Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 23 (9.6.1849)
- Date
- 1849-06-09
- Page
- Spalte 359-360 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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359 -pn» «b ’s nox m i’Ni a"m 'll' V'NN vn 'a du xinn rwm * N’p-m N'no nao by p^in b”i aan nx rwwyb nmn .am nio^n mbn by ntab iHnaty dd dJwj nnyaa nby xbv 'Msd o’öann nana n6sun nipDDn yx ■ rnanacy hd oy b*\ aan.i'fy toi a»x nn im ’yaoNn p ’HDNrj ibron anxrvty myty mn yzyv a^yan dn o DiNiD xbt manx myty mrwpib laaainty ay /nn’by uaaiyiy nrca m man an« a^n bw xan’Dn nay cuisp atyx nViy '‘ynj.^y t unWa uaya -M' * u^riDD itctcr einige seltene Wische Ritualien IM Besitze des Herr» Dr. Albert Cohn in Paris. Mitgecheitt von Leopold Dukes. (Fortsetzung.) Der Tod ist unausbleiblich, die^ haben die Erbaulichen sich als Ermahnung dienen lastensich auf den Tod immer gefaßt zu machen, und für denselben vorzubereiten, um ohne Gewissensbisse zu sterben. In diesem Sinne ist es das ewige Erinnerungszeichen des Todes, das memento mori. Der Todtenschädel, das bekannte Zeichen des Todes, man kann es nicht Symbol nennen, da es nicht wie das Skelett mit der Sense , etwas allegorisch ausdrückt, * drückt die Unausbleib- 4) Die Sense in der Hand des Skeletts, ist eigentlich das Symbol, das Skelett allein ist es nicht, ebensowenig als der Todtenschädel. Symbol ist eine Vergleichung in Materie daraestellt. Zu einer Vergleichung sind 2 Dinge erforderlich, eine Sache die verglichen wird, und eine andere mit der man vergleicht. Eine Sache kann man also nur mit einer andern verglichen, nicht mit sich selbst. Wenn wir eine Schlange gemeißelt oder gemalt sehen, so denken wir zunächst an eine Schlange. Die Schlange kann aber auch ein Sinnbild der Ewigkeit sein, d. h. dann, wir haben ans irgend einem Grund die Ewigkeit mit einer Schlange verglichen, und haben dann das sinnliche Bild für bas Unsinnliche gesetzt. Wenn wir ein Skelett sehen, so denken wir an einen todren Menschen, wir sagen abstrakt ausgedrückt, an den Tod, weil es die letzte Folge desselben ist. Es ist dies aber kein Sinnbild, weil es die Sache selbst, es hat keine vorhergehende Vergleichung stattgefundcn. Wenn wir ein Stellet mit einer Sense darstellen, so ist es ein Symbol. Wir haben vorher den.Tod mit einem Mäher des Grases verglichen, und wir sagen also, wie der Mäher das Gras abschneidet, so der Tod den Menschen. Die Bibelstelle ^ujn “W3 bl (Jesaja 40) ,ist eigentlich als Unterlage zu diesem Symbole zu betrachten- und wenn die alten Hebräer eine gemeißelte oder gemalte Symbolik ge- 360 lichkeit des Todes aus. In gewisser Beziehung hätten auch die. Lebemänner selbst, den Todtenschädel als ihr Emblem wählen können, ihnen hatte der Todtenkopf zugerufen „erinnere dich daß du lebst", den Frommen „erinnere dich daß du sterben mußt". Mancher Spruch des Orients hat die Unbestechlichkeit des Todes zum Inhalte. Der Tod — sagt ein türkisches Sprichwort -— ist ein schwarzes Kameel, welches vor den Zelten der Reichen und Armen sich niederläßt". Die allgemein ernste Lebensansicht die im Orient herrscht, die Beschaulichkeit, welche tief in den Herzen der Bewohner eingeprägt ist, berechtigt uns zur Annahme, daß dieses Sprichwort nicht ein Sporn der Lebesucht war, und dürfte unsere Entgegensetzung dieses Spruchs dem des Horaz, bei dem Leser wohl rechtfertigen. Der Tod ist unausbleiblich, und deshalb denkt man nicht daran. Das hebräische Sprüchlein nnytya naa1? m' ,-das Nebel ist hinreichend zu seiner Zeit" d. h. es ist genug wenn man sich über, das Uebel grämt wenn es eingetroffen ist, ist von den meisten Menschen dafür stillschweigend in Anwendung gebracht. Und wenn die Philosophen oft angerathen haben, den Tod nicht zu fürchten, so scheint uns dieses mit dem Gesagten auf eins hinauszutaufen, so wie auch wenn die Talmudisten zu der Stelle (1 B. M.) „und Gott sah, daß alles was er gemacht hat, gut ist" hillzufügen, das ist de.r Tod" d. h. der Tod ist auch zu den Dingen zu rechnen, die ihr Gutes haben. Das Gute fürchtet man nicht, dieses ist der Schluß, den wir daraus ziehen. Die Philosophen haben den Tod als etwas Unvermeidliches angesehen, nicht nur als Thatsache, dies si'ehet jeder, sondern principiell, beides ist im talmudischen enthalten. Die Philosophen haben vor der Furcht des Todes gewarnt. Wir führen hier zwei Aussprüche von zwei Weisen an, die durch 15 Jahrhunderte geschieden sind, Publius Syrers und Charron dem berühmten Skepriker des 16 Jahrhunderts (vergl. über denselben Stäudlin Geschichte des Skepticismus). „Mortem ti iriere, sagt Publius @1) ruS, '-midelius est quam mori“ (den Tod fürchten ist schlimmer als der Tod). Manche Philosophen waren bemüht, die Schrecknisse des Todes zu vermindern, und die schrecklichen Vorstellungen, welche die Phantasie davon giebt, nur auf die Wahrheit zu reduciren» In diesem Sinne sind die Worte eines französischen Denkers zu nennen. „Peut etre — sagt Charron in seinem berühmten Werke: de Ia sagesse Buch 11. Kap. 11, §. 8 — que le spectacle de la mort depluit, a cause que ceux qui meurent font laide mine, oui, mais ce n’est pas Ia habt hätten, so hätten sie gewiß unter diesem Bilde den Tod dargestellt. . Wenn der Leser bei dieser Gelegenheit Lessings Abhandlung: wie haben die.Alten den Tod abgebüdet, betrachten wolle, so wird derselbe Miß reiche Belohnung in dieser Lektüre finden. Studien. Machasor Avignon.'