Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 22 (2.6.1849)
- Date
- 1849-06-02
- Page
- Spalte 345-346 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/8555529-9893953-9893981--5930-3535043- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
345 Ansicht, die so oft von den alten Dichtern ausgesprochen wurde, das Heute zu benutzen ohne sich um das Morgen zu kümmern. Z. B. Horaz!, 9: Quill sit futurum cras fuge querere etc. (Erforsche nicht des morgenden Tages Loos u. s. f.) , Ebendas. 1, 11: curpe diem etc. (Hasche den Tag). Martial V, 59: hodie jam vivere etc. (fyeute zu leben rc,) u. a, m. stehen alle mit der Idee des vernichtenden Todes in Verbindung. Und es ist charakteristisch, wie der Verfasser des Kohelet und Horaz denselben Gedanken ausgedrückt haben. In Kohelet lesen wir die Worte: 'inr^a ira nois ■ ,,freue dich Jüngling in deiner Jugend". Der Nachsatz lautet aber: a-WOZ bl) bj) "O JH) ' ■ „wisse über alles wird dich Gott zu Gericht bringen". Der Abhaltungsgrund ist hier außerhalb des Menschen gestellt, er beziehet sich aus denjenigen, auf welchen im Judenthume alles zurückgeflihrt wird — auf Gott. Es stehet nichts im Wege, hierin das Gewissen zu erkennen, wir hätten heute dieses Wort gesetzt. Aber im Gewissen ruhet dunkel die Idee Gottes. Horaz in der angeführten Stelle (Od. 1, 9) spricht mit mehr poetischer Ausführlichkeit diesen Gedanken aus: nec dulces amures sperne puer, neque tu choreas etc. (Als Jüngling fliehe weder Tanz, noch die süße Liebe rc.) Diese Stellen bieten Gelegenheit dar, den innersten Geist beider Anschauungen kennen zu lernen. (Fortsetzung folgt.) Literaturhistorische Miscellen. Gcsammclt von Leopold Dukes. IV. Ein Truucrgedicht. ^di■> pn p nsnmN mn -nyn bp .jp ntffitf rUDDn ’ntyjDJNn n’E'pn 1^0 biNtyb ’aa biNsyb; rmn N'bi pnnu nin zugeben, und die Stelle wörtlich anzuführen — aus dieser Stelle auf eine Bekanntschaft mit griechischer Philosophie zu schließen sich berechtigt glaubt, so ist dies durchaus nicht begründet, er hat das Kostüm mit der Sache verwechselt. Dasselbe was wir hier von dem Epikuräismus gesagt habenhat auch seine Geltung auf andere Anschauungen, z. B> Atheismus. Lange bevor in Griechenland ein förmlicher Atheist seine Gründe für die Nichtexistenz Gottes ausgesprochen hat, hat es solche bereits gegeben und bas (Ps. 14, 1) DT&!'N nba baJ 1DN ist dev beste Beweis dafür. 34k Di’ Di'D nn&yp pN nnw Nb : rwn ’bn i’bbn por np' Nb ib i'N ll'ip' mc^DJ : rwnn N*bi pNN bipai cpm b^nb nuu)-jtyu rcn maia : man Nb> )2’j Nt>i nmi nmon 'zdi pibn 'djd : mann np» b bnpb -pmbta an ' -jmn’-D a.i Nonb ^nibis non : nwn a.u mnst n riEp [nnbj nb ’nni pna nan : irtaan w ru-o totUNn II pN21 talJN .Tita f'D p'L' : nNsanri Nbi ntaaim san ’jnj iniaa pn bp vm : nwu idn nsasa 'by asyj Dieses Gedichtchen verdanken wir edmsalls Hrn. Elieser Askencrsi. Ob dieser R. nw identisch ist mit dem Pajtan gleichen Namens, von welchem sich ein Gedicht in dem Machasor von Algier findet (vergl. unsere Notiz über denselben im LB. des Orients 1848 S. 407 Note 15) können wir nicht angeben. * * * V. Einige Sprichwörter wo Avicenna vorVomnrt. Avicenna, der berühmte Arzt und Philosoph, war in ganz Europa berühmt, jüdische Leser kennen denselben aus der hebräischen Literatur. Und so werden sie einige Sprichwörter, worin derselbe vorkommt, die wir hier mittheilen, vielleicht nicht ohne Wohlwollen aufnehmen. In der äußerst seltenen Sammlung italienischer Sprichwörter von Flo.rio (S. 112) haben wir dies einzige gefunden. Feni e paglie d’Avicenna. „Hafer und Stroh des Avicenna". Es ist dort nicht erklärt, man kann es sowohl auf schlechte Doktoren anwenden, als auf die JVIateria medica überhaupt, wie man im Deutschen etwa sagt: die lateinische Küche für Apotheke überhaupt. In der spanischen Sammlung des Nunez finden sich folgende zwei. A vicena y Hypo cras. me dieion esto, y me daran mas. Mas mato la cena que sano Avicena. „Das Abendessen hat mehr Leute getödtet als Avicena heilen kann". Es ist dies ein bletätischer Spruch. Studien. Literatuchistorische Miscellen