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Der Orient · 1849-06-23 · 25 (23.6.1849) · p. Spalte 397-398

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
25 (23.6.1849)
Date
1849-06-23
Page
Spalte 397-398 (sequence 7)
Language
German
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397 Kritiken, Friedreich, zur Bibel. 398 Lheilungen S. 8 Note 3) läßt den Leser in Ungewißheit über seinen Inhalt. Folgende Stelle aus Isaak Gen Latif's. Buch genannt giebt den Titel etwas klarer. Abschnitt 14 dieses Buches lesen wir folgende Worte: ■DU? 102 PO. nwn' HD'DNn DU» lKipi — — '3 iDf* D'mn '^133 nsD3 pns’ 'i nto 131.1 )Q3 iniN’ao mx tdt* wivi I37>' Ni> osnn -- ,-pi *p nj/J vby hdni 11^3 srf'Ni isd Ueber Isaak den Abraham ben Latif vgl. unsere Notiz im LB. des Orients 1847. S. 406 Note 2. Nachträglich bemerken wir hier noch, daß wir in seinem Buche genannt *]bon 'M Abschnitt 29 folgende Worte lesen: 'OPV ^>2 2 jnrn nnna.ln^mN’Q, 122 -- — .mntDn Auch bemerken wir hier, daß sich sein Kommentar zu Kohelet auf der nLtionuIe (Nr. 61 Sorbonne) befindet. Kurze Uebersichten. 6) Zur Bibel. Naturhistorische, anthropologische und medicinische Fragmente, von I. B. Friedrich. Zwei Theile, gr. ö. I. Th. VII und 334 S. 2. Th. IV und 215 S. Nürnberg, 1848. Verlag von Bauer u. Raspe. Angezeigt von R. I. Wunderbar in Riga. (Fortsetzung und Schluß.) Ferner ist das Prinzip, welches der Vers, bei der Bearbeitung seines vorliegenden Werkes zu beobachten vorgiebt, in seinem Vorworte zu demselben wie folgend ausgedrückt: „Berücksichtigt man die Methoden, nach welchen man in der Erklärung der in der Bibel erzählten Thatfachen zu Werke gegangen ist, so wird man vorzugsweise zwei Haupt-Parteien gewahren. Die eine, fußend auf dem Boden derOnhodcxft, verlangt blinden Glauben auf das Wort und bildet Wunder, wenn sie auch noch so sehr der Vernunft widerstreben sollten; die andere Partei aber dispurirt mit einem an Frivolität grenzenden Skepticismus Alles hinweg und findet überall nur Symbol oder Mythe. Wo soll sich nun Jener hinwenden, dem die Bibel, als ein wichtiges historisches Dokument unserer Urzeit von Interesse ist? mit dem orthodoxen Wunderglauben will sich seine Vernunft nicht befreunden, und die Symboliker und Mythologen Haben ihm nichts mehr Objektives gelassen, haben die historische Bedeutung der Bibel untergraben! Letztere dem wissenschaftlichen Forscher zu erhalten, bleibt somit kein anderer Weg übrig, als das in der Bibel Gegebene als etwas Objektives zu erfassen, es jedoch so zu deuten, daß es mit der Anschauungsweise der reinen Vernunft vereinbar ist. Und dies ist der Gesichtspunkt dieses Werkes." — Und doch ist derselbe im Verlauf seiner Abhandlung diesem Prinzipe mehrmals untreu geblieben. So will er z. B. ibid. S. 173 an der biblischen Stelle im 2 Köa. 4, 18 ff., wo die Wiederbelebung des Knaben zn Sunam durch, den Propheten Elischa erzählt wird, den echt historischen Charakter derselben aus dem Grunde bezweifeln, weil diese Erzählung der ähnlich ist, welche uns die Bibel früher, (1 Kon. 17, 17) von Elia giebt. — In dieser Ähnlichkeit ist aber noch gar kein Grund vorhanden, derenkhalben gedachter Stelle ihren historischen Charakter zu nehmen. Denn einerseits ist es ja möglich, daß gerade deshalb, weil sich kurz zuvor die Kunde von der Wiederbelebung des Knaben zu Zarfat durch Elia allgemein unter dem .Volke verbreitet hatte, nun auch die Mutter des Knaben zu Sunam, als letzterer durch seist plötzlich erfolgtes Hinsterben, sich in einem ähnlichen Zustande wie jener Knabe befand, auf eine mögliche ähnliche Errettung desselben bedacht war, indem sie beschloß, den in der Nähe befindlichen Propheten, als den Nachfolger des Elia zur Hilfe herbei zu rufen. Und da ersterer durch den mehrjährig gepflogenen, vertrauten Umgang mit seinem Meister Elia, in jegliche Wissenschaft und Kenntmß, welche dieser besaß, bereits genügend eingeweiht, ja wie uns die Bibel berichtet, mit doppeltem Prophetengeiste begabt war, so ist nicht zu verwundern, daß auch dieser Knabe in ähnlicher Weise wie jener ins Leben gerufen werden konnte. — Ferner vertheidigt er ibid, S. 98 ff die Ansicht, daß die Beschneidung keineswegs, wie es uns die Bibel erzählt, ursprünglich dem Abraham von Gott befohlen worden sei, sondern daß sie schon früher bei den benachbarten Völkern üblich gewesen, mithin dem Abraham, als er diese auch bei sich und seiner Familie einführte, schon bekannt sein mußte, weil die Bibel nicht das mindeste von der Art und Weise wie die Operation ausgeführt werden sollte, erwähnt, was also durchaus ein-e vertraute Bekanntschaft mit derselben voraussetzt, indem ohne nähere Kenntniß dieses Gebrauches und der Art und Weise, wie diese Operation verrichtet werden soll, dep kurze Auftrag, der sich in der Bibel mit den Worten vorfindet: „beschneidet die Vorhaut eures Fleisches" völlig unverständlich hätte bleiben müssen. Daraus folgert der Verf. also, daß die Beschneidung unmöglich ursprünglich dem Abraham von Gott geboten sein konnte, und fährt derselbe mit den Worten fort: „Es ist zwar die bequemste Art, mit den Worten: „es steht so geschrieben, folglich ist es wahr", Etwas beweisen zu wollen, wenn man anders einen solchen-blinden Machtfpruch einen Beweis nennen darf, und es macht freilich ein solches Verfahren alle fernere historische Untersuchungen überflüssig, allein die wissenschaftlichen Forschungen übersteigen jede von der Orthodoxie gezogene Barriere". — Wir können aber dem Verf. in gleicher Betonung die Worte entgegen stellen: Es ist freilich die bequemste Art, entweder da, wo uns eine Ansicht nicht zusagt, oder da, wo wir den rechten Sinn einer Bibelstelle aufzufassen zu kurzsichtig sind, den ganzen Passus ohne Bedenken zu negiren oder höchstens nur Symbol und Mythe darin zu erblicken, als sich die Mühe zu nehmen, die historische Bedeutung derselben ergründen und vertheid igen zu wollenz allem derjenige, dem die Bibel als

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