Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1849-06-30 · 26 (30.6.1849) · p. Spalte 401-402

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
26 (30.6.1849)
Date
1849-06-30
Page
Spalte 401-402 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/8555529-9893953-9893985--5962-3535095
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Meratnrblatt -es Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. M 26. Leipzig, beit 30. Juni 1849. Inhalt. Studien. Die jüdischen Opfer nach dem Zweiten Tempel. Von Fried mann. — Historische Notizen die Juden in Kurland betreffend. Von Wunderbar. — Literarische Analekten. Die pythagoräische Lehre und -je Kabbala. Von Dr. M. Duschak. — Literarische Mis-cellen von Jellinek und Fürst. — Ankündigungen. Dic angebliche Fortdauer des Mischen Dpferkultus , nach der Zerstörung des zweiten Tempels. Don Friedrnann. Unter dieser Ueberschrift habe ich in Gemeinschaft mit meinem Freunde Hrn. Dr. M. Gr ätz in den theologischen Jahrbüchern vonBaur und Zeller Band 7 Jahrg. 1848, Heft 3 S. 338—37i eine ausführliche Abhandlung erscheinen lassen. Bis ins vorige Jahrhundert galt es bei allen jüdischem und christlichen Gelehrten als ein unbestreitbares Axiom, daß der jüdische Opferkultus mit der Zerstörung des Tempels völlig und gänzlich seine Existenz verloren habe. Erst Prudentius Maranus, veranlaßt durch mehrere Stellen in den Kirchenvätern, stellte die Behauptung auf, daß der levitische Kultus nach der Zerstörung des Tempels außerhalb Jerusalems ohne Tempel auf Privatalta'ren noch bis in die Julia nische Epoche fortgesetzt wurde. Gleichzeitig mit Prud. Maranus versuchte Ja'bez aus jüdischem Gebiete den Satz zu beweisen, daß G e me in de o p fer nump und mindestens das Paschalamm auch nach der Zerstörung durch Titus ohne Tempel aber auf dem angeblich verschont gebliebenen Altäre in Jerusalem bis zur Had rionischen Katastrophe dargebracht wurden. In der neuern Zeit wurde Prud. Maranus von Semisch und Schwegler, so wie Ja'bez von Kreuzenach und Chajes unterstützt. — Unsere Untersuchung lieferte nach Abhörung sowohl der rabbinischen als der kirchenvätcEchen Zeugen das bestimmte Ergebnis, daß ein jüdischer Opscrkuttus seit der Zerstörung d urch Ti tu s wed er an der Ursprungl i ch e n A l t a r st ä t t e in Jerusalem, noch irgendwo außerhalb Jerusalems stattgefunden habe. — Ich habe nicht erwartet, daß unsere harmlose antiquarische Studie, die im Djenste der Geschichtsforschung unternommen, auch zu einem Ritterdienste Gelegenheit bieten werde. Herr M« B. Fried ent'ha! hat es verstanden, diesen dürren reizlosen «Gelehrtenstreit zu galanten Zwecken auszubeuten und ihn sogar an die großen Prinzipien des Konservatismus und des Fortschritts streifen zu lassen. In Nr. 21 v. Bl. sagt Herr F—l „der Aufsatz von F. und G. zielt besonders dahin, die Meinung meines Freundes, des Rabb. H. Chajes zu widerlegen und in den Hintergrund zu rück zu drängen. Da nun von den neuern Gelehrten keine Gelegenheit verabsäumt wird, den Rabb. Hrn. Rapaport auf Unkosten des Chajes zu erheben, den letztere dadurch zurückzusetzen (da die Erklärungen des Erster» zur freien Kritik führenwährend die des Letzter» sich mehr zum Konservatismus neigen) so finde ich mich wer an-. laßt, a ls wahrer Verehrer und Freund des Hrn. Chajes dessen Meinung Geltung zu verschaffen, ohne hierdurch Hrn. R. irgend wie nahe treten zu wollen." Ich bedauere, daß der ritterlich-freundschaftliche Eifer in majo rem «iei gloriani des Hrn. F—kl bei unserer Frage nicht an seinem Platze ist. Sein verehrter Freund, Herr Chajes, ist nicht etwa Erfinder oder Vertreter der Ansicht von der Fortdauer der Opftr, sondern nur der Nachtreter Ja'bez's. Wir haben auch in unserer Abhandlung nicht mit Hrn. Chajes unterhandelt, und nur sehr gelegentlich (S. 346 und 367) zwei Fehler, die er in dieser Sache gemacht, notirt. Ebenso mißlich steht es mit der Anspielung F—ls auf den Konservatismus seines Freundes. Abgesehen von dem heimlichen Koquetiren des Hrn. Chajes mit manchem antlrabbinischen Rabbiner, so steht er in unserer Frage 26

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.