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Der Orient · 1849-06-02 · 22 (2.6.1849) · p. Spalte 349-350

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
22 (2.6.1849)
Date
1849-06-02
Page
Spalte 349-350 (sequence 7)
Language
German
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Kritiken. Friedreich, zur Bibel. 350 349 ift (f Kultur- und. LG. I S. 166/217.273), so miichte man annehmen, daß , im Satze des Jermschalmi die Lesart TO^nn JD 2i^V wie schon Abi-Simra (GA. l l. tz. 647) eine solche gefunden, richtig ist. Das bezieht sich also auf ru^.i . miN , mnsDin , nn^m (min) , n»po, und man kann in Bezug aufAgada's nur im Zusammenhänge der Uebrigen eine Erklärung finden. (Fortsetzung folgt.) - 6) Zur B i bel. Naturhistorische, . anthropologische und« medicinische Fragmente, von I. B. Friedrich. Zwei Theilc, gr. Th.. VU'und 334 S. 2. Th. »V. und 215 S. Nürnberg, i848. Verlag von Bauer u. Raspe. Angezcigt von R. I. WunderLsr in Riga. (Fortsetzung.) Es ist hier nicht der Ort zu erörtern, ob wirklich der Pentateuch Nichts enthalt, was auf Strafen und Belohnungen des Jenseits bezogen werden könnten, oder warum Moses sich derselben nicht ausdrücklich und oft bedient habe; jedenfalls konnte derselbe aber doch den Selbstmord bei Strafe der Heimsuchung der Nachkommenschaft des Selbstmörders verbieten, wie er diese beim Verbot des Götzendienstes angedroht hat. Allein wie wir eben gezeigt haben, so ist jenes Verbrechen, wiknn gleich auch nicht die ausdrückliche Strafe de-sselben im Pentateuche unbezweifelt angegeben worden. — Daß übrigens das moralische Verbrechen des. Selbstmörders nicht ganz dem des g ew öh n liche u Mörders gleichgestellt werden kann, ist einleuchtend, wenn wir hier das Rechtsprinzip erwägen, nach welchem Ersterer keinesweges wie Letzterer einen unmittelbarm, nie zu ersetzenden Eingriff in fremdes Eigenthum, sondern nur in sein eigenes begeht, wobei er überdies zum Lheil seine Strafe ja eben durch den Tod erleidet. Deshalb lehrt der Talmud vom Selbstmörde rin Tr. Semachot 11) wie folgt: ppOIMQ!’N njnb 1QSJ? T3NDH 'in ■ nbai 'in i'by psp noix ’m 5 n^i P2 im:3n ba , iDnon $ mn to’pj; m ip nox! ni?aj — „Dem Selbstmörder werde keine übliche Beerdigung zu Theil. Rabbi Jsmael sagt: man rufe über ihn zweifaches Wehe, weil er sich das Leben genommenhat. Rabbi Akiba aber ist der Meinung, man überlasse ihn seinem unglücklichen Schicksale, weder ehre, noch verfluche man ihn". In meiner „b i b li s ch - ta l m u b tfc& esu M ed ici n" unter der Rubrik „Staatsarzneikunde" habe ich über diesen Gegenstand ausführlich abgehandelt. — Ibid. S. 57 sagt der Verfasser, daß Philippsori und mehre andere Kommentatoren sich irren, wenn sie d-as im 2 Mos. 4, 25 und Josua 5, 2 erwähnt« Instrument der Beschneidung (-»nt) für j chmrfe Steife halten, und giebl den Grund an: erstens,, weil es nach den zuverlässigsten (?) Autoritäten, wie Buxtorf un:d Kimchi, Messer heißen muß; und dann zweitens, weil der Gebrauch desErzes 2) Für haben, manche Lesarten zu Werkzeugen auch den Hebräern damals bekannt gewesen sein müsse, da schon Tuba lkajin als Kenner der Erzwerkzeuge in der Bibel erwähnt wird. Logisch ist hier aber -er Jrrthum nicht im geringsten nachgewiesen. Erstens sind Buxtorf und Kimchi gerade nicht die wichtigsten Autoritäten; und wir dürfen ihnen mit gutem Gewissen den Onkelos und die Maffora rc. wenn nicht als höhere, doch gewiß als ihnen ebenbürtige Autoritäten entgegenstellen, welche nicht durch Messer, sondern durch scharfe Steine übersetzen. Zweitens, wenn wir auch zugeben wollen, daß Werkzeuge aus Erz den Hebräern damals bekannt gewesen feien, so liegt darin doch keine Unmöglichkeit, ja es ist höhe Wahrscheinlichkeit, daß sie neben den Messern aus Erz, sich auch der viel wohlseilern umd in mancher Hinsicht bequemern steinerne n Instrumente, die namentlich auch den Vorzug haben, daß sie nie rostig werden, bei der Operation der Beschneidung bedient haben. Das Zor im 2 Mos. 4, 25 aber darf meiner Ansicht nach um so dreister mit scharfem Stein übersetzt werden, wenn man den Umstand berücksichtigt, daß Zippora, als sie Mosen von Jehova verfolgt sah, sich gerade in einer elenden Nachtherberge in der Wüste befand, wo also weder erzene, noch künstliche steinerne Messer anzutreffen zu vermuthen steht, und in ihrer Bestürzung, gewiß den ersten besten scharfen Stein ergriffen haben wird, um den Zorn Jehova's durch die augenblickliche Beschneidung ihres Sohnes zu besänftige», — rbjü. S. 46 und S. 64 behauptet er von der bei den Israeliten bei der Beschneidung üblichen Aussaugung der Wunde (Me^iza), daß dieselbe weder in der Bibel, noch durch irgend eine Tradition angeordnet sei, sondern lediglich ihre Entstehung dem Maimuni verdanke, der diesen Akt, welcher .seit dem simflen Jahrhundert n. Chr. zu der Beschneidung hinzukam, aus medicinischen Gründen anempfohlen hat, und die spät erm Rabbinen erhoben denselben gar zu einem religiösen Gebote (und so heißt es im Joee Dea §. 264, 3 „den Beschneidet/ der nicht auöjcmgt, setze man ab"), sanktionirten ihn demnach durch die 2Cmtoritat des Maimuni, und so hat sich dieser Gebrauch bis auf die heutige Zeit erhalten. Der Vers, hat hier gezeigt, wie wenig er den Talmud kennt; und mag dieses denjenigen christlichen Gelehrten, welche öfter mit abgebrochenen Citatm, angeblich aus dem Talmud, die sie aber x\m in Buxtorf rc. erhaschen, zu prunken suchen, zur Warnung dienen, wik wenig ohne selbstständige Talmudkenntniß, solchen Citaten zu trauen, und welche Blößen sie sich durch dieselben im Angesichte des Talmudkenners nothwendig geben müssen; ja wäre diese Warnung stets befolgt worden, dem Judenthnmie wäre manche Wunde zu schlagen, manche unangenehmen Auftritte herbeizuführen, erspart worden; was oft wirklich Zu verursachen gar nicht in der Absicht der christlichen Gelehrten gelegen haben mag, sondern in aller Unschuld lediglich nur aus solchen berüchtigten Cilaten hcrvorgkgangcn ist. So z. B. sagt Buxtorf in seiner „Sy nag. Judaic.“ daß die Juden aus der bei ihnen laut

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