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Der Orient · 1849-06-02 · 22 (2.6.1849) · p. Spalte 347-348

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
22 (2.6.1849)
Date
1849-06-02
Page
Spalte 347-348 (sequence 6)
Language
German
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347 Kritiken. Chajes, Jmre Bina. 358 Kurze Uebersichten» 9) v'8np ti'w p p’prt, ro'3 '"idn iönd. Zweiter Theil der Gutachten des Kreisrabbinecs Cha jes, enthaltend Kritiken über verschiedene Gegenstände und worin auch eine Antikritik gegen die Ausstellungen vieler Gelehrten über die Abhandlung MaamarJggeretBikkoret, die vor 9 Jahren erschienen ist. Zolkiew, 1849, 4 Saul Bär Meyerhoffer. Hr. Chaies bietet uns in^ dieser an Lageskämpfen so reichen aber an archäologischen Forschungen so armen Zeit durch vorliegende Gutachten oder vielmehr Abhandlungen eine herrliche schöne Gabe, die der Atterthumsforscher hochanschlageri wird. Würdig reihet sich diese GA.-Sammlung Jmre Bina den früheren Werken dieses Autors, den Torat Nebiim, ^Ateret Zebi, Mebo ha.-Talmud u. A. an und wenngleich dieses vorliegende Geisttserzeuqniß gleich den früheren Produkten nichts Abgerundetes, Abgeschlossenes, Planmäßiges enthält, so ist es doch so reich an treffenden Beobachtungen, so überraschend in der sich kundgebenden Belesenheit, so durchdrungen und getragen von einem kritischen Sinn, daß wir es mit wahrem Vergnügen empfehlen. Wir begnügen uns, den Inhalt dieser Sammlung naher anzugeben und bedauern nur, daß uns der erste Theil der Gutachten, der dem Titel zufolge doch erschienen ist, ganz unbekannt geblieben und im Interesse der Wissenschaft ersuchen wir Hrn. Ch., uns auch den ersten Theil zukommen zu lassen. Das Jmre Binä enthält folgende sechs Gutachten (r\)W): 1) Ueber Veranlassung und Grund zu dem Lehrsätze: ,,Man lernt nichts aus Agadot" (nfUND ]ü JHD^.JW), und dabei eine ausführliche Besprechung über die Unterschiede zwischen den Agada's im babylonischen und dwen im palästinischen Talmud, namentlich wenn die Agada in ihrem Kern in beiden dieselbe ist. Bei dieser Gelegenheit werden auch in Anmerkungen die Namen, der Midraschim angeführt, welche die Alten noch vor sich gehabt, die aber für uns bereits verloren erscheinen. 2) Nachweis, daß der Talmud I eruschalmi bei den Alten viel umfänglicher war und daß in unserem Jeruschalmi nicht nur manche Partien ganz verloren gegangen, sondern selbst da wo er sich erhalten schon oft verstümmelt ist. Ferner einen Nachweis, daß die Lehrer des babylonischen Talmud's, die Amoraim, dm Aalmud Jeruschalmi vor sich gehabt. 3) Ueber die verschiedenen Agada's, welche die Bitten noch gehabt und die für uns bereits verloren sind. 4) Ueber die Targumim, die wir jetzt haben, nämlich über Onkelos, Targum Jeruschalmi, das Jonatan - Targum zu den Propheten, das Targum zu den Hagiographm, T. der fünf Megillot, das zweite Targum zu Esther, und dazu verschiedene Anmerkungen über das Alter der Targumim und der Nachweis der Stellen, wo sie im Talrnud und Midrasch citirt werden. 5) Ueber Raschi zu Traktat Ta^anit, ob wirklich der unter diesem .Namen cirkulirende Kommentar echt ist» b) Ueber Bat-Kol und die. talmudischen Stellen, wo dessen gedacht wird und dazu ein Anhang über dm Traktat So fr im» Das ist der summarische Inhalt dieser Gutachten, wie er bereits auf dem Titelblatte angegeben ist und ich. bemerke nur noch, daß ein Theil derselben bereits anderswo (im Orient, Zion) gedruckt war und hier umgeacbeit erscheint. In Bezug auf das erste GA. ist die Anfrage vom jungen Sohne-des Verf.'s (Chaj. Ehajes) in Bezug auf den Satz nnJN'H ]D \nrb ptf, der j. Pea c, 2, j. Ehagiga 6. j sich findet, da die Agada's bekanntlich einen Theil des Talmud's bilden und wenn der Talmud einmal als Quelle der praktischen Gesetze gilt, ■ fo.i müßte auch die Agada als Theil ebenfalls eine solche Quelle abgeben können. Aber'die Anfrage, unklar und unvollständig, scheint nur ein Anlaß zu sein, um über diesen Gegenstand abzuhandeln und die Abhandlung selbst zieht nun viele Gegenstände hinein, die theils als Vorbereitung zur Ansicht über die Agada anzusehen sind, (Heils die Agada überhaupt zum Gegenstände haben. Ich will min die Hauptmoinenre in der Abhandlung, da der Vers, durch vielfache Abschweifungen die klare Uebersicht sehr erschwert, übersichtlich zusammen stellen. Ueber die Anwendung der Agada, um daraus eine für das praktische Leben normgebende Halacha oder eine rabbinische Vorschrift (p) zu ziehen, finden sich folgende Sätze: .1) :nfmn fl p-p^ pN j. Pea.v- 2; j. Chagiga e. 1 Ende. 2) pL7pQ pK. 3) ni.iN3 awm pn» 4) imv nm by i^did pN,; 5) no “nrn Nin Nn.iN ]D - 6) Bmori jo piD1? In allen diesen Sätzen scheint im ersten Augenblick der Gedanke zu liegen, daß die Agada für die praktische Halacha (ritf'yo*? rp^Dj nicht normirenv sein soll, daß sie zur Ermittelung einer rabbinisch-gesetzlichen Vorschrift nicht «als Quelle dienen kann, und das sie nicht nur für die Praxis nicht bindend sein, sondern daß man auch weder aus ihr einen Einwand begründen noch die Lösung einer Schwierigkeit vornehmen kann. Es ist aber nicht uninteressant, diese Sätze näher anzusehen und zu prüfen, da die Erforschung des Grundes, womit das erste GA. sich befaßt, vom Verständm'ß der Satze selbst abhängt. Der erste Satz steht keineswegs so isolirt, wie Hr. Eh. ihn hingestellt, denn die Stelle lautet: p n1?! nnj«n p no^nn p sb ‘jnn1? ps* 'ilD'pnn p nI^n niriDDinrv und man sieht daraus, daß der Grundsatz pD1? ptt oder piO pK nicht die Agada's allein, sondern auch die Halacha's und die Tosifta's betrifft, ja der andere Satz daselbst: p -j>s-jD8 pN!>NW "iDN na'jion p pc1? pa® ihid Pn , nmnn beweist, daß der Grundsatz sich auch auf Horaja und Ma'aße erstreckt. Da rjnin (d. h. nbnin) dasselbe was und 1) Für steht in j. Chagiga

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