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Der Orient · 1849-06-02 · 22 (2.6.1849) · p. Spalte 351-352

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
22 (2.6.1849)
Date
1849-06-02
Page
Spalte 351-352 (sequence 8)
Language
German
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851 talinudischer Vorschrift üblichen Beobachtung der innern KvMkheiten des Viehes, auch auf menschliche Krankheiten schließen, und auf diese Weise Aerzte werden, was aber schM so Manchem das Leben gekostet habe. Wie viele unzählige Autoren haben nicht schon auf gedachte Buptorf'sche Stelle sich stützend, diesen Vorwurf zu wiederholten Malen dem Judenthume und dem Talmud gemacht z würden dieselben sich aber die Mühe genommen haben, den Talmud selbst nächzuschlagen, so würden sie die Lächerlichkeit dieser aus der LM gerissenen Behauptung klar eingesehen haben. Wohl kommen im Talmud zuweilen einzelne Krankheitszufälle vor, welche ihrer Natur nach gleiche Behandlung beim Menschen so wie beim Thiere zulassen, was auch oft von den bewährtesten ältesten und neuesten Aerzten bestätigt wird, indem selbige zu allen Zeiten auch den Nutzen der vergleichenden Anatomie zu würdigen gewußt haben; indessen ist der Talmud weit entfernt, diese gleichmäßige Behandlung aus alle Krankheiten auszudehnen, und weiß derselbe, wo es die Sachlage nicht zuläßc, genau zu unterscheiden, wie dieses ausdrücklich aus vielen Talmudstellen hervorgeht (vergl. Bech-orot 43 n; Chulin 42 d z Tosafot zu Chulin 42 d, zu Bechorot 37, so wie zu Erubin 7 a). Daß aber die später» jüdischen Aerzte ihre Medicin nicht "aus dem Talmud allein ftudirt und daß sie denselben überhaupt in medicinisch-praktischer Hinsicht nicht immer als Autorität/ betrachtet haben, s-ondern lediglich der jedesmalige medicinische Standpunkt ihrer Zeit zu berücksichtigen wußten, nach dessen Prinzipien sie auch ihre Praxis festft^llten, beweist der Umstand, daß viele derselben, selbst zu Buxtorf's Zeiten als beliebteste Aerzte galten, und als solche nicht selten Ehrenämter an fürstlichen send königlichem Höfen bekteidetenz ja es gab eine lange Zeit, wo dieselben ganz allein im Besitze, der medicinffchen Kunst waren. — Doch nun zur Sache. Unser Verfasskr behauptet Ziemlich inkonsequent, daß man den Akt der Meziza lEdiglich dem Maimuni verdanke (früher sagt er, dieselbe sei seit dem fünften Jahrhundert n. Ehr. in Gebrauch gekommen), und wurde 352 von den später« Rabbinen zu einem religiösen Gebote sanktionirt, indem er zu diesem Behufe (wie dieses auch Buxtorf thut), den Jore Dea ciiirt. — Allein erstlich findet sich dieses Citat schon im Talmud Sabbat 133 b, wo es wortlich h«ißt: n'b pnnjji Nin tod p'o njcin ’n,~ und also nicht aus religiösen , sondern lediglich aus iiKbkmU schm Gründen, daß nämlich kein Blut in der Wunde zurückbleibe und dadurch einer gefährlichen Entzündung vorgebeugt werde. Zweitens hat auch die sekundäre Quelle, der Jo re Dea nämlich, den Grund nichl als religiös, sondern gleichfalls der Gefahr wegen (nJDDD ’ODQ) angegeben (vergl. den Jore Dea zur angef. St.). — Wenn ferner der Vers, behauptet, daß dieser Akt erst seit dem 5. Jahrh. n. Ehr. bei den Israeliten im Gebrauche gekommen sei, so irrt er sich sehr; denn würde er im. Stande gewesen sein, blos die Mischna Sabbat (Abschn. 18, 2) nacdzuschlagen, so würde er sich überz-eugt haben, daß dieser Gebrauch ohne Zweifel schon zu Christi Zeit unter den Juden üblich gewesen sei, wenigstens erwähnt ihn die Mischna, die bekanntlich von R. Jehnva ha- Nasi redigirt wurde, welcher letztere aber schon am Schlüsse zweiten Jahrh. lebte, unter den übrigen üblichen Akten der Beschneidung z was also vorauszusctzen ist, daß dieser Akt schon früher (noch vor Rabbi Jehuda Ha-Nasi) bekannt gewesen sein müsse. — Wie wenig der Vers, überbanpt den Talmud kennen muß, beweist übrigens auch, daß er, wie wir bereits gezeigt, behaupten konnte, der Talmud wisse von keinem Geba'hrnisse, und daß er öfter verschiedene Begriffe, die im Talmud erörtert werden , aus Unkenntniß, mit einander verwechselt, wie er es z. B. mit der Erklärung von -jjn, wovvn wir gleichfalls schon oben gesprochen haben , gethan Hatz, endlich giebt er außerdem an vielen Stellen über manche Fakta Maimuni re. als Quelle an, trotzdem, daß jme alle sich ursprünglich im Talmud befinden. (Fortsetzung folgt). Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. s53P Durch C. L. Fritz sche in Leipzig ist von allen Buchhandlungen zu erhalten; "Ateret Zeb i, Kommeirtar zu Raschi von Jakob .-Mir. Wilna, 1834, 4. Geb. 17 Ngr. Schreibpap. 20 Ngr. ' Tosifta zn Sera'lm, nach der Tepteskrüik von R. Elija Wilna erklärt' vonR. Io na b. Gersch o n. Wilna. 4. geb. 22 Ngr. @ iC b c r£> l a m R a b b a, nebst einem Kommerntar und Nachweis der Parallelstellen von Chan o ch S o ndet. Wilna,'1845, 8. Brosch. 13 Ngr. Targ u m zu den Bu ch ern d cr Chr o ni k. Wilna, 4. 14 Ngr. Gebunden und ans Schreibpapier 232- Ngr. Midrasch Cü li rn, nebst Kommentar von Ch.^ I. Sloszb'h. Wilna, 1836, 4. Brosch. 11 Ngr. Redakteur: Dr. Jul. Fürst. Druck von I. H. Nagel. Verlag von C. L. Fritz sch e.

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