Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 23 (9.6.1849)
- Date
- 1849-06-09
- Page
- Spalte 361-362 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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361 Studien. Literarische Miscellen moi't ce n’est que son masquc. Ce qui est dessous Cache est tres beau, la niort n’a rien d’epouvantable“ (Vielleicht daß das Schauspiel des Todes misfällt, weil die Sterbenden eine schlechte Miene machen, wohl wahr, aber dieses ist nicht der Tod, dies ist nur seine Maske/ Da er hinter ihr verborgen ist, ist er sehr schön, der Tod hat nichts Schreckliches). Diese Sätze, so wichtig sie sein mögen, besonders der fr anz ö fische, hat nicht die Ansichten aller Menschen für sich. Man fürchtet die Maske als ein Schreckbild. Die geoffenbarte Religion in allen ihren Erscheinungsformen — Kirche, Synagoge und Mosche — haben den Tod allerdings ebenfalls als unvermeidlich norhwendig für die Kreatur gehalten, aber sie hat denselben in Verbindung mit dem innern Menschen gebracht und hat daraus eine Quelle der Ermahnungen gemacht. In den altern christlichen Gesangbüchern findet man ebenfalls solche Gedichte, die den Tod mit seinen Schrecken beschreiben. Die neuere Zeit, die den Tod zwar nicht bezwingen konnte, hat diese Schriftbilder desselben aus den Gebetbüchern verschwinden lassen« Die jüdischen Pajtanim haben ebenfalls den Tod mit seinen Folgen wahr und ergreifend geschildert, und Gebete dieser Art haben in den Sammlungen für die heiligen Tage, ihren Platz erhalten. Wie in der physischen Wett, das Salz vor Faulniß bewahrt, so hat hier das Geistreiche, das Salz des Ausdrucks und des Vortrages den Leser vor Ekel geschützt. Ein anderer Hauptpunkt dieser Gedichte ist das künftige Gericht, ein Gedanke den die Menschheit^ so weit die historische Kunde reicht, sestgehalten hat, und der zu verschiedenen Zeiten verschiedene Auslegungen erhalten hat, und woraus einzugehen, jetzt außer unserer Sphäre liegt. - Auf welchen Standpunkt du o Leser stehest, immer wirst du diese Ermahnungen mit Erhebung lesen, und mit Schreiber dieses die Kunst und das wahrhaft Salbungsvolle derselben zu schätzen wissen. Diese rnnDUl srnd in der jüdischen Liturgie, was die Glocken in der christlichen Welt sind, von denen ein italienisches Sprichwort sagt: „le Crunyane sono ie tiombc de’ cimetri“ (die Glocken sind die Trompeten des Friedhofes). DieseTrompeten des Friedhofes sind es, die eine sehr verständliche Sprache sprechen, und zwei Dichter — ein arabischer und ein hebräischer — haben die Laute des Friedhofes in die Sprache der Menschen meisterhaft übersetzt, wir haben ihre Worte bereits in unserer Blumenlese (S. 248 Note 3) gegeben. Die Bezeichnungen des Todes in verschiedenen Sprachen deuten eben auf das Schreckliche desselben hin. Es ist interessant, daß z. B. im Italienischen im Jargon des gewöhnlichen Lebensader &ob „Neg-ra“ „die Schwarze" heißt. Deutschen Lesern werden Schillers Worte in der Glocke einfallen, wo er vom „schwarzen Fürst der Schatten" spricht. Andere Bezeichnungen haben denselben mildern wollen, z. B. in verschiedenen Sprachen der Ausdruck „schlafen", so 362 auch im Talmudischen sehr oft -pl ID „als er entschlief". Dem Leser fallt gewiß hier ein, daß die Griechen den Schleif und den Tod als Zwillinge hielten. (Fortsetzung folgt). Literarische Miseellen. I. Die Juden unter der Obmacht des Griechenthums in der ersten Zeit. 1. Im Jahre 332 v. Ehr. war ein entscheidender Wendepunkt in der Geschichte der palästinischen Juden; mit diesem Jahre verschwand aus Palästina die persische Oberhoheit und die griechische Obmacht „ nahm deren Stelle ein. Ein Weltreich begann das andere abzulösen; der zottige Bock (d. h. Alexander, daher Dsul-Karuain, der Gehörnte) stieß den Widder von Ulai (die persische Weltmonarchie) um,1 2 3 4 wie die jüdischen Seher diese weltgeschichtliche Wandlung symbolisirt, und das Griechenthum, welches seitdem die damals civilisirte Welt zu beherrschen begann, wurde nun auch den Juden Palästinas näher gerückt. Zwar ging die Sonne des persischen Weltreiches erst ein Jahr später in den Flächen von Arb ela in der großen verhängnißvollen Schlacht bei Gaugamela (2. Oktbr. 331 v. Ehr.) unter, aber für Palästina ging die Sonne des Perserthums bereits schon 332 nieder, als Alexander mit seinem siegenden Heere Syrien und Palästina durchzog, auf seinem Marsche nach Egypten, zum Priesterstaate des Jupiter Ammon wanderte, unterwegs Damaskus, Sidon mit leichter Mühe nahm, Tyr us nach einer siebenmonatlichen, Gasa nach einer zweimonatlichen Belagerung eroberte und theilweise zerstörte, und endlich in Jerusalem nach feierlicher, friedlicher Unterwerfung der Juden als Schutzherr derselben einzog.— 2. Ueber Palästina,, zusammen mit Syrien, ließ. Alexander nun seinen Statthalter Andromachos, und als dieser dann von den Samaritanern , indem sie wegen der Begünstigung der Juden dem macedonischen Helden einen Haß nachtrugen, ermordet worden mar, den Memnon walten/ Viele Juden nahmen Kriegsdienste bei Alexander und schlossen sich seinem Heere an, ohne Beeinträchtigung ihres Glaubens/ die acht Tausend ijü'disch-)samaritanischen Truppen, welche S andalla t 1!., (jüd./persischer Statthalter von Samarien, Alexander schon früher anbot, folgten dem Sieger nach Egypten, wo er unter sie, in der. Gegend von Thebä, das ihnen zur Vertheidigung ubergeben worden ist, Ländereien.vertheitte/ und dem äußern, staatlichen Anschluß 1) Dan. 8, 21. 2) Curtius 4, 5. 8. 3) Jos. AG. 11, 8. 5. 4) Jos. AG. 11, 8. 4. &.