Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1849-06-23 · 25 (23.6.1849) · p. Spalte 393-394

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
25 (23.6.1849)
Date
1849-06-23
Page
Spalte 393-394 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/8555529-9893953-9893984--5957-3535085
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

393 Neumonds fest, die die Schrift noch hat, hat einen heidnischen Boden und kann für uns keinen Platz haben; denn die allen Völker begrüßten den Neumond, die Wiederkehr des erfreulichen Mondlichts, mit Festlichkeiten (Isidor. Origg. 5, 33. Macrob. Sat. 1, 15. Laut. Germ. 11 u. s. w.). Wenn wir also den 1. Tischxi feiern, so können wir ihn nur als rWJ rvW"), wozu er nach dem <3*Ü, zum Andenken an die erste heilige Handlung der aus Babel auf palästinischen Boden zurückgekehrten (Esra 3, 1 ff. Reh. 7, 73- 8, 1) gestempelt wurde, und womit später auch die feleucidische Aere, die im Oktober begann , in Harmonie war, feiern und zwar der Tradition zu lieb; seine Bedeutung als , nj?nr) [HDJ, nj/nn CP verschwindet mit seiner heidnischen Neumondbedeutung (4 Mos. .10, 11. Ps. 81, 4). b) Die sonderbare Zdee, daß mit dem 1. Tischri die Welt geschaffen wurde, welche uns das j. Targum zu 1 Mos. 7, 11 bringt, mag als unschuldige Sage ihren W.erth behalten; daß Zosef den Jahresanfang mit Lischri auf eine egyptische Einrichtung zurückführt, würde unserer Beibehaltung weiter kernen Eintrag thun. Aber gegen die rcrbbinische Alfanzerei mit dem himmlischen Gerichtstag, mit dem nDinni nvotn, mit Um snDl pn DtEW, die aus dem zufälligen Au sammentrefferr mit CJjJNb btö ausgeheckt wurde, müssen wir entschieden zurückweisen, und mit Abweisung dieser Lächerlichkeit, die nicht die entfernteste Begründung hat, fällt nun das ganze Luftschloß der rnfT^D mit allem was daran hängt zusammen, und schon der Gedanke von cpe>v die oft zu wurden, bleibt fern. Daß die Dauer dieses Neujahrsfestes schriftgema'ß nur einen Lag zu feiern sei, versteht sich von selbst. c) Unser Ritual würde demnach nur die Idee des :WH, nicht die des nj/nn pDf oder die der mDD DV mbül zu verkörpern und nicht in ein Trauer- und Bußfest, sondern in ein Freudenfest zu verwandeln sein. VI. Philon, der Nettere. Philon der Aeltere, ein Palästinenser, schrieb ein Epos über „Jerusalem", worin olle jüdischen Könige in geschichtlicher Reihenfolge geschildert wurden.1 2 Dieses Epos hatte über 14 Gesänge,^ war also umfänglich und bedeutend, und es ist zu bedauern, daß sich dieses Erzeugnis jüdischhellenistischer Poesie nicht erhalten. Nur 23 Hexameter, citirt von A lexandrr Polyhisto t (in Rom 100 v. Ehr.) bei Eusebius (?ruex. Ev. c. 20. c. 24. c. 37) haben sich erhalten. Auch Clemens von Alexandrien (Strom. 1.) gedenket dieses jüdischen Epos. 3 1) Nach Clemens Alex. Stram. L 2) Euseb. praep. Ev. c. 24 wird aus dem 14« Gesänge citirt. 3) Bergt, über ihn noch: Philippson, Ezechiel und Philo (1830). 394 Bei diesem Philön sind jedoch noch zwei Vorfragen zu beaittworten: 1) War er ein jüdischer Dichter? Eusebius, welcher Bruchstücke aus Choirilos, Philon, Theodore) s, Eze kiel os und Aristäo s zusammenstellt, hat eigentlich die Absicht, die Wahrhaftigkeit der biblischen Relationen aus den Zeugnissen dev Griechen über die jüdische Geschichte zu erweisen, was natürlich voraussetzt, -aß jene Heiden sein, weil sonst ihre Zeugnisse als die der Juden doch nichts bewiesen haben würden. Allein Eusebius scheint nun einmal die Sache anders angesehen zu haben, da er doch auch den Ez-eki el o s aufführt, -en sein Name, wie auch der Umstand, daß Clemens (Strom. J.) ihn 6 zäv 'lovbcaXnmv z^ncycp* bidv TtoLrjxfjs> ihn als jüdisch bezeichnen; und wie Eusebius bei diesem irren konnte, ebenso kennte dies bei den übrigen vieren der Fall sein. — 2) Die zweite Frage ist: Wann hatte er gelebt? Eusebius citirt ihn aus Alexander Polyhifter, und dieser hatte 100 v. Chr. in Rom gelebt, denn er war Zeitgenosse des Sytta. Er muß also in der ersten Periode des Hellenismus geblühet haben. Uebrigens will ich noch bemerken, daß von diesem Philon auch Josef (geg. Ap. 1. 23) spricht. Ein junger Mann beabsichtigt soeben das was sich von diesem jüdisch-hellenistischem Dichter erhalten, unter folgendem Titel: i X av o g zov TTq £6 ßv z £ qotj I eq o g oXv (jlcc, -Philon des Aeltern Epos Jerusalem. Nach den erhaltenen Fragmenten herausgegeben, übersetzt und kommentirt. Mit einer Einleitung" zu ediren. — Mit diesen Fragmenten soll nun verbunden sein als Anhang: Eire Abhandlung über den ersten anonymen Dramendichter des jüdischen Hellenismus. Clemens von Alexandrien (Strom. V.) und Eusebius (Präpar. Ev. XIII, 3) gedenken eines crlttestamentlichen Drama's , welches zum Stoffe hatte: Die Einheit u nd die Urkörperlichkeit des göttlichen Wesens. Dieses Drama war in dialogischer Trimeter-Form, wie das jüdische Drama ’E£aycoyrj von Ezekiölos schon diese Form hat, abgefaßt. Schon der Stoff des Drama's weift auf einen jüdischen Verfasser hin, da ein heidnischer Grieche von einer Einheit Gottes nicht geschrieben haben würde. Aus den erwähnten. Stellen des Eusebius und Clemens sind die Bruchstücke die im Text und Uebersetzung mügetheilt werden sollen, entnommen. 1. Homer. Hr. D. Oppenheim sucht uns in diesem LB. die beiden Lesarten DVTDH und orpo im Talmud zu erklären. Die Verschiedenheit beruht aber auf dem einfachen Grunde, daß einige Talmudisten das rj für den hebräischen Artikel hielten. Eine Analogie finden wir bei den Arabern, welche Alexander- Jskander nennen, indem sie das „aL" für den arabischen Artikel Jt ansehen. 2. Cäsar» Nr. 24 des LB. führt Hr. Lewysohn eine „seltsame" Etymologie von „Casar" im Namen derTosafot Ab. Sara 10b an. Diese Etymologie findet sich aber bereits beiJosi ppon, Abraham bcn David, Sakkuto, Jachja Studien. Literarische Miscellen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.