raisonnements des Hrn. F—l so dunkel- und unbestimmt, daß sie sich in ihrem Mangel an Faßbarkeit der Widerlegung fast entziehen. Ich will jedoch die Mühe nicht scheuen, zumal wir dadurch wiederum auf Hrn. Chajes zurückkommen. Hr. F—l spricht von der Meinung Chajes, „der Kreuzenach und Ia'bez beitreten", daß der Opferkultus oder wenigstens' das Paschaopser auf dem unversehrt gebliebenen oder zu diesem Zwecke restaurirten Altäre bis nach Hadrian rheilweise sortgedauerk habe. Aber Hr. F—l läßt seinen Klienten Aussagen machen, an die er nicht dachte. Herr Chajes spricht kein Wort von einem Altar. Herr F—l hat die Formulirung der Frage aus unserer Abhandlung entnommen, wo wir wiederholentlich und mit gesperrter Schrift auf die Nothwendigkeit des Altars aufmerksam gemacht und (S. 349) den dessallsigen kritischen 1) Die Stelle lautet: 'vra p jTi'TV nneiy jw Q”p inpion nptf pn 'm ' Fincitn cu? rfotfi prav kPn nnDB' j\s c>’p L'ipm n»? jW l'Eöyi