Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 25 (23.6.1849)
- Date
- 1849-06-23
- Page
- Spalte 399-400 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/8555529-9893953-9893984--5960-3535088- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Elijah 1× ep/1004307
OCR text
399 Ankündigungen. 400 heilige Schrift, mithin auch als ein höchst wichtiges historisches Dokument der Urzeit von Interesse ist, wird keine Mühe scheuen, dieselbe unverdrossen zu ftudiren, und wird einerseits auch davin die Göttlichkeit und Wahrhaftigkeit derselben erkennen, daß er dieselbe nach Kräften in Uebereinstimmung mit den Gesetzen der Natur und der Vernunft, die ja an und für sich auch göttlichen Ausflusses sind, zu bringen wissen wird; besonders da-die Bibel bei jeder Gelegenheit, selbst bei historischen und natürlichen Begebenheiten, Gott als den obersten Leiter und Lenker der Angelegenheit darstellt, die, obgleich sich natürlich entwickelnd, doch in seiner Hand liegen; so wie in ihr auch wiederum die Wunder, wenn nicht stets, doch aber größten th eil s in Folge der ihnen bald mehr bald weniger zu Grunde liegenden natürlichen Mittel dargestellt werden; was auch schon Maimuni, Ralbag, Kmichi u. A. m. bemerkt haben. Andererseits aber wird er auch da, wo manche biblische Fakta der Natur und der Vernunft zu widerstreben scheinen, entweder seine eigene Kurzsichtigkeit bedauern, oder, was dasselbe ist, er wird auch nach Umständen, getrost eine übernatürliche Kraftäußerung der göttlichen Allmacht annehmen. Erscheinen uns ja übrigens auch die täglichen Wirkungen der Natur als Wunder, und giebt es ja so vieles Wunderbares in der Natur selbst, von welchem die Gelehrten nicht träumen, warum sollten wir auch nicht ein Haarbreit weiter gehen, und auch die sogenannten wirklichen Wunder nicht für möglich halten wollen. — Es ist übrigens hür der Ort nicht, uns für oder gegen Wunder ausführlich anszusprechen; so viel glauben wir jedoch hier bemerken zu müssen, daß der Einwurf des Vers., daß die Beschneidung deshalb nicht jüdischen Ursprungs, und also dem Abraham schon bekannt gewesen sein'müsse, weil die Art und Weise, wie diese Operation vollzogen werden soll, nicht in der Bibel näher angegeben ist, von sich selbst als grundlos wegsa'Ut, wenn wir berücksichtigen, daß die bezügliche Stelle ja nicht von Abraham, sondern von Moses, als dem Verfasser des Pentateuchs, niedergeschrieben worden ist, zu dessen, Zeit aber die Beschneidung unter den Israeliten bereits seit Jahrhunderten eingeführt gewesen, mithin die Art und Weift der Operation näher zu bezeichnen, ganz unnöthig war. — Schließlich können rvir nicht umhin, auch noch einige sonderbare, mitunter auch fehlerhafte, ja unverständliche Wörter und Sätze, deren der Vers, sich zuweilen bedient, zu rügen. Wir wollen Einige nur angeben. So z. B. schreibt er 1. S. 2 ff. Arbeth für riTlN (Heuschrecke^; ibici. S. 227 ff. Gehases für (Diener Elischa's); ibici. S. 237 basar für nBQ YV Crai* besam); H. S. 4-8 Mesachtoh für rYW (Maffechet); ibid. 19(5. zwo für zwei; Eckel, eckelhaft für Ekel, ekelhaft; verkalken, vertragen für erkälten, ertragen; ibici. S. 100 „jedes männliche Glied der Gemeinde" anstatt: jedes Gemeindeglied männlichen Geschlechts"; f. S. 217: „die ganze Haut des der das Mal har bedeckt (?)"; ibici. S. 145. außerhalb dem Keller anstatt außerhalb des Kellers u. f. w. Zudem kommen noch einige Druckfehler, die verbessert werden müssen. — Doch so scharf wir immerhin das Secirmesser der Kritik in aller Unparteilichkeit an gedachtem Werke auch geführt haben mögen, so kann und darf dieses demselben im Allgemeinen nicht den mindesten Abbruch verursachen, weil sich ja hienieden überhaupt nichts Vollständiges oder Fehlerfreies befindet; kann ja selbst das feinste Gold nicht schlackenfrei im Tiegel bleiben. Und so wünschen wir denn diesem herrlichen Werk, welches auch in typographischer Hinsicht sehr würdig ausgestattet ist, und das ohne Zweifel bleibenden Werth haben wird, die allgemeinste Verbreitung, so wie wir zugleich den aufrichtigsten Wunsch hegen, daß der gelehrte Verfasser uns wieder bald auf demselben Gebiete, das wir keineswegs für erschöpft halten, begegnen möge. — Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichie und Literatur betreffen, gegen Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [56] Durch C. L. Fritzsche in Leipzig ist von allen Buchhandlungen zu erhalten: Jacobson, Dr. I. H., Katcchetischer Leitfaden beim Unterricht in der israel. Religion, mit einem Anhänge, enthaltend Bibelkunde. Zweite Auflage, brosch. Preis 2 Ngr. 20 Exemplare für 1 Thlr. 5 Ngr. — — 450 Gebete und Lieder für die israelitische Jugend jedes Atters in Schule und Haus, brosch. Preis 10 Ngr. 20 Expl. für 5 Thlr. Manna von M. Steinschneider. 1846. brosch. 10 Ngr. Enthält: Nachbildungen jüdischer Poesie ans der Blüthenzeit jüdisch-arabischer Bildung. Tofefta zu Tohar ot, erklärt von R. Elija Wilna. Wilna, 4. geb. 22 Ngr. .MTO' n)pD 'd, Nachweise der jüdischen Gebräuche aus den Quellen. Eine antiquarisch-religiöse Untersuchung von Abr. Lewisvhn, Rabb. in Oberschlesien. Brosch. 15 Ngr. Verlag von C. L. Fritzsche. Redakteur: Dr. Jul. Fürst. Druck von I. H. Nagel.