Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 25 (23.6.1849)
- Date
- 1849-06-23
- Page
- Spalte 391-392 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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391 392 Studien. Pfingsten und Neujahr. eine so vielfach Mlgegriffcue, ja gänzlich verworfene Lcseart z» erhalten. Ich bitte schließlich den mir unbekannte» Hrn. R. D. D. cs nicht übel deuten zu wollen, wenn ich bei einer Selbstvertheidigung nicht ganz und gar objektiv bleiben konnte. — Dr. L. Lcwysohn. * * * III. Aphorismen. 15) Der Pabst heißt bei ncuhebräischm Autoren avO^O^, seltner Die Etymologie des erstern Wortes ist noch nicht richtig erklärt worden, denn Annahmen, wie von mr>?2, oder aij/D (vergl. Eisenmenger : Entdecktes Judent'h. I. S. 501) verdienen ans sachlichen und sprachlichen Gründen nicht beachtet zu werden. Der erste, welcher eine sprachliche Erklärung versucht^ ist Fürst (Perlensthnüre S. 148), nämlich als aus nannct foQvg zusanunengesetzt und gebildet. Sollte es aber nicht vielleicht wegen der Feistheit.und Wohlbeleibtheit der frommen Väter von ml und nlctq abgeleitet sein? Das N steht wie in oaip'DN für s nnd das « geht schon im Griech. in dem gleichbedeutenden moy in o über? 16) Der Na nie ]TP wird abgeleitet entweder von py ">NV indem man das Paradies in die Gegend des Jordan verlegte (vergl. S p a n h e i m: Inlrod. acl. Oeo^r. saer. p. 5), oder von . p und t (Und. 29), welche die zwei Quellen des Jordan sind; gegen letztere Erklärung spricht einfach der Umstand, daß der Jordan drei Quellen hat. Einfacher darf wohl folgende Erklärung sein.' Der Jordan fließt vom Antilibanon herab (*Vp)r das | ist cpenthetisch wie in ]na; die reißende Strömung des Jordans wird Job. 40, 23 hervorgehobcn. — 17) Die Griechen verstanden unter ßagßaga alle Nichtgriechen; das Wort hatte Anfangs keinen gehässigen Nebenbegriff, sondern bildete den Gegensatz zu nE\l^vsg, so bildet ]])b den Gegensatz zu nay K i mchi sagt zu Ps. 114, Ir. uw rrm parbaaac ry6 nay \wh und der Chaldäer übersetzt lyy rayo durch '^raaaa NDyD. Bekanntlich wollen Einige das griech. Wort aus dem Syrischen ablciten, von *-]2 12 d. i. „auswärts" „fremd". Vergl. Passow Ler. s. v. Auch im Arabischen heißt cs womit jedoch namentlich die Einwohner der Berberei in Afrika benannt werden. Vergl. Golius Le.r. p. 245. Aehnlich unserm Worte in der Begriffsentwickelung ist tvqcivvq$, das hebr. ana vergl. Gesenins zu Jes. 13, 2. 18) Die Zahlwörter aus andern Sprachen dienten zuweilen den Alten zur Eregese der h. S., oder sie finden sich umgeändert in einigen Redensarten. So wird bekanntlich Sanhedrm fol. 4, 2 das Wort NOM erklärt dw yaDNa ns DW ^nan DD; das latemischc duo ' findet sich in dem Sprichwort: p an^v>) aa tentt anva^o n (Kiddnschin fol. 41, 1); eigenthnmlich aber ist folgende Gebrauchsanwendung des Griechischen sv. Ntidr. Nabb. zu Schelach lecha fol. 201, col. 2 heißt es: iKim , nnN Dahia ürwya u\, wozu Matnat Kehuna bemerkt: p 'h UMm t£na , orwyi 1? ]w*?2 anN wn jm. Dr. L.. Levyso h n. Literarische Miscellen. V. Aeber Pfingsten nnd Neujahr. 1. Das Pfingstfest, a) Nach der Schrift (4 Mos. 28, 26. 5 Mos. 16 9) .war es blos ein Erndtedankfest (2 Mos. 23. 16) unb t)ieü daher 1'^Tl )N / ü^1)221 an5 in diesem Sinne kann cs aber für uns, die wir außerhalb Palästiira's leben und leben wollen keine Bedeutung haben, am Allerwenigsten eine religiöse, die es nicht einmal in Palästina hatte. Die in der Schrift ausgesprochene Verpflichtung, dasselbe im Tempel zu Jerusalem zu feiern, die Darbringung zweier Erstlingsbrode aus dem Mehl der neugcerndrcn Weizen (3 Mos. 23, 17) und die ganze Opferungs-Ceremonie mit dem Tempelritual bezog sich auf diese Erndtebedeutung, was für uns werthlos geworden. Der Name Fi’lpa&p an ist ebenfalls lokal. Das Osterfest sollte den Anfang der Erndte, dieses nach 7 Wochen den Schluß derselben celebriren und mithin hätte auch dieser Name für uns keine Bedeutung. Josef und Philon kennen da noch keine and.ere Bedeutung dieses Festes; aber die Talmudisten schoben ihm erst die Bedeutung unter, zum Andenken an die sinaitische Gesetzgebung, und diese Tradition mögen wir als die einzige Bedeutung festhalten, da jede andere werthlos geworden. d) Für das Pfingstfest schreibt die Schrift nur einen Tag vor, wird noch jetzt in Palästina nur einen Tag gefeiert, und es wäre unsinnig, wenn »vir aus bloßem Eigensinne zwei Tage feiern sollten. e) Das Ritual für die eintägige Pfingstfeier kann demnach weder Bezüge auf -pHp und OplOO, noch auf orf? NOM und ryiaanpT, sondern Lediglich auf rnifi -pjr haben und unser ererbtes Ritual muß also von Grund aus resormirt werden». 2. Das Neujahrsfest, a) Die Schrift kennt keinen Jahresanfang mit dem 1. Tischri; Nisan war ihr der erste der Monate. Erft nach dem babylonischen Exil ist der 1. Tischri als Jahresanfang betrachtet, so daß die Feier als #&*’")' nicht mehr schriftgemäß ist. Nach der Schrift »vurde der 7. Neumond, der U Tischri wie jeder Neumond gefeiert, nur wurde er etwas mehr im Tempel celebrirt, weil er der 7. war, wie der 7. Tag in der Woche, das 7. Jahr celebrirt wurde. Die festliche Bedeutung des 1. Tischri als